Artikel von Stephanie Grimm (91)

Jahrgang 1970. Studium der Nordamerikanistik und Publizistik an der Freien Universität Berlin. Erst cineastische Aha-Erlebnisse in der "Film Appreciation Society" beim Auslandsstudium in Nordirland. Heute tätig als freie Kulturjournalistin, unter anderem für die tageszeitung, zitty, Tip, NZZ. Buchveröffentlichungen: "Die Repräsentation von Männlichkeit im Punk und Rap" (1998); "Schlaft doch, wie ihr wollt: Die wertvollsten Stunden des Tages und wie wir sie zurückerobern" (2016). Geht ins Kino immer noch am liebsten abends mit Freunden.

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Adrian Goiginger

Rickerl – Musik is höchstens a Hobby

(Kinostart: 1.2.) Requiem für die Beiseln: In der Hommage von Regisseur Adrian Goiginger an die verschwindende Welt der Wiener Gaststuben spielt sich Austropopper Voodoo Jürgens quasi selbst, nur ohne Selbstbewusstsein. Fieser Humor, Sozialromantik und ein Rest Verantwortungsgefühl halten sich dabei die Waage. ...weiter

Jean Dujardin

Auf dem Weg

(Kinostart: 30.11.) Von Mittelmeer bis zum Ärmelkanal: Um nach einem Unfall zu sich selbst zu finden, durchquert ein Reiseschriftsteller ganz Frankreich zu Fuß. Zwar fängt Regisseur Denis Imbert eindrucksvolle Landschaften ein, doch ansonsten ist der Film zu sehr auf seine Hauptfigur fixiert. ...weiter

King Hu

Dragon Inn (WA)

(Kinostart: 16.11.) Im Wirtshaus der fliegenden Helden: Der Kampfkunst-Klassiker „Dragon Inn“ von Regisseur King Hu prägte das ganze Wuxia-Genre. Mehr als fünfzig Jahre nach der Premiere beeindruckt der Film noch immer mit spektakulären Stunts, Slapstick und Spannung auf engstem Raum. ...weiter

Michale Boganim

Tel Aviv – Beirut

(Kinostart: 14.9.) Früher fuhren Züge zwischen beiden Städten: 22 Jahre lang folgt Regisseurin Michale Boganim dem Werdegang zweier Familien aus Israel und dem Libanon, deren Geschichten durch Krieg und Verlust verflochten sind. Trotz verschachtelter Handlung berühren Momente der Solidarität und Empathie. ...weiter

Franz Rogowski

Passages

(Kinostart: 30.8.) Ich und ich und ich: In seinem Dreiecksbeziehungs-Drama folgt Regisseur Ira Sachs einem Narzissten, den Franz Rogowski sehr überzeugend spielt, durch sein kompliziertes Liebesleben. Anders als der Filmtitel verspricht, scheint dieser jedoch unfähig, sich zu ändern. ...weiter

Valeria Bruni Tedeschi

Forever Young

(Kinostart: 17.8.) Jung und naiv: Einmal mehr widmet sich Valeria Bruni Tedeschi als Autorenfilmerin ihrem eigenen Lebenslauf. Doch ihre nostalgische Aneinanderreihung von Anekdoten, Dramen und Klischees aus der Schauspielschule zerfranst zum verklärenden Ego-Trip. ...weiter

Juliette Binoche + Vincent Lindon

Mit Liebe und Entschlossenheit

(Kinostart: 13.7.) Wenn der Ex nach zehn Jahren wieder auftaucht: Eine klassische Dreiecksbeziehung inszeniert Regisseurin Claire Denis auf unklassische Weise. Wenig ist motiviert, noch weniger wird erklärt – aber heftige Leidenschaften und Reaktionen darauf entwickeln einen eigentümlichen Sog. ...weiter

Thomas Hardiman

Medusa Deluxe

(Kinostart: 8.6.) Mord ohne Motiv? In Echtzeit erzählt das Kino-Debüt von Tom Hardiman vom Tod eines Haar-Stylisten. Allerdings scheint den Regisseur die Frage nach dem Täter weniger zu interessieren als milieutypische Klischees. So wirkt sein Krimi nach einer Weile schlicht an den Haaren herbeigezogen. ...weiter

A.V. Rockwell

A Thousand and One

(Kinostart: 18.5.) Löwenmutter in Harlem: In ihrem Spielfilmdebüt begleitet Regisseurin A.V. Rockwell eine Patchwork-Familie durch ihren Alltag zwischen Gentrifizierung, Polizeiwillkür und Hoffnung. Die mitreißend aufspielende Hauptdarstellerin hält den Film auch in holprigen Momenten zusammen. ...weiter

Maha Haj

Mediterranean Fever

(Kinostart: 4.5.) Auftragsmord für den neuen Nachbarn: Die Freundschaft mit einem Kleingauner stellt das Leben eines depressiven palästinensischen Autors in Israel auf den Kopf. Das Porträt des Duos von Regisseurin Maha Haj ist eine raffiniert schwarze, aber auch etwas kopflastige Komödie. ...weiter