Artikel von Stephanie Grimm (95)

Jahrgang 1970. Studium der Nordamerikanistik und Publizistik an der Freien Universität Berlin. Erst cineastische Aha-Erlebnisse in der "Film Appreciation Society" beim Auslandsstudium in Nordirland. Heute tätig als freie Kulturjournalistin, unter anderem für die tageszeitung, zitty, Tip, NZZ. Buchveröffentlichungen: "Die Repräsentation von Männlichkeit im Punk und Rap" (1998); "Schlaft doch, wie ihr wollt: Die wertvollsten Stunden des Tages und wie wir sie zurückerobern" (2016). Geht ins Kino immer noch am liebsten abends mit Freunden.

Alle Autoren bei kunstundfilm.de

Birgit Minichmayr

Mit einem Tiger schlafen

(Kinostart: 23.5.) Sich auf den Boden legen, um Körper-Empfindungen unmittelbar auf Leinwand zu übertragen: Mit „body awareness“-Bildern wurde die Malerin Maria Lassnig berühmt. Regisseurin Anja Salomonowitz widmet ihr ein eigenwilliges Porträt – kein Biopic, eher einen experimentierfreudigen Essayfilm. ...weiter

Luca Guadignino

Challengers – Rivalen

(Kinostart: 25.4.) Drei sind keiner zu viel: Im Gewand einer Screwball-Komödie revitalisiert das Liebesdrama von Regisseur Luca Guadignino das außer Puste geratene Genre des Sportfilms. Der Film porträtiert die Tennis-Karrieren und das Privatleben eines gemischten Trios so gnadenlos wie vergnüglich. ...weiter

Anton Corbijn

Squaring the Circle: The Story of Hipgnosis

(Kinostart: 14.3.) Als die Verpackung teurer war als der Inhalt: Starfotograf Anton Corbijn erinnert mit seiner Doku an zwei Grafikdesigner, die in den 1970er Jahren den Look des Progressive Rock prägten. Während Interviews eher oberflächlich bleiben, öffnet rares Archivmaterial die Tür in eine vergangene Epoche. ...weiter

Veit Helmer

Gondola

(Kinostart: 7.3.) Wo die Gondeln Schauwert haben: Veit Helmers bewährte Mischung aus Exotismus und Stummfilm-Ästhetik stößt in dieser Romanze an ihre Grenzen. Mit am Reißbrett entworfenen Figuren und einem Übermaß an Klischees ist sein nettgemeinter Drahtseilakt gründlich misslungen. ...weiter

Adrian Goiginger

Rickerl – Musik is höchstens a Hobby

(Kinostart: 1.2.) Requiem für die Beiseln: In der Hommage von Regisseur Adrian Goiginger an die verschwindende Welt der Wiener Gaststuben spielt sich Austropopper Voodoo Jürgens quasi selbst, nur ohne Selbstbewusstsein. Fieser Humor, Sozialromantik und ein Rest Verantwortungsgefühl halten sich dabei die Waage. ...weiter

Jean Dujardin

Auf dem Weg

(Kinostart: 30.11.) Von Mittelmeer bis zum Ärmelkanal: Um nach einem Unfall zu sich selbst zu finden, durchquert ein Reiseschriftsteller ganz Frankreich zu Fuß. Zwar fängt Regisseur Denis Imbert eindrucksvolle Landschaften ein, doch ansonsten ist der Film zu sehr auf seine Hauptfigur fixiert. ...weiter

King Hu

Dragon Inn (WA)

(Kinostart: 16.11.) Im Wirtshaus der fliegenden Helden: Der Kampfkunst-Klassiker „Dragon Inn“ von Regisseur King Hu prägte das ganze Wuxia-Genre. Mehr als fünfzig Jahre nach der Premiere beeindruckt der Film noch immer mit spektakulären Stunts, Slapstick und Spannung auf engstem Raum. ...weiter

Michale Boganim

Tel Aviv – Beirut

(Kinostart: 14.9.) Früher fuhren Züge zwischen beiden Städten: 22 Jahre lang folgt Regisseurin Michale Boganim dem Werdegang zweier Familien aus Israel und dem Libanon, deren Geschichten durch Krieg und Verlust verflochten sind. Trotz verschachtelter Handlung berühren Momente der Solidarität und Empathie. ...weiter

Franz Rogowski

Passages

(Kinostart: 30.8.) Ich und ich und ich: In seinem Dreiecksbeziehungs-Drama folgt Regisseur Ira Sachs einem Narzissten, den Franz Rogowski sehr überzeugend spielt, durch sein kompliziertes Liebesleben. Anders als der Filmtitel verspricht, scheint dieser jedoch unfähig, sich zu ändern. ...weiter

Valeria Bruni Tedeschi

Forever Young

(Kinostart: 17.8.) Jung und naiv: Einmal mehr widmet sich Valeria Bruni Tedeschi als Autorenfilmerin ihrem eigenen Lebenslauf. Doch ihre nostalgische Aneinanderreihung von Anekdoten, Dramen und Klischees aus der Schauspielschule zerfranst zum verklärenden Ego-Trip. ...weiter