Artikel von Stephanie Grimm (49)

Jahrgang 1970. Studium der Nordamerikanistik und Publizistik an der Freien Universität Berlin. Erst cineastische Aha-Erlebnisse in der "Film Appreciation Society" beim Auslandsstudium in Nordirland. Heute tätig als freie Kulturjournalistin, unter anderem für die tageszeitung, zitty, Tip, NZZ. Buchveröffentlichungen: "Die Repräsentation von Männlichkeit im Punk und Rap" (1998); "Schlaft doch, wie ihr wollt: Die wertvollsten Stunden des Tages und wie wir sie zurückerobern" (2016). Geht ins Kino immer noch am liebsten abends mit Freunden.

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Marcela Said

Los Perros

(Kinostart: 6.6.) Pakt des Schweigens in Chile: Eine Frau der Oberschicht bändelt mit ihrem Reitlehrer an – von seiner dunklen Vergangenheit will ihr Umfeld nichts wissen. Die vielschichtige Sozialstudie von Regisseurin Marcela Said kommt nicht richtig in Fahrt.

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Ronald Zehrfeld

Das Ende der Wahrheit

(Kinostart: 9.5.) Im Spiegelkabinett der Spionage: Als Agent erpresst Ronald Zehrfeld Informanten, die er dann skrupellos opfert. Derweil nutzen Firmen den BND für ihre Zwecke. Regisseur Philipp Leinemanns Thriller ist so komplex wie spannend und plausibel.

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Talal Derki

Of Fathers and Sons

(Kinostart: 21.3.) Die Banalität des islamistischen Bösen: Filmemacher Talal Derki beobachtet inkognito die Familie eines Führers der syrischen Al-Nusra-Front. Seine Homestory der etwas anderen Art verstört dadurch, wie beiläufig das Abgründige erscheint.

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Małgorzata Szumowska

Die Maske (Twarz)

(Kinostart: 14.3.) Neue Gottesfigur, neues Gesicht: Regisseurin Małgorzata Szumowska nutzt zwei reale Ereignisse für eine beißende Satire über Bigotterie und Hinterwäldlertum in Polen – wenig subtil, manchmal diffus, aber teilweise auch sehr treffsicher.

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Felix van Groeningen

Beautiful Boy

(Kinostart: 24.1.) Familiendrama in der Suchtkrise: In den USA wütet – hierzulande wenig beachtet – die schlimmste Drogen-Epidemie aller Zeiten. Das Doppel-Porträt von Regisseur Van Groeningen bietet jedoch kaum mehr Erkenntniswert als klassische Drogen-Epen.

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Steve McLean

Postcards from London

(Kinostart: 13.12) Soho sehen und sterben: Ein Jüngling arbeitet in London als Edel-Stricher, leidet aber unter dem Stendhal-Syndrom – zuviel Kunst tut ihm nicht gut. Seine Coming-Of-Age-Story überfrachtet Regisseur Steve McLean mit Kultur-Referenzen.

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David Robert Mitchell

Under the Silver Lake

(Kinostart: 6.12.) Wie David Lynch im Slacker-Milieu: Ein junger Tagedieb, der seine verschwundene Affäre sucht, stolpert durch allerlei Seltsames. Der schräge Pseudo-Krimi von Regisseur David Robert Mitchell unterhält nett, doch Spannung kommt kaum auf.

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Bryan Singer

Bohemian Rhapsody

(Kinostart: 31.10.) Vom Hinterhof-Pub bis ins Wembley Stadion: Bryan Singers biederes Biopic erzählt den Werdegang der Rockband Queen und ihres Sängers Freddie Mercury. Trotz des intensiven Hauptdarstellers Rami Malek wirkt der Film wie ein überlanger Werbeclip.

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Christophe Honoré

Sorry Angel

(Kinostart: 25.10.) Ein beiläufiges, präzise beobachtetes Aids-Drama: Regisseur Christophe Honoré erzählt von der letzten Liebe eines HIV-positiven Schriftstellers in den 90er-Jahren – mäandernd, realistisch und mit schnippischen Dialogen.

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Pegah Ferydoni

Die defekte Katze

(Kinostart 4.10.) Lieber knallige oder gedeckte Farben? Nicht nur an der Auswahl des Sofas macht sich in Susan Gordanshekans Drama um eine arrangierte Ehe die Fremdheit der Partner fest. Ein nuancierter Blick auf das Ringen um eine Beziehung.

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