Wolfgang Fischer

Was Du nicht siehst

Hier fehlt die ordnende Hand des Gärtners: Katja (Alice Dwyer) allein im Pool voller Blätter. Foto: W-Film

(Kinostart: 7.7.) Coming-Of-Age-Drama mit Mystery-Elementen: Der junge Anton muss sich im letzten gemeinsamen Urlaub mit der Familie Ängsten stellen, die tief in ihm schlummern.

Widerwillig reist der 17-jährige Anton (Ludwig Trepte) mit seiner Mutter Luzia und ihrem neuen Freund Paul in das Ferienhaus in der Bretagne. Luzia wünscht sich den gemeinsamen Ausflug, der der zurückgelassenen Familie helfen soll, nach dem Selbstmord von Antons Vater ein neues Kapitel aufzuschlagen.

 

Info

Was Du nicht siehst

 

Regie: Wolfgang Fischer, 89 min., Deutschland 2010;
mit: Bibiana Beglau, Alice Dwyer, Frederick Lau, Ludwig Trepte

 

Webseite zum Film

Hin und her gerissen von der Liebe zur Mutter und den eigenen, in ihm schwelenden Ängsten und Sorgen ist es Anton unmöglich, sich auf das verordnete, neue Familienglück einzulassen.

 

Rettung aus seiner wenig erbaulichen Lage verspricht ein merkwürdiges Paar im Nachbarhaus. Katja (Alice Dwyer) und David (Frederik Lau) sind in Antons Alter, doch scheint ihr Leben ein vollkommen anderes. Fasziniert von der ebenso gewalttätigen wie geheimnisvollen Aura, die die beiden umweht, nähert sich Anton den beiden…

 

Offizieller Video-Trailer

 



 

Wolfgang Fischers Drama, das schon im letzten Jahr bei zahlreichen Festivals zu sehen war, findet nun doch noch den Weg in die Kinos. Die betörenden, manchmal verstörenden Bilder, mit denen er und sein Kameramann Martin Gschlacht die Seele Antons spiegeln, beeindrucken nachhaltig und verdienen die große Leinwand.

 

Ebenso wie das grandiose Spiel der drei Jung-Darsteller, die Fischer auf den Punkt besetzt. Ludwig Trepte macht die inneren Konflikte seines Antons für alle sichtbar. Alice Dwyer interpretiert die unnahbare Schöne ebenso zerbrechlich wie dominant.

 

Frederick Lau überzeugt mit der ihm eigenen körperlichen Präsenz, ja Bedrohlichkeit. Trotzdem gelingt Fischers Debüt nur phasenweise, es fehlt an erzählerischer Gradlinigkeit und Konsequenz.


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