Albrecht Schuch + Daniel Brühl

Im Westen nichts Neues

(Kinostart: 29.9.) Nach fast 100 Jahren die erste deutsche Verfilmung: Regisseur Edward Berger wagt sich an den berühmten deutschen Anti-Kriegs-Roman von Erich Maria Remarque – und liefert wie dieser eine expressive Schilderung der Greuel im Granatenhagel an der Westfront des 1. Weltkriegs. ...weiter
29.09.2022

Elyas M'Barek

Tausend Zeilen

(Kinostart: 29.9.) Den Leuten erzählen, was sie hören wollen: Damit wurde der Hochstapler Claas Relotius zum Starreporter, bis er 2018 aufflog. Diesen Medienskandal verfilmt Komödien-Mogul Michael Bully Herbig – als klischeelastige Heldenreise, aber mit tiefen Einblicken in Defizite des Medienbetriebs. ...weiter
28.09.2022

Cem Kaya

Liebe, D-Mark und Tod – Aşk, Mark ve Ölüm

(Kinostart: 29.9.) Zwölf Goldene Schallplatten, aber nie in der deutschen Hitparade: Die Musik türkischer Migranten spielt in einem Paralleluniversum. Ihre Geschichte breitet die Doku von Regisseur Cem Kaya als launiges Patchwork aus – eine faszinierende Expedition ins Unbekannte. ...weiter
27.09.2022

Natalia Sinelnikova

Wir könnten genauso gut tot sein

(Kinostart: 29.9.) Mikrokosmos Luxushochhaus: In einer bissigen Parabel auf unsere überängstliche und konformitätsbesessene Gesellschaft lotet Regisseurin Natalia Sinelnikova die Grenzen der Anpassung aus. Ein wagemutiges Debüt in hyperrealen Bildern und beeindruckendem Soundtrack. ...weiter
26.09.2022

Charly Hübner

Mittagsstunde

(Kinostart: 22.9.) Wenn der Postmann nicht mehr klingelt: Das schleichende Sterben vieler Dörfer wird selten thematisiert. Im Roman von Dörthe Hansen kehrt ein Akademiker in seinen nordfriesischen Heimatort zurück – das verfilmt Regisseur Lars Jessen mit Witz und lakonischer Melancholie. ...weiter
20.09.2022

Florian Heinzen-Ziob

Dancing Pina

(Kinostart: 15.9.) Wie lässt sich Tanz-Geschichte lebendig halten? Die Wuppertaler Compagnie von Pina Bausch vermittelt ihre Choreographien zwei Ensembles in Dresden und Dakar – wie daraus neue Inszenierungen entstehen, zeichnet die Doku von Regisseur Florian Heinzen-Ziob schön anschaulich nach. ...weiter
13.09.2022

Annika Pinske

Alle reden übers Wetter

(Kinostart: 15.9.) Vom Plattenbau ins Hegel-Seminar: Regisseurin Annika Pinske porträtiert eine Bildungsaufsteigerin, die sich von ihrer Herkunft entfremdet hat. Ihre präzise Milieustudie wirkt passagenweise so nüchtern und spröde wie ein Soziologie-Seminar. ...weiter
12.09.2022

Stefan Sarazin + Peter Keller

Nicht ganz koscher – Eine göttliche Komödie

(Kinostart: 4.8.) Wer’s glaubt, wird selig: Dem Regie-Duo Sarazin und Keller schwebte wohl die ultimative Versöhnungs-Komödie vor. Doch ihr Roadmovie über einen orthodoxen Juden im Schlepptau eines Beduinen witzelt sich bizarr durch die Sinai-Wüste – grob patriarchalisch und arg unplausibel. ...weiter
02.08.2022

Joscha Bongard

Pornfluencer

(Kinostart: 14.7.) Reich im Handumdrehen dank Heimpornos: Daran glaubt ein junges deutsches Paar auf Zypern. Ihr Treiben beobachtet Regisseur Joscha Bongard – er bietet kaum Einblicke in Geschäftspraktiken der Sexfilm-Branche, sondern das Psychogramm einer ungesunden Beziehung. ...weiter
11.07.2022

Sophie Rois

A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe

(Kinostart: 16.6.) Intergenerationelle Amour fou: Eine gealterte Schauspielerin verguckt sich in einen jungen Außenseiter. Beide haben ihre Ticks, verteidigen ihre Zweisamkeit aber entschlossen gegen ihr Umfeld – schön unwahrscheinliche Liebesgeschichte von Regisseurin Nicolette Krebitz. ...weiter
14.06.2022

Corinna Harfouch

Alles in bester Ordnung

(Kinostart: 26.5.) Memorabilia-Liebhaberin trifft Jung-Asketen: Sie füllt ihre Wohnung mit Erinnerungen an ihr bewegtes Leben, er will mit 100 Dingen auskommen. Die leise Culture-Clash-Komödie von Natja Brunckhorst kontrastiert zwei Daseinsentwürfe – teils harmonisch, teils zu konstruiert. ...weiter
25.05.2022

David Kross

Leander Haußmanns Stasikomödie

(Kinostart: 19.5.) Back in the GDR: Nach „Sonnenallee“ und „NVA“ komplettiert Regisseur Leander Haußmann seine DDR-Trilogie. Mit einem unbedarften Nachwuchs-Spitzel, der Gefallen am wilden Leben im Prenzlauer Berg findet – die biedere und vorhersehbare Story schlägt kaum witzige Funken. ...weiter
18.05.2022

Marie Noëlle

Heinrich Vogeler - Aus dem Leben eines Träumers

(Kinostart: 12.5.) Erst dekorativer Jugendstil-Künstler, dann Propagandist der Sowjetmacht: Heinrich Vogeler wechselte radikal die Seiten – weswegen er lange ignoriert wurde. Ihm widmet Regisseurin Marie Noëlle ein schräges „Doku-Fiktion-Kaleidoskop“, das ihm durchaus gerecht wird. ...weiter
10.05.2022

Julian Radlmaier

Blutsauger

(Kinostart: 12.5.) Ausgebeutete bis aufs Blut ausquetschen: Regisseur Julian Radlmaier nimmt die Metapher von Kapitalisten als Vampiren wörtlich – er macht daraus eine bizarre Agitprop-Sittenkomödie zwischen Marx, Goldenen Zwanzigern und stalinistischer Verfolgung. ...weiter
09.05.2022

Andreas Dresen

Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush

(Kinostart: 28.4.) Politskandal-Chronik als Wohlfühl-Film: Die Affäre um den unschuldigen Guantánamo-Häftling Murat Kurnaz zeichnet Regisseur Andreas Dresen aus der Perspektive seiner Mutter Rabiye nach. Die spielt Meltem Kaptan als kalauernde Betriebsnudel; dafür bekam sie einen Silbernen Bären. ...weiter
27.04.2022

Anke Engelke + Florian David Fitz

Eingeschlossene Gesellschaft

(Kinostart: 14.4.) Von Molière und Sartre lernen: Ein Vater will bessere Noten für seinen Sohn erzwingen – das wird für die Lehrer zur Schulstunde der Wahrheit. Gelungene Gymnasial-Komödie von Regisseur Sönke Wortmann, die Doppelmoral mit präzisem Timing und treffsicheren Pointen demaskiert. ...weiter
13.04.2022

Corinna Harfouch

Das Mädchen mit den goldenen Händen

(Kino-Start: 17.2.) Powerfrau in Neufünfland: Eine 60-Jährige feiert ihren runden Geburtstag im ostdeutschen Kinderheim, in dem sie einst aufwuchs. In dieser Rolle glänzt Corinna Harfouch, die den Film quasi im Alleingang stemmt – Regisseurin Katharina Marie Schubert packt viel in ihr Debüt. ...weiter
14.02.2022

Udo Flohr

Effigie – Das Gift und die Stadt

(Kinostart: 20.1.) Scheidung mit Schierlingsbecher: In den 1810/20er Jahren vergiftete die Bremerin Gesche Gottfried zwei Gatten und 13 andere Menschen. Die Enttarnung der Serienmörderin verfilmt Regisseur Udo Flohr als hölzernes Kammerspiel mit feministischem Feigenblatt. ...weiter
17.01.2022

Nikias Chryssos

A Pure Place

(Kinostart: 25.11.) Sozialkritik in Abziehbildern: Nikias Chryssos inszeniert den Aufstand der Schmutzigen gegen die seifige Reinheitslehre eines Sektenführers als gewollt schräge Filmkunst, liefert aber ein überzeichnetes Pastiche aus B-Movie und Sozialdrama. ...weiter
23.11.2021

Albrecht Schuch

Lieber Thomas

(Kinostart: 11.11.) Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin: Der Dichter Thomas Brasch lebte als Poète maudit dort, wo das am allerwenigsten hinpasste – in der DDR. Seine Biographie verfilmt Regisseur Andreas Kleinert freizügig und furios, mit einem fabelhaften Albrecht Schuch in der Hauptrolle. ...weiter
10.11.2021

Sönke Wortmann

Contra

(Kinostart: 28.10.) Pygmalion im Uni-Hörsaal: Ein arroganter Professor trainiert eine Migranten-Studentin für Debatten-Wettbewerbe. Das Remake einer französischen Komödie gerät sehr deutsch: Regisseur Sönke Wortmann zeichnet Figuren und Milieus sorgfältig, aber mit wenig Esprit. ...weiter
26.10.2021

Dietrich Brüggemann

(Kinostart: 30.9.) Szenen einer Ehe – sieben Jahre in 14 Schnitten: Regisseur Dietrich Brüggemann porträtiert ein Mittdreißiger-Paar, das sich in den Schleifen der Selbstoptimierung verfängt. Eine lakonische Komödie, deren Pointen gelegentlich etwas plump geraten. ...weiter
28.09.2021

Oliver Masucci

Schachnovelle

(Kinostart: 23.9.) Brettspiel gegen den Irrsinn: Ein NS-Opfer überlebt Isolationshaft mit Denksport. Stefan Zweigs Klassiker verfilmt Regisseur Philipp Stölzl neu – als so kühnes wie beklemmendes Psychogramm mit einem überragenden Oliver Masucci in der Hauptrolle. ...weiter
22.09.2021

Johannes Naber

Curveball – Wir machen die Wahrheit

(Kinostart: 9.9.) Wie eine Hintergrund-Reportage zum Afghanistan-Abzug: Das aberwitzige Lügengebäude, das der BND vor dem Irakkrieg 2003 auftürmte, nimmt Regisseur Johannes Naber genüsslich auseinander. Als brillante Polit-Satire – die leider nur allzu wahr ist. ...weiter
08.09.2021

Detlev Buck

Bekenntnisse des Hochstaplers Krull

(Kinostart: 2.9.) Wie man Likes maximiert: Aus dem Roman von Thomas Mann machen Drehbuchautor Daniel Kehlmann und Regisseur Detlev Buck eine pompöse Pointen-Revue. Jannis Niewöhner in der Hauptrolle gibt einen schlaumeiernden Filou. ...weiter
31.08.2021