M. Dewald + O. Lammert

Global Viral - Die Virus-Metapher

(Aus aktuellem Anlass – Kinostart war am 19.7.2012) Vom Organismus über Volks-Körper und infizierte PC-Festplatten bis zum «viralen Marketing»: Als Metapher sind Viren allgegenwärtig. Dieser ihnen gewidmete Film-Essay ist optisch karg, aber geistig nahrhaft.

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Stefan Ruzowitzky

Narziss und Goldmund

(Kinostart: 12.3.) Odyssee statt Homoerotik: Regisseur Stefan Ruzowitzky adaptiert Hermann Hesses Klassiker als Abenteuerfilm. Die etwas hanebüchene Inszenierung wirkt am besten, sobald die Freundschaft von Narziss und Goldmund im Mittelpunkt steht.

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Anna Hepp

800 mal einsam– Tag mit Edgar Reitz

(Kinostart: 5.3.) Baumwurzel mit Talblick: Mit seiner monumentalen „Heimat“-Trilogie hat Autorenfilmer Edgar Reitz fast im Alleingang die deutsche Vergangenheit kulturell rehabilitiert. Ihm widmet Anna Hepp ein arg improvisiertes und manieriertes Film-Porträt.

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Terrence Malick

Ein verborgenes Leben

(Kinostart: 30.1.) Passiver Widerstand: Weil er den NS-Kriegsdienst aus Glaubensgründen verweigerte, wurde der österreichische Bauer Franz Jägerstätter 1943 hingerichtet. Sein Schicksal verfilmt Regisseur Terrence Malick als brillante Reflexion über Prinzipientreue.

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Jörg Adolph + Jan Haft

Das geheime Leben der Bäume

(Kinostart: 23.1.) Schwelgerisches vom Baumflüsterer: Regisseur Jörg Adolph findet eindrucksvolle Bilder für das Leben im Wald – zumindest wie es Bestsellerautor Peter Wohlleben sieht. Eine kritische Auseinandersetzung mit seinen Thesen bleibt aus.

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Nina Hoss

Das Vorspiel

(Kinostart: 23.1.) Als Solistin gescheitert, nun zerfressen von Ehrgeiz: Regisseurin Ina Weisse porträtiert so subtil wie aufwühlend eine Geigenlehrerin, die ihren Schüler mit ihren Ambitionen überfordert – Nina Hoss spielt die Hauptrolle fulminant.

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Jan Bülow

Lindenberg! Mach dein Ding

(Kinostart: 16.1.) Als Karikatur eines Rebellen schwer beliebt: Deutschrocker Udo Lindenberg ist längst ein Denkmal seiner selbst. Das Potenzial seiner wild bewegten Anfänge schöpft Regisseurin Hermine Huntgeburth nicht aus – trotz eines tollen Hauptdarstellers.

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Joseph Gordon-Levitt

7500

(Kinostart: 26.12.) Nervenkrieg im Cockpit: Regisseur Patrick Vollrath inszeniert den Versuch einer Flugzeugentführung auf minimalistische, aber effektive Weise. Neben realistischer Action stehen moralische Abwägungen im Fokus des Kammerspiel-Thrillers.

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Milan Peschel

Das Auerhaus

(Kinostart: 5.12.) WG-Gründung zur Suizid-Prävention: Sechs Teenager beziehen ein Dorf-Haus, um einen von ihnen am Leben zu halten. Den Bestseller-Roman von Bov Bjerg verfilmt Regisseurin Neele Leana Vollmar atmosphärisch dicht, aber ohne thematischen Fokus.

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Corinna Harfouch + Tom Schilling

Lara

(Kinostart: 7.11.) One-Woman-Streifzug durch ein unerfülltes Leben: Regisseur Jan-Ole Gerster porträtiert in seinem intensiven Mutter-Sohn-Drama eine 60-Jährige, die an ihren hohen Ansprüchen scheitert – grandios verkörpert von Corinna Harfouch.

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Christoph Röhl

Verteidiger des Glaubens

(Kinostart: 31.10.) Weltfremd im Vatikan: Josef Ratzinger war der erste deutsche Papst seit 500 Jahren – bis er sein Amt aufgab. Die Ursachen für seinen Rücktritt beleuchtet die Doku von Christoph Röhl: solide, aber bieder und fad bebildert, bietet sie wenig Neues.

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Tamer Jandali

Easy Love

(Kinostart: 24.10.) Jenseits der monogamen Zweierbeziehung: Vier junge Personen und Paare in Köln experimentieren mit alternativen Modellen von Liebe, Sex und Eifersucht. Regisseur Tamer Jandali dokumentiert ihren amourösen Alltag – offenherzig und authentisch.

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Max Linz

Weitermachen Sanssouci

(Kinostart: 24.10.) Auf dem Kartoffelacker der Wissenschaften: Regisseur Max Linz blickt in seiner entlarvenden Satire auf einen akademischen Betrieb, in dem es nur noch um Marketing anstelle von Forschung geht – dabei zündet er ein Feuerwerk der Bezüge und Verweise.

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Leonie Loretta Scholl

Berlin 4 Lovers

(Kinostart: 24.10.) Dating-Stress und Einsamkeit: Die Regisseurin Leonie Scholl porträtiert junge Städter, deren Erfahrungen mit dem Internet-Verkupplungsportal Tinder durchaus widersprüchlich sind – das komplexe Psychogramm einer Generation.

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Tobias Moretti + Ulrich Noethen

Deutschstunde

(Kinostart: 3.10.) Kadavergehorsam und Widerstand an der Waterkant: Den Klassiker der Nachkriegsliteratur von Siegfried Lenz verfilmt Regisseur Christian Schwochow gediegen als moralische Grundsatz-Fabel – und spart die Figur des Nazi-Mitläufers Emil Nolde aus.

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Thomas Heise

Heimat ist ein Raum aus Zeit

(Kinostart: 26.9.) Deutschland, eine Trümmerwüste: Die Kette der Katastrophen im 20. Jahrhundert spannt Regisseur Thomas Heise mit Briefen und Notizen seiner Verwandten auf. Dreieinhalb Stunden lang bleischwer bebildert – ein Manifest der Trauer und Resignation.

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Nora Fingscheidt

Systemsprenger

(Kinostart: 19.9.) Freidrehende Kinder und die Grenzen der Sozialsysteme: Die Regisseurin Nora Fingscheidt zeigt so radikal wie konsequent die Not eines gewalttätigen Mädchens, das überall aneckt – und eine Gesellschaft, die damit überfordert ist.

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Alexander Hick

Thinking like a Mountain

(Kinostart: 12.9.) Verletzung des Erdkörpers: Der Dokumentarfilmer Alexander Hick begleitet ein indigenes Volk in den Gipfeln Kolumbiens. Sein exzellent fotografierter Film erzählt von jahrhundertealtem Unrecht und vermeidet exotistische Klischees.

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Petra Lüschow

Petting statt Pershing

(Kinostart: 5.9.) Westdeutschland in den frühen 1980er Jahren: Ökos und Freaks wollen provinziellen Muff vertreiben. Mit ihnen liebäugelt Schülerin Ursula ebenso wie mit ihrem Biolehrer – Regisseurin Petra Lüschow ertränkt ihre Zeitreise in komödiantischer Historisierung.

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Alexandra Maria Lara

Und der Zukunft zugewandt

(Kinostart: 5.9.) Stalins Paranoia trifft DDR-Aufbauhelfer: Regisseur Bernd Böhlich erzählt von einer begeisterten Sozialistin, die vor dem Leben in der DDR in einen Gulag musste. Großes Geschichtskino bietet die behäbige Inszenierung jedoch nicht.

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Peter Evers

A Gschicht über d'Lieb

(Kinostart: 29.8.) Melodram in Mundart: Im schwäbischen 1950er-Jahre-Dorf gehen Bauerntochter und -sohn eine Inzest-Beziehung ein – und fallen sozialer Ächtung anheim. Der kitschfreie Heimatfilm mit heutigen Mitteln von Peter Evers gerät etwas holzschnittartig.

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Franz Rogowski

Ich war zuhause, aber...

(Kinostart: 15.8.) Schlafende Tiere und erschöpfte Menschen auf Autopilot: Regisseurin Angela Schanelec beobachtet unkonventionell den Alltag einer Trauernden – mit eindrücklichen Bilder für Depression zwischen verzerrter Wahrnehmung, Apathie und Weltflucht.

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Ilker Çatak

Es gilt das gesprochene Wort

(Kinostart: 1.8.) Gigolo punktet mit Ehrlichkeit: Regisseur Ilker Çatak erzählt nüchtern von der Scheinehe zwischen einem jungen türkischen Tellerwäscher und einer deutschen Pilotin. Daraus wird – für eine Weile – eine Liebe auf Augenhöhe.

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Erik Schmitt

Cleo

(Kinostart: 25.7.) „Die fabelhafte Welt der Amélie“ in Berlin: Regisseur Erik Schmitt schickt seine Heldin auf Schatzsuche. Sein urbanes Märchen zieht alle Register dessen, was Kino kann – für eine Hommage an den Zauber der Stadt und die Fantasie auf der Leinwand.

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Heiner Lauterbach

Traumfabrik

(Kinostart: 4.7.) Wir sind hier nicht in Hollywood und werden es auch niemals sein: In der ersten eigenen Kino-Produktion von Studio Babelsberg seit 20 Jahren verquickt Regisseur Martin Schreier Liebe mit dem Mauerbau 1961 – leider entsteht nur bessere TV-Kost.

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