Artikel von Eric Mandel (115)

Eric Mandel (*1974, West-Berlin), schreibt seit mehr als 25 Jahren für diverse Zeitungen und Magazine über Musik, Kino und Literatur; gegenwärtig für u.a. Jazzthetik und Jazzthing. Er spielt in mehreren Bands (darunter "X.A.Cute", "Stumpf" und "Atomvulkan Britz"), hat unter verschiedenen Namen eine Reihe von Alben veröffentlicht, legt an Wochenenden Musik auf und ist Mitbetreiber des 2019 gegründeten Labels "Edelfaul Records".

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Timur Bekmambetov

Mercy

(Kinostart: 22.1.) Dr. Kimble gegen die KI: Ein Angeklagter hat 90 Minuten Zeit, seine Unschuld an einem Mord zu beweisen. Die Richterin ist eine Künstliche Intelligenz, doch Regisseur Timur Bekmambetov verpasst jede Gelegenheit, aus der vielversprechenden Prämisse fesselndes Kino zu machen. ...weiter

Philipp Stölzl

Der Medicus 2

(Kinostart: 25.12.) Ex oriente lux: Der Historien-Schmöker von Noah Gordon über einen Engländer, der im 11. Jahrhundert im fernen Persien die Heilkunst erlernt, war ein Top-Bestseller. Nach der ersten Verfilmung 2013 legt Regisseur Philipp Stölzl nach – mit kurzweiligem Themen-Mix samt einigen Ungereimtheiten. ...weiter

Charlotte Sieling

Kein Weg zurück

(Kinostart: 11.12.) Ein Ex-Berufssoldat auf privater Mission: Sein Sohn hat sich in Syrien dem „Islamischen Staat“ angeschlossen – nun versucht sein Vater, ihn zurückzuholen. Das dänische Familiendrama vor Bürgerkriegs-Kulisse inszeniert Regisseurin Charlotte Sieling schlüssig und schnörkellos. ...weiter

Mahdi Fleifel

To a Land Unknown

(Kinostart: 27.11.) Export des Nahost-Konflikts: Zwei Palästinenser, die nach Deutschland fliehen wollen, stranden in Athen – um zu überleben, werden sie kriminell und verlieren ihre Menschlichkeit. Regisseur Mahdi Fleifel porträtiert seine Protagonisten so nüchtern wie eindringlich. ...weiter

Joaquin Phoenix + Emma Stone

Eddington

(Kinostart: 20.11.) Beginnt interessant – und verliert dann den Verstand: Regisseur Ari Aster lässt alle Konflikte in den heutigen USA in einem verschlafenen Provinz-Nest frontal aufeinander krachen. Seine rabenschwarze Action-Horror-Western-Komödie ist raffiniert konstruiert, aber nichts für schwache Nerven. ...weiter

Jennifer Lawrence + Robert Pattinson

Die My Love

(Kinostart: 13.11) Die Leere nach der Geburt: Regisseurin Lynne Ramsay porträtiert ein junges Paar, das sich nach den Flitterwochen rasch entfremdet. Trotz großartiger Hauptdarsteller lässt das Psychodrama ratlos zurück – zu viele miteinander vermengte Realitätsebenen verunklaren, was geschieht. ...weiter

Agnieszka Holland

Franz K.

(Kinostart: 23.10.) So vielschichtig und vieldeutig wie der Autor selbst: Regisseurin Agnieszka Holland hat eine Filmbiographie über Franz Kafka gedreht, die in Sachen Komplexität seinem Werk kongenial entspricht. Keine leichte Kost, sondern ein unbequemer Mehrebenen-Film voller Haken und Ösen. ...weiter

Edward Berger

Ballad of a Small Player

(Kinostart: 16.10.) Rien ne va plus: Colin Farrell erlebt als verschwendungssüchtiger Spieler in der Zocker-Metropole Macau seinen allseitigen Bankrott. Was Regisseur Edward Berger überdrastisch als Selbstdemontage aus allen Körperöffnungen ausmalt – berechtigte Sozialkritik bleibt auf der Strecke. ...weiter

Kathryn Bigelow

A House of Dynamite

(Kinostart: 9.10.) Eine Kugel mit einer Kugel treffen: Regisseurin Kathryn Bigelow spielt durch, was bei einem Atomraketen-Angriff auf die USA passieren würde. Ihr apokalyptisches Gedankenexperiment ist so nüchtern wie präzise und realitätsnah – und gerade deshalb verstörender als jeder Actionfilm. ...weiter

Christian Ditter

Momo

(Kinostart: 2.10.) Aus Zigarren werden Vapes: Michael Endes Fantasy-Geschichte eines Mädchens, das Zeitdieben das Handwerk legt, ist ein Klassiker der Jugendliteratur. Regisseur Christian Ditter verfilmt ihn neu – recht werkgetreu, aber so beschleunigt, als säßen ihm die Grauen Herren und Damen im Nacken. ...weiter