Cristi Puiu

Malmkrog

(MUBI-Start: 3.4.21) Quatschen bis die Revolution kommt: Der rumänische Regisseur Cristi Puiu verfilmt einen russischen Roman von 1900. Darin palavern fünf Adlige über Gott und die Welt – virtuos und folgenlos. Eine spektakulär langatmige Leinwand-Talkshow.

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Zendaya & John David Washington

Malcolm & Marie

(Netflix-Start: 5.2.21) Showdown statt Siegersex: Regisseur Sam Levinson inszeniert den so furiosen wie pointierten Schlagtausch eines ungleichen Paars als Kammerspiel mit Starbesetzung. Durch das Machtgefälle zwischen beiden wird das Private politisch.

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Milo Rau

Das Neue Evangelium

(VoD-Start: 17.12.20) Afrikanische Tomatenpflücker treffen auf römische Legionäre: Regisseur Milo Rau gelingt ein vielschichtiger, gegenwartssatter Bibelfilm. Zugleich bezieht er sich auf Pasolinis Interpretation des Matthäus-Evangelium von 1964.

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Bertrand Bonello

Zombi Child

(Kinostart: 8.10.) Exotismus statt ethnologischem Interesse: Der französische Regisseur Bertrand Bonello verfolgt zwar den Zombie-Mythos zurück zu seinen Voodoo-Ursprüngen auf Haiti, benutzt ihn aber nur für einen – gelungen inszenierten – Horrorfilm.

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Oskar Roehler

Enfant Terrible

(Kinostart: 1.10.) Fassbinder auf Fassbinder anwenden: Regisseur Oskar Roehler, Enfant Terrible des deutschen Gegenwartskinos, verfilmt das Leben seines Regie-Idols. Als bewundernswert stringente und selbstreflexive Fan-Hommage – aber auch als reinen Männerfilm.

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Georgi Danelija

Kin-Dza-Dza!

(Kinostart: 10.9.) Mit Streichhölzern durch die Galaxis: 1986 drehte der sowjetische Regisseur Georgi Danelija während der Perestroika eine SciFi-Groteske, die anarchischen Witz à la Monty Python mit sarkastischer Systemkritik verband – sein Kultfilm läuft endlich hier an.

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Massoud Bakhshi

Yalda (A Night for Forgiveness)

(Kinostart: 27.8.) Blutgeld und Einschaltquoten: Der Regisseur Massoud Bakhshi erzählt eindrücklich von einer zum Tode verurteilten jungen Frau, die in einer Reality-Show um ihr Leben kämpft – dieses Fernsehformat gibt es im Iran wirklich.

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Sandra Hüller

Exil

(Kinostart: 20.8.) Weitergehen, ohne je anzukommen: Wie Kafkas Landvermesser K. jagt der kosovarische Ingenieur Xhafer einem unerreichbaren Ziel hinterher – der Integration. Seine wachsende Paranoia registriert Regisseur Visar Morina mit unbarmherziger Präzision.

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Andrew Onwubolu

Blue Story – Gangs of London

(Kinostart: 25.6.) Auf derselben Schule, aber in verfeindeten Gangs: Zwei Freunde werden in ein brutales Rachedrama hineingezogen. Das Ghetto-Sozialdrama des britischen Rappers Andrew Onwubolu wirkt authentisch, aber im Vergleich zu Genre-Klassikern etwas epigonal.

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Adele Schmidt +J. Zegarra Holder

Krautrock 1

(Kinostart: 18.6.) Belächelte Propheten im eigenen Land: Die Regisseure Adele Schmidt und José Zegarra Holder zeichnen die Geschichte des Krautrock nach. Zwar mit Leerstellen, aber durchaus erhellend – und so vielstimmig, wie es bei diesem Phänomen angemessen ist.

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