Artikel von Oliver Heilwagen (394)

Jahrgang 1968, Studium der Geschichte, Philosophie und Volkswirtschaft in Göttingen, Bordeaux, Berlin und Moskau. Rundfunk-Volontariat, danach Redakteur und/oder Autor für diverse Medien, u.a. bei F.A.Z., Die Welt, Der Tagesspiegel, Berliner Zeitung, Deutschlandradio, Netzeitung und kultiversum - Die Kulturplattform. Mitgründer und seit 2011 V.i.S.d.P von Kunst+Film. Interessen: Alte Meister, ost- und außereuropäische Kunst sowie Autorenfilme mit dem, was früher "gesellschaftliche Relevanz" hieß.

Alle Autoren bei kunstundfilm.de

Andreas Koefoed

The Lost Leonardo

(Kinostart: 23.12.) „Salvator Mundi“ ist das teuerste und umstrittenste Gemälde der Welt: Stammt es von Leonardo da Vinci oder nicht? Seinen präzise argumentierenden Indizien-Prozess erweitert Doku-Regisseur Andreas Koefoed zum fesselnden Lehrstück über heutige Machtpolitik. ...weiter

Sergei Bondartschuk

Krieg und Frieden (WA)

(Kinostart: 18.11.) Das größte Kino-Epos aller Zeiten: Die siebenstündige Verfilmung des Romans von Leo Tolstoi durch Regisseur Sergej Bondartschuk brach 1966/67 alle Rekorde. Nun kommt sie digital restauriert wieder ins Kino: Nie sah sowjetischer Größenwahn besser aus. ...weiter

Eugene Boateng

Borga

(Kinostart: 28.10.) Reich werden ist schwer, reich scheinen umso mehr: Im Film von Regisseur York-Fabian Raabe gaukelt ein Exilant seiner Familie in Ghana Wohlstand vor – und ruiniert sich beinahe damit. Ein faszinierend facettenreiches Nord-Süd-Drama aus schwarzer Sicht. ...weiter

Berlin

Neueröffnung Museen Humboldt Forum

Globalkunst ohne Globalisierung: Das Humboldt Forum ergibt sich der Postkolonialismus-Debatte, betrachtet aber ansonsten alle Kulturen isoliert. Trotz steriler Überwältigungs-Ästhetik beglückt das Wiedersehen mit fantastischen Meisterwerken. ...weiter

Mohammad Rasoulof

Doch das Böse gibt es nicht

(Kinostart: 19.8.) Im Angesicht der Todesstrafe: In vier Episoden dekliniert der iranische Regisseur Mohammad Rasoulof durch, wie sich Individuen vor Hinrichtungen verhalten. Sein Berlinale-Gewinnerfilm 2020 beeindruckt durch existentielle Wucht und grausige Aktualität. ...weiter

Hu Guan

The 800

(DVD-Start: 22.4.21) Der kommerziell erfolgreichste Film 2020: Regisseur Hu Guan schildert in perfekter Action-Ästhetik eine Episode der japanisch-chinesischen Schlacht um Schanghai – mit verräterischen Einblicken in den Neomaoismus unter Staatschef Xi Jinping. ...weiter

71. Berlinale

Phantom-Festival der Anti-Ästhetik

Festspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Nur das Fachpublikum sah alle Filme online. Dagegen blieben die Jury-Entscheidungen der langjährigen Tradition treu; Polit-Pädagogik und spröde Dokus zählen mehr als großes Kino. ...weiter

Berlin

Dekadenz - Belgischer Symbolismus

In der Peepshow der klassischen Moderne: Der Symbolismus in Belgien war erotischer, drastischer und düsterer als im übrigen Europa. Ihn stellt die Alte Nationalgalerie mit einer hervorragenden Auswahl erstklassiger Werke erstmals hierzulande ausführlich vor. ...weiter

Hildesheim

Voodoo

Von Göttern im alten Ägypten bis zu Grabschändung auf Haiti: Voodoo ist eine auf drei Kontinenten verbreitete Weltreligion. Deren Varianten stellt das Roemer-Pelizaeus-Museum in einer fabelhaft verschwenderisch bestückten Ausstellung vor – so umfassend wie noch nie. ...weiter

Marco Bellocchio

Il Traditore– Cosa-Nostra-Kronzeuge

(Kinostart: 13.8.) Wie man eine Verbrecher-Organisation zerschlägt: Der Kronzeuge Tommaso Buscetta brachte in den 1980/90ern Hunderte von Mafiosi in den Knast. Das zeichnet Regisseur Marco Bellocchio grandios nüchtern und schnörkellos nach – ein monumentales Anti-Mafia-Epos. ...weiter