Artikel von Oliver Heilwagen (385)

Jahrgang 1968, Studium der Geschichte, Philosophie und Volkswirtschaft in Göttingen, Bordeaux, Berlin und Moskau. Rundfunk-Volontariat, danach Redakteur und/oder Autor für diverse Medien, u.a. bei F.A.Z., Die Welt, Der Tagesspiegel, Berliner Zeitung, Deutschlandradio, Netzeitung und kultiversum - Die Kulturplattform. Mitgründer und seit 2011 V.i.S.d.P von Kunst+Film. Interessen: Alte Meister, ost- und außereuropäische Kunst sowie Autorenfilme mit dem, was früher "gesellschaftliche Relevanz" hieß.

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Hildesheim

Voodoo

Von Göttern im alten Ägypten bis zu Grabschändung auf Haiti: Voodoo ist eine auf drei Kontinenten verbreitete Weltreligion. Deren Varianten stellt das Roemer-Pelizaeus-Museum in einer fabelhaft verschwenderisch bestückten Ausstellung vor – so umfassend wie noch nie.

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Marco Bellocchio

Il Traditore– Cosa-Nostra-Kronzeuge

(Kinostart: 13.8.) Wie man eine Verbrecher-Organisation zerschlägt: Der Kronzeuge Tommaso Buscetta brachte in den 1980/90ern Hunderte von Mafiosi in den Knast. Das zeichnet Regisseur Marco Bellocchio grandios nüchtern und schnörkellos nach – ein monumentales Anti-Mafia-Epos.

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Stuttgart + Wien

Azteken

Vor 500 Jahren zerstörte der Spanier Cortès das Reich der Azteken; ihre Hauptstadt wurde von den Eroberern buchstäblich begraben. Wie faszinierend ihre fremdartige Kultur war, zeigen Lindenmuseum und Weltmuseum mit einer opulent bestückten Überblicks-Schau.

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Jaroslav Rudiš

Nationalstrasse

(Kinostart: 11.6.) Porträt des Wutbürgers als kindlich Versehrter: Ein gewitzter Schläger aus dem Plattenbau-Ghetto erobert Europas Theaterbühnen. Den Roman von Jaroslav Rudiš verfilmt Štěpán Altrichter etwas blutleer, aber mit furiosem Hauptdarsteller.

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70. Berlinale

Verwelkter Vorschusslorbeer

Mit dem Goldenen Bären für „There Is No Evil“ von Mohammad Rasoulof kürte die Jury ein Polit-Drama hoch verdient zum Gewinnerfilm. Das neue Leitungs-Duo hat das Festival nur halbherzig reformiert; der zusätzliche „Encounters“-Wettbewerb wirkt überflüssig.

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Dresden

Jan und Eva Švankmajer 

Alle Macht der Imagination: Das Ehepaar Švankmajer zählt zu den bedeutendsten Surrealisten in Tschechien. Ihr einzigartiges Werk zwischen Puppentheater, Fabelwesen und Trickfilmen präsentiert der Lipsiusbau kongenial als prachtvolle Wunderkammer.

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Münster

Turner – Horror and Delight

Meister des Lichts: Mit radikal subjektiven Landschaftsansichten wurde William Turner zum Wegbereiter des Impressionismus. Dem bedeutendsten britischen Maler des 19. Jahrhunderts widmet das LWL-Museum für Kunst und Kultur eine fulminante Werkschau.

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Stanley Nelson

Miles Davis – Birth of the Cool

(Kinostart: 2.1.) Jazz als permanente Revolution: Der Trompeter Miles Davis hat die Musik des 20. Jahrhunderts verändert wie kein zweiter. Regisseur Stanley Nelson gelingt ein kaleidoskopartiges Doku-Porträt, das Schattenseiten und Schwächen nicht ausspart.

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Berlin

Durch Mauern gehen

Vom Elend der Polit-Kunst: Die Gruppenausstellung im Martin-Gropius-Bau zum 30. Jahrestag des Mauerfalls wirkt so diffus wie beliebig. Doch sie passt zum Programm der neuen Direktorin, die ein Massenpublikum mit Avantgarde-Positionen zwangsbeglücken will.

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Thomas Piketty

Das Kapital im 21. Jahrhundert

(Kinostart: 17.10.) Erhöht die Spitzensteuersätze! Nur dadurch lassen sich Demokratie und Wohlstand erhalten, so der Ökonom Thomas Piketty. Seinen Weltbestseller von 2014 hat Regisseur Justin Pemberton brillant verfilmt: so komplex wie anschaulich, furios und präzise.

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