Dev Patel + Tilda Swinton

David Copperfield

(Kinostart: 24.9.) Roman-Biographie als Gag-Feuerwerk: In seiner Verfilmung des Klassikers von Charles Dickens stürzt sich Regisseur Armando Iannucci vor allem auf komisch exzentrische Episoden; dabei gerät die Sozialkritik der Vorlage etwas ins Hintertreffen.

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25.09.2020

Faraz Shariat

Futur Drei

(Kinostart: 24.9.) Schwules Online-Dating statt Mullah-Regime: Ein junger Exilperser lebt in der deutschen Provinz in den Tag hinein – bis er sich in einen iranischen Flüchtling verliebt. Debütfilm von Regisseur Faraz Shariat mit viel Sendungs- und Stilbewusstsein.

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24.09.2020

Nina Hoss

Pelikanblut

(Kinostart: 24.9.) Traumatisiert oder besessen? Regisseurin Katrin Gebbe inszeniert ihr Drama um ein gewalttätiges Adoptivkind als überraschenden Genre-Mix – mit einer brillanten Nina Hoss als Mutter zwischen Entschlossenheit und Überforderung.

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21.09.2020

Berlin

Gezeichnete Stadt – 1945 bis heute

Stadtspaziergang für Flaneure: Die Berlinische Galerie zeichnet nach, wie sich das Erscheinungsbild der Metropole in der Grafik der letzten 75 Jahre verändert hat. Als Archäologie des Urbanen: Zum Vorschein kommen etliche Orte und Menschen, die es längst nicht mehr gibt.

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16.09.2020

Kristen Stewart

Jean Seberg – Against all Enemies

(Kinostart: 17.9.) Chanel-Kostüme und heimliche Verehrer statt dubioser Polizei-Machenschaften: Regisseur Benedict Andrews verschenkt im Biopic über die Schauspielerin und Bürgerrechtsaktivistin Jean Seberg das Potenzial ihrer dramatischen Lebensgeschichte.

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Roy Andersson

Über die Unendlichkeit

(Kinostart: 17.9.) Mit Künstlichkeit die Normalität zerlegen: Regisseur Roy Andersson inszeniert scheinbar beiläufige Alltagsmomente und zeigt dabei die Verlorenheit des Einzelnen. So entsteht ein melancholisch-lakonisches Panorama der Entfremdung.

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15.09.2020

Marina Abramović + Shirin Neshat

Body of Truth

(Kinostart: 10.9.) Frauenpower im Quartett: Regisseurin Evelyn Schels porträtiert vier erfolgreiche Künstlerinnen, die mit Ausdrucksformen des Körpers arbeiten. In der optisch gefälligen Doku bleiben Fragen nach dem, was sie verbindet, oder gar Kritik außen vor.

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09.09.2020

Berlin

11. Berlin Biennale

Kunst als Traumatherapie und Sozialarbeit: Die 11. Berlin Biennale versteht sich als Gedenkkapelle für benachteiligte Minderheiten. Ihre Theologie der Befreiung geht einher mit geistiger und ästhetischer Schlichtheit, aus der nur wenige Arbeiten positiv herausragen.

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08.09.2020

Baichwal+ De Pencier+ Burtynsky

Die Epoche des Menschen

(Kinostart: 10.9.) Die Welt als Nussschale: Drei kanadische Filmemacher führen vor, wie menschliche Eingriffe die Erde prägen. Ihr betörender Bilderbogen wechselt ständig die Schauplätze und überflutet den Zuschauer, was ihn ratlos zurücklässt.

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Georgi Danelija

Kin-Dza-Dza!

(Kinostart: 10.9.) Mit Streichhölzern durch die Galaxis: 1986 drehte der sowjetische Regisseur Georgi Danelija während der Perestroika eine SciFi-Groteske, die anarchischen Witz à la Monty Python mit sarkastischer Systemkritik verband – sein Kultfilm läuft endlich hier an.

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07.09.2020

Jan Komasa

Corpus Christi

(Kinostart: 3.9.) Die Letzten werden die Ersten sein: Ein junger Häftling gibt sich als Landpfarrer aus. Das packende Dorf-Drama von Regisseur Jan Komasa fesselt durch seinen charismatischen Hauptdarsteller – und bietet tiefe Einblicke in die katholische polnische Provinz.

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02.09.2020

Hildesheim

Voodoo

Von Göttern im alten Ägypten bis zu Grabschändung auf Haiti: Voodoo ist eine auf drei Kontinenten verbreitete Weltreligion. Deren Varianten stellt das Roemer-Pelizaeus-Museum in einer fabelhaft verschwenderisch bestückten Ausstellung vor – so umfassend wie noch nie.

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01.09.2020

Stéphane Batut

Der flüssige Spiegel

(Kinostart: 3.9.) Persönliche Begleitung ins Jenseits: Das beschäftigt einen jungen Geist in Paris – bis sich eine Lebende in ihn verliebt. Der Debüt-Spielfilm von Regisseur Stéphane Batut oszilliert überzeugend zwischen Naturalismus und Traum; nur das Ende fällt deutlich ab.

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Midi Z

Nina Wu

(Kinostart: 3.9.) Missbrauch führt zur Psychose: Regisseur Midi Z beleuchtet eindrucksvoll Sexismus und Ausbeutung in der Filmindustrie. Sein komplex konstruierter und stilsicher inszenierter Thriller zeigt die #MeToo-Thematik aus taiwanesischer Perspektive.

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31.08.2020

Christopher Nolan

Tenet

(Kinostart: 26.8.) Der Feind ist unsere eigene Frage als Gestalt: In seinem SciFi-Spionage-Thriller lässt Regisseur Christopher Nolan die Zeit rückwärts laufen – parallel zur Normalzeit. Etliche James-Bond-Anleihen ergeben ein absurdes Action-Gedankenspiel aus einem Guss.

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26.08.2020

Diao Yinan

See der wilden Gänse

(Kinostart: 27.8.) Sterben in Schönheit: Regisseur Diao Yinan, Berlinale-Gewinner 2014, hat einen weiteren Neo-Noir-Thriller in Chinas Provinz gedreht. Seine exquisite Bildgestaltung geht aber zu Lasten von Handlungslogik und Figurenzeichnung.

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Massoud Bakhshi

Yalda (A Night for Forgiveness)

(Kinostart: 27.8.) Blutgeld und Einschaltquoten: Der Regisseur Massoud Bakhshi erzählt eindrücklich von einer zum Tode verurteilten jungen Frau, die in einer Reality-Show um ihr Leben kämpft – dieses Fernsehformat gibt es im Iran wirklich.

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25.08.2020

München

Feelings – Kunst und Emotion

Reine Gefühlssache: Die Pinakothek der Moderne zeigt 100 Werke der zeitgenössischen Kunst bar jeder Erläuterung. Beim Rundgang durch einen kunterbunten Bilderbogen wird deutlich: Ohne Informationen wirkt jede Arbeit entweder missverständlich oder beliebig.

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Berlin

Wiedereröffnung Jüdisches Museum

Fünf Jahre Vorbereitungszeit, mehr als 1000 Exponate: Die neue Dauerausstellung im Jüdischen Museum Berlin ist eine Schau der Superlative. Als gelungene Gratwanderung zwischen Information und sinnlicher Anschauung – nur das Ende franst aus.

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22.08.2020

Mišel Matičević

Ich bin kein Macho, sondern scheu

Im Hamsterrad des Verdachts: Im Drama „Exil“ spielt Mišel Matičević einen gut integrierten Ingenieur aus dem Kosovo, der argwöhnt, diskriminiert zu werden. Solche Erfahrungen seien ihm nicht fremd, erzählt Matičević im Interview.

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20.08.2020
Sandra Hüller

Exil

(Kinostart: 20.8.) Weitergehen, ohne je anzukommen: Wie Kafkas Landvermesser K. jagt der kosovarische Ingenieur Xhafer einem unerreichbaren Ziel hinterher – der Integration. Seine wachsende Paranoia registriert Regisseur Visar Morina mit unbarmherziger Präzision.

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18.08.2020

Ethan Hawke

Tesla

(Kinostart: 20.8.) Wie ein Griff in die Steckdose: Das Leben des exzentrischen Elektro-Erfinders Nikola Tesla verfilmt Regisseur Michael Almereyda als wirre Freistil-Übung – bedeutungshuberndes Technik-Geschwafel dürfte alle Nicht-Nerds abschrecken.

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17.08.2020

Marco Bellocchio

Il Traditore– Cosa-Nostra-Kronzeuge

(Kinostart: 13.8.) Wie man eine Verbrecher-Organisation zerschlägt: Der Kronzeuge Tommaso Buscetta brachte in den 1980/90ern Hunderte von Mafiosi in den Knast. Das zeichnet Regisseur Marco Bellocchio grandios nüchtern und schnörkellos nach – ein monumentales Anti-Mafia-Epos.

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12.08.2020

Javier Bardem + Ellen Fanning

Wege des Lebens – Roads not taken

(Kinostart: 13.8.) Papa ist Gemüse: Eine Tochter müht sich mit ihrem demenzkranken Vater ab, der von quälenden Visionen heimgesucht wird. Dessen Innenleben veranschaulicht Regisseurin Sally Potter plausibel; Javier Bardem spielt ihn meisterlich nuanciert.

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11.08.2020

Marcell Jankovics

Sohn der weissen Stute

(Kinostart: 13.8.) Psychedelischer Rausch trifft Volksmärchen: Der Regisseur Marcell Jankovics schuf vor fast 40 Jahren eine wilde Orgie an Farben und Formen. Nun ist sein inhaltlich eher traditionelles Märchen endlich hierzulande zu bewundern.

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10.08.2020