Christian Petzold

Sie haben ihre Figuren getanzt

In „Undine“ belebt Regisseur Christian Petzold den Wassergeist-Mythos für eine tödlich unbedingte Liebesgeschichte. Damit wolle er auch Geheimnisse und den Zauber von Berlin bewahren, der zurzeit zerstört wird, erklärt er im Interview.

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Christian Petzold

Undine

(Kinostart: 2.7.) Gefühlsrausch unter Wasser: Mit ihrem neuen Geliebten lehnt sich Paula Beer als Wassergeist gegen einen fatalen Mythos auf. Regisseur Christian Petzold verwebt Archaik und Gegenwart zur ergreifend schönen Geschichte einer unmöglichen Liebe.

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Nikolaj Coster-Waldau

Suicide Tourist

(Kinostart: 2.7.) Halbherzig in den Freitod: Regisseur Jonas Alexander Arnby beleuchtet in seinem emotional gleichförmigen Drama das Innenleben eines Selbstmörders und die Implikationen von aktiver Sterbehilfe – der Film wirkt etwas unentschlossen.

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Yann L'Hénoret

Jean Paul Gaultier: Freak & Chic

(Kinostart: 2.7.) Immer schön das Heft in der Hand behalten: Modedesigner Jean Paul Gaultier, berühmt für schräge Entwürfe, inszeniert sein Leben als Revue-Show. Dabei begleitet ihn Regisseur Yann L’Hénoret: für ein Feuerwerk der schrill-bunten Kostüme, aber brav inszeniert.

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Jean-Louis Trintignant

Die schönsten Jahre eines Lebens

(Kinostart: 2.7.) Schürzenjagen bis ins hohe Alter: Ein halbes Jahrhundert später erzählt Regisseur Claude Lelouch den Nouvelle-Vague-Klassiker weiter, der ihn einst berühmt machte. Das ist bisweilen berührend, oft vorhersehbar und etwas betulich.

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Clint Eastwood

Der Fall Richard Jewell

(Kinostart: 25.6.) Retter oder Versager: Regisseur Clint Eastwood inszeniert die wahre und wechselvolle Geschichte eines Wachmanns als klassisches Underdog-Drama. Nach einer heroischen Rettungsaktion geriet er selbst ins Visier der Ermittler.

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Andrew Onwubolu

Blue Story – Gangs of London

(Kinostart: 25.6.) Auf derselben Schule, aber in verfeindeten Gangs: Zwei Freunde werden in ein brutales Rachedrama hineingezogen. Das Ghetto-Sozialdrama des britischen Rappers Andrew Onwubolu wirkt authentisch, aber im Vergleich zu Genre-Klassikern etwas epigonal.

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Tobias Moretti

Gipsy Queen

(Kinostart: 25.6.) Sich durchschlagen für soziale Integration: Eine Roma-Frau in Hamburg trainiert für ihr Comeback als Boxerin. Gelungene Milieuschilderung mit eindrucksvoller Hauptdarstellerin von Regisseur Hüseyin Tabak, der seinen Film leider thematisch überfrachtet.

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Mark Waschke

Der Geburtstag

(Kinostart: 25.6.) Ein Kindergeburtstag lässt in Abgründe blicken: In seiner Schwarzweiß-Tragikomödie über elterliche Überforderung zitiert Regisseur Carlos Andrés Morelli munter aus der Filmgeschichte und beweist dabei geschmackssicher fein dosierten Stilwillen.

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Frankfurt am Main

Fantastische Frauen

Von wegen Macho-Ästhetik: Surrealistische Künstlerinnen behandelten in ihren Werken Sinnlichkeit und Erotik auf sehr spielerische und originelle Weise. Das führt eine fulminante Überblicks-Schau der Schirn Kunsthalle variantenreich vor – eine echte Entdeckung.

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Nuri Bilge Ceylan

The Wild Pear Tree

(Kinostart: 18.6.) Allegorie der Jungakademiker-Arroganz: Ein Nachwuchsautor in der Provinz publiziert sein erstes Buch – das keiner liest. Der türkische Regisseur Nuri Bilge Ceylan, sonst ein Meister subtiler Charakter-Analysen, walzt diesmal seinen Stoff zu breit aus.

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Adele Schmidt +J. Zegarra Holder

Krautrock 1

(Kinostart: 18.6.) Belächelte Propheten im eigenen Land: Die Regisseure Adele Schmidt und José Zegarra Holder zeichnen die Geschichte des Krautrock nach. Zwar mit Leerstellen, aber durchaus erhellend – und so vielstimmig, wie es bei diesem Phänomen angemessen ist.

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Ulrike Ottinger

Paris Calligrammes

(Kinostart: 11.6.) Wie sie wurde, was sie ist: Ethno-Dokumentarfilmerin Ulrike Ottinger lässt ihre künstlerischen Anfänge in Paris Revue passieren. Im kulturellen Zentrum der damaligen Welt kamen viele Einflüsse zusammen; dazu liefert diese Doku informative Fußnoten.

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Potsdam

Monet. Orte

Eine Europa-Rund- als Lebens-Reise: Auf der Suche nach neuen visuellen Reizen durchquerte Ober-Impressionist Claude Monet den halben Kontinent. Wie sehr seine Malweise vom jeweiligen Motiv abhing, zeigt eine opulente Werkschau im Museum Barberini.

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Jaroslav Rudiš

Nationalstrasse

(Kinostart: 11.6.) Porträt des Wutbürgers als kindlich Versehrter: Ein gewitzter Schläger aus dem Plattenbau-Ghetto erobert Europas Theaterbühnen. Den Roman von Jaroslav Rudiš verfilmt Štěpán Altrichter etwas blutleer, aber mit furiosem Hauptdarsteller.

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Chemnitz + Paderborn

Leben am Toten Meer

Unwirtlich, aber seit jeher sehr populär: Orte an den Ufern des Toten Meeres zählen zu den ältesten der Welt. Eindrucksvolle kulturelle Zeugnisse aus 10.000 Jahren präsentieren SMAC und Kaiserpfalz-Museum als aufwändig und originell inszenierte Rundreise.

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Alejandro Landes

Monos – Zwischen Himmel und Hölle

(Kinostart: 4.6.) „Herr der Fliegen“ im Stil von Werner Herzog: Eine jugendliche Guerilla-Truppe im Dschungel von Lateinamerika wird durch ihre Gruppendynamik gesprengt. Das fasst Regisseur Alejandro Landes in eine surreal anmutende Parabel mit fesselnden Bildern.

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Emin Alper

Eine Geschichte von drei Schwestern

(Kinostart: 4.6.) Nach Istanbul, nach Istanbul: Regisseur Emin Alper porträtiert drei Schwestern, die in einem archaischen Bergdorf in Zentralanatolien festsitzen. Seine genau beobachtete Sozialstudie beeindruckt vor allem durch großartige Landschaftsaufnahmen.

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Berlin

Raffael in Berlin

Unten Madonnen, oben Meister-Grafik: Zum 500. Todestag verteilen die Staatlichen Museen ihre Raffael-Bestände auf zwei Ausstellungen. Die kleinteilige Präsentation erstaunt, zeigt aber auch, wie wichtig Kupferstiche von Kollegen für die Popularisierung seines Werks war.

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Stefan Ruzowitzky

Narziss und Goldmund

(Kinostart: 12.3.) Odyssee statt Homoerotik: Regisseur Stefan Ruzowitzky adaptiert Hermann Hesses Klassiker als Abenteuerfilm. Die etwas hanebüchene Inszenierung wirkt am besten, sobald die Freundschaft des Duos im Mittelpunkt steht.

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Haifaa Al Mansour

Die perfekte Kandidatin

(Kinostart: 12.3.) Wahlkämpferin wider Willen: Anstatt zu emigrieren, bewirbt sich eine Ärztin für den Gemeinderat. Was in Saudi-Arabien einem Spießrutenlauf gleicht: Regisseurin Haifaa Al Mansour zeichnet ein subtiles Bild der patriarchalen Verhältnisse.

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Leipzig

Link in Bio- Kunst + soziale Medien

Digitaltechnik mit ihren eigenen Mitteln schlagen: Mit Algorithmen und sozialen Medien kommentieren und kritisieren junge Künstler die virtuelle Realität. Ihre Werke fallen oft recht konventionell aus – das zeigt eine Schau im Museum für bildende Künste.

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Catherine Deneuve

La Vérité – Leben und lügen lassen

(Kinostart: 5.3.) Slapstickhaft durch familiäre Untiefen: Regisseur Hirokazu Kore-eda inszeniert locker-flockig die schwierige Beziehung einer Schauspieldiva zu ihrer Tochter. Ein schräger Film im Film ist nur eine von vielen originellen Ideen.

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Anna Hepp

800 mal einsam– Tag mit Edgar Reitz

(Kinostart: 5.3.) Baumwurzel mit Talblick: Mit seiner monumentalen „Heimat“-Trilogie hat Autorenfilmer Edgar Reitz fast im Alleingang die deutsche Vergangenheit kulturell rehabilitiert. Ihm widmet Anna Hepp ein arg improvisiertes und manieriertes Film-Porträt.

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70. Berlinale

Verwelkter Vorschusslorbeer

Mit dem Goldenen Bären für „There Is No Evil“ von Mohammad Rasoulof kürte die Jury ein Polit-Drama hoch verdient zum Gewinnerfilm. Das neue Leitungs-Duo hat das Festival nur halbherzig reformiert; der zusätzliche „Encounters“-Wettbewerb wirkt überflüssig.

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