Venedig

59. Biennale Venedig: The Milk of Dreams

Alles wuchert, wabert und wandelt sich unaufhörlich: Die Mega-Ausstellung in der Lagunenstadt feiert die Fantasie, Mythen und das Irrationale. Kuratorin Cecilia Alemani reagiert auf das von Corona erschütterte Körperbewusstsein – sie lässt Tiere und Pflanzen mit Menschenleibern verschmelzen. ...weiter
18.05.2022

David Kross

Leander Haußmanns Stasikomödie

(Kinostart: 12.5.) Back in the GDR: Nach „Sonnenallee“ und „NVA“ komplettiert Regisseur Leander Haußmann seine DDR-Trilogie. Mit einem unbedarften Nachwuchs-Spitzel, der Gefallen am wilden Leben im Prenzlauer Berg findet – die biedere und vorhersehbare Story schlägt kaum witzige Funken. ...weiter

Bastian Günther

One of these Days

(Kinostart: 19.5.) Mit Handauflegen ein Auto gewinnen: Dafür harrt eine Gruppe von Texanern tagelang schlaflos aus. Über ihren Ausdauer-Wettbewerb in Leidensfähigkeit dreht Regisseur Bastian Günther ein stimmiges Gesellschafts-Paranoma der US-Unterschicht. ...weiter
17.05.2022

Heidi Specogna

Stand up my Beauty

(Kinostart: 19.5.) Kaffeeklatsch in Addis Abeba: Regisseurin Heidi Specogna lässt eine äthiopische Sängerin mit anderen Frauen über Zwangsverheiratung und Unterdrückung palavern. Die wortreiche Doku mit Musikeinlagen und Bauwut-Impressionen gerät zum beliebigen Bildersalat. ...weiter
16.05.2022

Berlin

Beirut and the Golden Sixties

Die lange Levante-Party der 1960er Jahre: Damals war Beirut Banktresor und Amüsiermeile der arabischen Welt. Und ihr Kulturzentrum – Kunst, die dort entstand, beeindruckt durch Virtuosität und Sinnlichkeit. Das führt ein faszinierender Epochen-Rückblick im Gropius Bau mit origineller Inszenierung vor. ...weiter
12.05.2022

Pan Nalin

Das Licht, aus dem die Träume sind

(Kinostart: 12.5.) Dieses Licht kommt natürlich aus dem Projektor: Der indische Regisseur Pan Nalin erinnert sich an die Aufregung der ersten Kinobesuche. Als Porträt eines neunjährigen Jungen, der sein eigenes Lichtspielhaus einrichtet – gefühlsseliger Balsam für Cineasten-Seelen. ...weiter
11.05.2022

Marie Noëlle

Heinrich Vogeler - Aus dem Leben eines Träumers

(Kinostart: 12.5.) Erst dekorativer Jugendstil-Künstler, dann Propagandist der Sowjetmacht: Heinrich Vogeler wechselte radikal die Seiten – weswegen er lange ignoriert wurde. Ihm widmet Regisseurin Marie Noëlle ein schräges „Doku-Fiktion-Kaleidoskop“, das ihm durchaus gerecht wird. ...weiter
10.05.2022

Julian Radlmaier

Blutsauger

(Kinostart: 12.5.) Ausgebeutete bis aufs Blut ausquetschen: Regisseur Julian Radlmaier nimmt die Metapher von Kapitalisten als Vampire wörtlich – er macht daraus eine bizarre Agitprop-Sittenkomödie zwischen Marx, Goldenen Zwanzigern und stalinistischer Verfolgung. ...weiter
09.05.2022

Tilda Swinton

Memoria

(Kinostart: 5.5.) Ein Knall im Kopf, den kein anderer hört: Tilda Swinton sucht in Kolumbien nach Ursachen für ihre akustischen Halluzinationen. Daraus webt der thailändische Regisseur Apichatpong Weerasethakul eine fein gesponnene, vieldeutig schillernde Fabel über Geschichte und Erinnerung. ...weiter
04.05.2022

Hamburg

Making History – Hans Makart und die Salonmalerei des 19. Jahrhunderts

Ein kalkulierter Skandal: Auf seinem monumentalen Historienbild von Karl V. ließ Hans Makart 1878 feine Wiener Damen nackt um den Kaiser tänzeln. Der 50 Quadratmeter große Ölschinken prangt wieder in der Kunsthalle – als Blickfang einer prunkvollen Ausstellung über Salonmalerei-Schaueffekte. ...weiter

David Teboul

Sigmund Freud – Freud über Freud

(Kinostart: 5.5.) Ein gottloser Jude entdeckt das Unbewusste: Freud war einer der bedeutendsten Denker des 20. Jahrhunderts. Ihn porträtiert Regisseur David Teboul eindrucksvoll mit Korrespondenz-Zitaten – kongenial illustriert durch einfallsreich verfremdete Archiv- und Symbolbilder. ...weiter
03.05.2022

Majid Majidi

Sun Children

(Kinostart: 5.5.) Schatzsuche mit doppeltem Boden: Regisseur Majid Majidi lässt Straßenkinder in Teheran nach Kostbarem graben – in ihrer Schule. Sie finden nicht, was sie suchen; doch dieses rasante und mitreißende Sozialdrama ist voller authentischer Einblicke in den iranischen Alltag. ...weiter
02.05.2022

München

Gruppendynamik – Kollektive der Moderne

Gemeinsam sind wir avantgardistisch: Das Lenbachhaus führt vor, wie Künstlerkollektive auf allen Kontinenten im 20. Jahrhundert nach neuen Bild- und Formensprachen suchten. Als hervorragend dokumentierte Weltreise durch die Moderne – obwohl sie ihr selbstgestecktes Ziel verfehlt. ...weiter
27.04.2022

Andreas Dresen

Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush

(Kinostart: 28.4.) Politskandal-Chronik als Wohlfühl-Film: Die Affäre um den unschuldigen Guantánamo-Häftling Murat Kurnaz zeichnet Regisseur Andreas Dresen aus der Perspektive seiner Mutter Rabiye nach. Die spielt Meltem Kaptan als kalauernde Betriebsnudel; dafür bekam sie einen Silbernen Bären. ...weiter

Michelle Yeoh

Everything Everywhere All At Once

(Kinostart: 28.4.) Das Finanzamt als Tor zum Paralleluniversum: Weil sie Ärger mit der Steuererklärung hat, mutiert eine chinesische Hausfrau zur multiplen Superheldin. Überbordendes Ideen- und Bildergewitter vom Regieduo Kwan/ Scheinert für ein knallbuntes Anarcho-Märchen. ...weiter

Florence Miailhe

Die Odyssee

(Kinostart: 28.4.) Flucht als ewige Menschheits-Erfahrung: Regisseurin Florence Miailhe schildert die Suche zweier Geschwister nach einem sicheren Ort als zeitlose Parabel. Dafür nutzt sie eine einzigartige Technik – die Künstlerin malt jedes Einzelbild mit Ölfarben auf Glas. ...weiter
25.04.2022

Bern

Jean-Frédéric Schnyder

Vom Lego-Wolkenkratzer zum Korken-Kapitän: Schnyder fing mit Konzeptkunst an und eignete sich im Lauf der Zeit alle möglichen Bildsprachen an. Mit radikalem Eklektizismus wurde er ein ironischer Chronist der Schweizer Lebensart; nun widmen ihm Kunsthalle und Kunstmuseum eine Doppel-Retrospektive. ...weiter
22.04.2022

Nicole Kidman + Ethan Hawke

The Northman

(Kinostart: 21.4.) Historienfilm als Heldensage: Regisseur Robert Eggers verfilmt einen nordischen Mythos, der schon Shakespeare zu „Hamlet“ inspirierte. Mit sorgfältigem Zeitkolorit, drastischen Schocks und mitreißendem Erzählfluss vergegenwärtigt er die vorchristliche Welt der Wikinger. ...weiter
20.04.2022

Sylvie Ohayon

Haute Couture – Die Schönheit der Geste

(Kinostart: 21.4.) Aschenputtel aus der Banlieue: Die Leiterin eines Modeateliers gibt einer Taschendiebin die Chance, für sie als Schneiderin zu arbeiten. Realitätsnahe Sozialreportage mit märchenhaften Zügen, von Regisseurin Sylvie Ohayon warmherzig mit leichter Hand inszeniert. ...weiter

Jennifer Peedom

River

(Kinostart: 21.4.) Sehnsucht nach dem Ozean: Das australische Regie-Duo Jennifer Peedom und Joseph Nizeti fängt den Lauf von Flüssen weltweit ein. Beeindruckende Aufnahmen setzen auf visuelle Überwältigung ohne Erkenntnisgewinn – begleitet von wuchtiger Musik und esoterischem Kitsch. ...weiter
19.04.2022

Anke Engelke + Florian David Fitz

Eingeschlossene Gesellschaft

(Kinostart: 14.4.) Von Molière und Sartre lernen: Ein Vater will bessere Noten für seinen Sohn erzwingen – das wird für die Lehrer zur Schulstunde der Wahrheit. Gelungene Gymnasial-Komödie von Regisseur Sönke Wortmann, die Doppelmoral mit präzisem Timing und treffsicheren Pointen demaskiert. ...weiter
13.04.2022

François Ozon

Alles ist gut gegangen

(Kinostart: 14.4.) Tabu Sterbehilfe: Regisseur François Ozon porträtiert einen Greis, der von seinen Töchtern verlangt, dass sie seinem Leben ein Ende setzen. Eine unsentimentale und gleichzeitig berühende Reflexion über die Frage nach einem guten Tod, nüchtern und realistisch inszeniert. ...weiter
12.04.2022

Mahamat-Saleh Haroun

Lingui

(Kinostart: 14.4.) Selbst ist die Frau: Eine Mutter im Tschad ermöglicht ihrer Tochter eine illegale Abtreibung, um deren Zukunft zu retten. Regisseur Mahamat-Saleh Haroun schildert weibliche Selbstermächtigung ohne Pathos in ruhigen Einstellungen mit exquisiten Bildern. ...weiter
11.04.2022

Eskil Vogt

The Innocents

(Kinostart: 14.4.) Kleine Monster unter sich: Vier Grundschulkinder in einer norwegischen Siedlung haben übernatürliche Kräfte – das kann nicht gut ausgehen. Trotz subtiler Arrangements fehlt es dem lakonischen Alltags-Horror von Regisseur Eskil Vogt an durchgehender Spannung. ...weiter
10.04.2022

Jacques Audiard

Wo in Paris die Sonne aufgeht

(Kinostart: 7.4.) Liebe im Zeitalter von Tinder und Betondschungel: In einem Pariser Hochhausviertel inszeniert Regisseur Jacques Audiard eine amouröse Vierecksbeziehung. Die Suche nach Zweisamkeit zwischen Hoffnung und Frust fängt er schroff und zärtlich ein – in nüchternem Schwarzweiß. ...weiter
06.04.2022