Haifaa Al Mansour

Die perfekte Kandidatin

(Kinostart: 12.3.) Wahlkämpferin wider Willen: Anstatt zu emigrieren, bewirbt sich eine Ärztin für den Gemeinderat. Was in Saudi-Arabien einem Spießrutenlauf gleicht: Regisseurin Haifaa Al Mansour zeichnet ein subtiles Bild der patriarchalen Verhältnisse.

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Paul Schrader

Mishima - Ein Leben in 4 Kapiteln

(Kinostart: 28.11.) Der letzte Bannerträger altjapanischer Krieger-Ideale: Regisseur Paul Schrader zeichnete 1985 das Leben des umstrittenen Schriftstellers Yukio Mishima nach. Nun wird sein brillant inszenierter Film im Director’s Cut gezeigt.

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Wang Xiaoshuai

Bis dann, mein Sohn

(Kinostart: 14.11.) Mehr als 30 Jahre Turbomodernisierung am Beispiel zweier Familien: Das grandiose Epochen-Panorama von Regisseur Wang Xiaoshuai führt vor, wie sich Chinas Wandel auf die Menschen auswirkt. Anschaulich, einfühlsam und präzise – ein Geniestreich.

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Bong Joon-ho

Parasite

(Kinostart: 17.10.) Umverteilung in Südkorea: Eine Arbeitslosen-Sippe nistet sich bei einer reichen Familie ein und reißt sich deren Wohlstand unter den Nagel. Die gallig originelle Satire von Regisseur Bong Joon-ho gewann in Cannes die Goldene Palme.

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Cláudia Varejão

Ama-San

(Kinostart: 3.10.) Ohne Sauerstoffflasche im Ozean: Japanische „Frauen des Meeres“ tauchen traditionell nur mithilfe der eigenen Atemluft. Ihr Tun beobachtet Regisseurin Cláudia Varejão ruhig und geduldig – im meditativen Sog der Bilder bleiben manche Fragen offen.

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Nadav Lapid

Synonymes

(Kinostart: 5.9.) Rette sich wer kann: Ein junger Israeli flieht nach Paris; dort helfen ihm junge Schnösel, bis sie ihn fallen lassen. Die Exilanten-Parabel von Regisseur Nadav Lapid wirkt arg konstruiert und kalt inszeniert – das reichte für den Goldenen Bären aus.

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Ritesh Batra

Photograph

(Kinostart: 8.8.) Mauerblümchen in Mumbai: „Lunchbox“-Regisseur Ritesh Batra porträtiert ein Paar, das vor lauter Hemmungen und Komplexen nicht zueinander findet. Sein sozialer Realismus hat ein Manko: Was seine Akteure bewegt, sieht und hört man nicht.

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Sameh Zaobi

Tel Aviv on Fire

(Kinostart: 4.7.) Der Nahost-Konflikt als Seifenoper – ein Straßenfeger im Heiligen Land! Obwohl diverse Akteure am Skript mitschreiben wollen: Mit seiner charmanten Film-im-Film-Komödie gelingt Regisseur Sameh Zaobi ein geistreicher Kommentar zur verfahrenen Lage.

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Vahid Jalilvand

Eine moralische Entscheidung

(Kinostart: 20.6.) Geteilte Schuld ist doppelte Schuld: Einen Mediziner plagt der Verdacht, er habe den Tod eines Jungen verursacht – der zuvor vergiftet worden war. Das Sühne-Drama des iranischen Regisseurs Vahid Jalilvand ist visuell schlicht, aber inhaltlich vielschichtig.

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Kanwal Sethi

Once Again – Eine Liebe in Mumbai

(Kinostart: 16.5.) Superstar hofiert Köchin: In der Millionenmetropole verlieben sich zwei Menschen aus völlig verschiedenen sozialen Schichten. Regisseur Kanwal Sethi bietet in seinem Bollywood-Arthouse-Mix schöne Bilder, vernachlässigt aber Figuren und Handlung.

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Sion Sono

Antiporno

(Kinostart: 16.5.) Verfremdungseffekte im Rotlichtmilieu: Das Setting von SM-Softcore entpuppt sich als Gegenteil der Realität. In der plagt sich ein Teenager mit inzestuösem Begehren herum – für knallige Optik suspendiert Regisseur Sion Sono die Plausibilität des Plots.

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Mohammad Rasoulof

A Man of Integrity - Kampf um Würde

(Kinostart: 2.5.) Hiob am Fischteich: Ein Provinz-Iraner will bei der allgegenwärtigen Bestechung nicht mitmachen und wird dafür mit Nackenschlägen bestraft – bis er Rache nimmt. Regisseur Rasoulof entwirrt das Korruptions-Netzwerk, das die Welt beherrscht.

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Talal Derki

Of Fathers and Sons

(Kinostart: 21.3.) Die Banalität des islamistischen Bösen: Filmemacher Talal Derki beobachtet inkognito die Familie eines Führers der syrischen Al-Nusra-Front. Seine Homestory der etwas anderen Art verstört dadurch, wie beiläufig das Abgründige erscheint.

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Jia Zhangke

Asche ist reines Weiß

(Kinostart: 28.2.) Liebe in Zeiten der Turbomodernisierung: Eine Gangster-Braut geht für ihren Mann ins Gefängnis, doch er lohnt ihr das schlecht. Regisseur Jia Zhangke zeigt vom Wandel gebeutelte Existenzen – in der Hauptrolle glänzt Star-Schauspielerin Zhao Tao.

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Liu Jian

Have A Nice Day

(Kinostart: 7.2.) Wahnsinnige treffen auf Idioten: Mit einer Gangster-Groteske seziert der Künstler Liu Jian die chinesische Gegenwart. Sein abgründiger Animationsfilm kontert die offizielle Propaganda mit einer nihilistischen Jagd nach dem schnellen Geld.

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Nadine Labaki

Capernaum - Stadt der Hoffnung

(Kinostart: 17.1.) Musterprozess gegen die eigene Geburt: Ein Junge in Beirut verklagt seine Prekariats-Eltern. In ihrem parabelhaften Drama stellt die libanesische Regisseurin Nadine Labaki das elende Dasein nahöstlicher Slum-Bewohner eindrucksvoll dar.

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Hirokazu Kore-Eda

Shoplifters – Familienbande

(Kinostart: 27.12.) Geborgenheit am Rand der Gesellschaft: Im Cannes-Gewinnerfilm erzählt der japanische Regisseur Hirokazu Kore-eda von einer Gemeinschaft, die ein Mädchen vor Missbrauch rettet – und fragt subtil, passend zum Fest, was Familie eigentlich ausmacht.

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Jafar Panahi

Drei Gesichter

(Kinostart: 26.12.) Überlandfahrt im „Taxi Teheran“: Der iranische Regisseur Jafar Panahi, Berlinale-Sieger 2015, trotzt seinem Berufsverbot mit einem Provinz-Ausflug – sein vergnügliches und vielschichtiges Gesellschafts-Panorama feiert die Kraft der Fantasie.

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Rohena Gera

Die Schneiderin der Träume

(Kinostart 20.12.) Der höhere Sohn und das Dienstmädchen: In ihrem Debütfilm setzt die indische Regisseurin Rohena Gera auf subtile Gesten statt Klischees. Wie starr Kasten-Schranken immer noch sind, wird ebenso deutlich wie die Hoffnung, sie zu überwinden.

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Ken Scott

Die unglaubliche Reise des Fakirs

(Kinostart 29.11.) Bollywood im Flüchtlingslager: Ein Fakir aus Indien sucht in Paris nach Reichtum und seinem Vater – und findet statt dessen die Liebe. Dieser charmanten und unterhaltsamen Odyssee verzeiht man manche Überdrehtheit.

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Ziad Doueiri

Der Affront

(Kinostart: 25.10.) Ein Abflussrohr und die Folgen: Den absurden Streit zwischen einem christlichen Libanesen und einem Palästinenser entwickelt Regisseur Ziad Doueiri zu einer packenden Parabel auf Gesellschaften, die von rassistischer Gewalt geprägt sind.

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Eran Riklis

Aus nächster Distanz

(Kinostart: 9.8.) Überkommenes Feindbild: Eine israelische Agentin muss eine libanesische Informantin beschützen und freundet sich mit ihr an. Regisseur Eran Riklis inszeniert einen Film zwischen Kammerspiel und schwer zu durchschauendem Politthriller.

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Iram Haq

Was werden die Leute sagen

(Kinostart: 10.5.) Nicht ohne meine Herkunft: Ein Pakistani in Norwegen entführt seine Tochter in die Ex-Heimat, um ihr westliche Immoral auszutreiben. Mit differenzierter Sicht auf alle Akteure erzählt Regisseurin Iram Haq ein nüchternes Melodram.

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Salim Shaheen

Meister der Träume

(Kinostart: 3.5.) Kein Budget, keine Ausrüstung, aber mehr als 110 Filme gedreht: Salim Shaheen ist Afghanistans Kino-Mogul. Die französische Regisseurin Sonia Kronlund porträtiert den unverwüstlichen Optimisten – er lässt einen Schwulen Frauenrollen spielen.

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Marvin Litwak

Pawo

(Kinostart: 19.4.) Freiheit für Tibet: Beim Aufstand 2008 wird ein junger Tibeter verhaftet und gefoltert, bevor er nach Indien fliehen kann. Sein Doku-Drama mit Laiendarstellern filmt Regisseur Marvin Litwak optisch opulent und inhaltlich schlicht.

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