Berlin

Walker Evans – Ein Lebenswerk

Beobachter der Tristesse: Als Bildjournalist dokumentierte Walker Evans Alltag und Armut – obwohl er für ein US-Wirtschaftsmagazin arbeitete. Einen der einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts stellt der Martin-Gropius-Bau nüchtern vor.

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Aachen

Karl der Große: Macht Kunst Schätze

Vor 1200 Jahren starb Karl der Große. Wie er Aachens Zentrum formte, ist bis heute sichtbar; dort widmet ihm die Stadt eine Mammut-Ausstellung. In drei Teilen macht sie deutlich: Des Kaisers Vermächtnis war eine Bildungsreform, die Europa bis heute prägt.

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Berlin

Wir gehen Baden!

Raus aus dem Freibad, rein ins Museum: Zur Sommerzeit breitet das Kupferstichkabinett 100 Werke aus fünf Jahrhunderten von Dürer bis David Hockney aus. Kleine Kunstgeschichte von Wasserratten, Badespaß und Strandleben – als feuchtfröhliches Vergnügen.

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Köln

Reise der Kamera nach Asien

Export von Fotografie im Geist der Souvenir-Industrie: Die ersten Lichtbilder in Asien wurden für die ersten Touristen gemacht. Gestellt, geschönt, und dennoch faszinierend fremdartig – das zeigt sehr anschaulich das Museum für Ostasiatische Kunst.

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Darmstadt

Dem Licht entgegen: Jugendstil 1914

Todeskuss für den Traum vom Gesamtkunstwerk: Die Künstlerkolonie-Ausstellung 1914 fiel dem Ersten Weltkrieg zum Opfer. Mit ihr starb der Jugendstil als Versuch, das Leben künstlerisch zu gestalten; das zeigt die Gedenkschau der Mathildenhöhe.

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Göran Hugo Olsson

Concerning Violence

(Kinostart: 18.9.) Zeitreise zur Revolutionsromantik der 70er Jahre: “Black Power Mixtape”-Regisseur Olsson gräbt alte TV-Bilder über Guerillas in Afrika aus und lässt Manifeste vorlesen − eine Doku für Nostalgiker des antikolonialen Befreiungskampfs.

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David Cronenberg

Maps to the Stars

(Kinostart: 11.9.) Mit 13 Koks, mit 46 Selbstmord: Am Beispiel einer Superstar-Familie zeigt Regisseur Cronenberg Hollywood als goldenen Käfig voller Kaputtniks. Seine bitterböse Satire mit exzellentem Ensemble erstarrt allerdings in Künstlichkeit.

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Philip Seymour Hoffman

A Most Wanted Man

(Kinostart: 11.9.) Showdown in Hamburg: Ein Tschetschenien-Flüchtling gerät ins Fadenkreuz diverser Geheimdienste. Den Thriller von John Le Carré verfilmt Regisseur Anton Corbijn sachlich kühl; Philip Seymour Hoffman brilliert in seiner letzten Rolle.

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Michael Obert

Song from the Forest

(Kinostart: 11.9.) Traurige Tropen: Ein New Yorker lebt seit 30 Jahren im Dschungel mit Pygmäen und nimmt ihre einzigartigen Gesänge auf. Diese faszinierende Kultur interessiert Regisseur Obert kaum; er porträtiert den Aussteiger als Gescheiterten.

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Hisham Zaman

Der Junge Siyar

(Kinostart: 11.9.) Im Auftrag des Agha: Ein junger irakischer Kurde soll im Westen seine Schwester töten, die aus ihrem Dorf floh. Beklemmende Ehrenmord-Logik verknüpft Regisseur Zaman eindrucksvoll mit der Odyssee illegaler Einwanderer in Europa.

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Top-Ausstellungen 2013

Antike: CREDO

Die Christianisierung Europas dauerte fast 1400 Jahre - diesen Endlos-Prozess erklären drei Museen in Paderborn faszinierend anschaulich.

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Kunst bis 1900: Daumier ist ungeheuer!

Jeder kennt seine Karikaturen. Das Max Liebermann Haus stellt Daumier als Maler vor: eine echte Entdeckung.

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1900 bis 1945: Wien - Berlin

Die Kunst in beiden Metropolen wurde nie systematisch verglichen. Die Berlinische Galerie holt das glänzend nach.

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Deutscher Filmpreis 2014

Bester Film + Regie + Drehbuch

"Die andere Heimat" von Edgar Reitz zeigt die Deutschen vor 150 Jahren als Armuts-Emigranten - ein perfekter Historienfilm.

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Beste Kamera + Szene + Musik

"Das finstere Tal" von Andreas Prochaska ist ein formvollendeter Neo-Western - als hätte Sergio Leone in den Alpen gedreht.

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Bester Doku-Film

In "Die Kunst der Fälschung" deckt Arne Birkenstock auf, wie Wolfgang Beltracchi zum erfolgreichsten deutschen Kunst-Betrüger wurde.

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München

Stan Douglas: Mise en scène

Turbulenzen am Haus der Kunst: Der Haupt-Sponsor springt ab, die Haus-Freunde streiten sich. Das passt zu Foto- und Film-Installationen von Stan Douglas – der Kanadier inszeniert Unruhen und Umbrüche der Nachkriegszeit historisch detailgetreu nach.

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Köln

zeigen verhüllen verbergen- Schrein

Deutschlands reichstes Bistum leistet sich ein preisgekröntes Museum: Das Kolumba von Avantgarde-Architekt Zumthor fasst Kunstwerke wie ein Schrein ein. Die gleichnamige Ausstellung zeigt neben Kostbarkeiten auch Design-Trödel – bis zur Beliebigkeit.

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Frankfurt am Main

Unendlicher Spaß

Auf den Spuren von David Foster Wallace: Sein gleichnamiger Epochen-Roman von 1996 stand Pate für diese Ausstellung der Schirn. 18 Künstler wollen zeigen, wie grenzenlose Möglichkeiten zu Überforderung und Erschöpfung führen – und lösen genau das aus.

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Berlin

Otto Piene – More Sky

Himmelsstürmer: Mit Freiluft-Events aus Licht, Musik und Bewegung revolutionierte der ZERO-Mitbegründer ab den 1960er Jahren die Kunst. Das geriet aus dem Blick, als er in die USA ging; nun würdigen ihn zwei Museen mit einer Doppel-Ausstellung.

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Düsseldorf

Kunst und Alchemie

Kröten zu Gold destillieren und Schnaps aus Beuys’ Fettecke brennen: Alchemisten können alles in anderes verwandeln. Welche Spuren diese Proto-Chemie in der Kunst hinterlassen hat, zeigt eine glänzend vermarktete Ausstellung im Museum Kunstpalast.

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Uberto Pasolini

Mr. May + das Flüstern der Ewigkeit

(Kinostart: 4.9.) Beamter für die letzten Dinge: Mr. May arrangiert Begräbnisse für einsam Verstorbene. In seinem Alltag herrscht Friedhofsruhe, bis sein wüster Nachbar stirbt. Regisseur Pasolini porträtiert eine Büromaus, die zu neuem Leben erwacht.

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Athanasios Karanikolas

Sto spiti – At Home

(Kinostart: 4.9.) Die Perle fällt aus der Fassung: Nach 20 Jahren treuer Dienste feuern griechische Herrschaften ihre kranke Hausangestellte. Regisseur Karanikolas zeigt soziale Kälte in erlesenen Bildern, begnügt sich aber mit nobler Resignation.

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Volker Schlöndorff

Paris könnte komplett weg sein

Mit “Diplomatie” zeichnet Volker Schlöndorff nach, wie Paris vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg gerettet wurde: Ein einzelner Konsul überredete den deutschen Kommandanten zur Kapitulation – vorbildlich bis heute, so der Regisseur im Interview.

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Volker Schlöndorff

Diplomatie

(Kinostart: 28.8.) Ein Nazi-General rettete Paris vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Diese wenig bekannte Episode verwandelt Regisseur Volker Schlöndorff in ein virtuoses Kammerspiel mit zwei Akteuren – als Heldenstück der Überredungskunst.

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Xavier Dolan

Sag nicht, wer du bist!

(Kinostart: 21.8.) Lost in Redneck Canada: Ein junger Schwuler besucht die Familien-Farm seines toten Geliebten und lässt sich von dessen Macho-Bruder terrorisieren. Stimmig und stimmungsvoll inszenierter Film Noir von Regie-Wunderkind Xavier Dolan.

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kultiversum - Artikel, Empfehlungen, Premieren, Termine zu Theater, Tanz, Ballett, Musik und Literatur.

Hinter der Leinwand

An Fälschungen verdienen alle

Arne Birkenstock zeigt, wie der Kunst-Fälscher Wolfgang Beltracchi arbeitet - und erklärt, warum der Kunstmarkt sich so naiv geriert.

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Ich war für anstößigen Sex zuständig

Charlotte Gainsbourg würde für Lars von Trier alles tun - doch sein Drehbuch für "Nymphomaniac" jagte ihr Angst ein.

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Was Publikum zumutbar ist

Wie man aus 3000 Filmen die besten 50 herausfiltert, erklärt Berlinale-Chef Wieland Speck - und warum sie kaum ins Kino kommen.

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Baden-Baden

Lesser Ury und das Licht

Impressionist des Kunstlichts: Lesser Ury galt in Berlin um 1900 als “künstlerischer Verherrlicher der Reichshauptstadt”. Nach seinem Krach mit Kunst-Mogul Max Liebermann geriet er ins Abseits. Das Museum LA8 ermöglicht, sein Werk neu zu entdecken.

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Wolfsburg

Oskar Kokoschka – Humanist + Rebell

Der große Ausverkauf: Kokoschka begann als Österreichs maßgeblicher Expressionist, dessen kühne Porträts schockierten, und endete als Promi-Maler für die Massenmedien. Seine Spätphase wird in der Retrospektive des Kunstmuseums verschämt kaschiert.

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Berlin

Gisèle Freund – Fotografien

Porträtistin des Geistes: Als Freundin von Benjamin, Virginia Woolf, Frida Kahlo, Sartre, de Beauvoir etc. schuf Gisèle Freund moderne Ikonen; ihre Fotos von Eva Perón lösten eine Staatskrise aus. Die Akademie der Künste zeigt ihr Œuvre in 280 Aufnahmen.

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Frankfurt am Main

Die Göttliche Komödie: Afrika-Kunst

Mittelalterliche Scholastik trifft schwarzen Kontinent: Das Museum für Moderne Kunst lässt Dantes Weltliteratur-Epos durch Werke von 40 Afrikanern kommentieren. Was überraschend gut funktioniert − aber anders, als vom Ausstellungs-Kurator geplant.

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Berlin, Nürnberg, Luzern, Wien

100 beste Plakate 2013

Offener Wettbewerb, kollektive Entscheidung, keine Preise: Das Verfahren, um jährlich “100 beste Plakate” zu küren, klingt sympathisch. De facto dominieren bestimmte Regionen und Personen. Das zeigt der Auftakt der Wanderausstellung im Kulturforum.

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Nana Ekvtimishvili

Entführung + Mord geschahen täglich

Zeit der Gesetzlosigkeit: In “Die langen hellen Tage” blickt Nana Ekvtimishvili auf die chaotischen 1990er Jahre in Georgien zurück. Im Interview erzählt sie von Brautraub, Ehrenmorden – und wie man Autorenfilme mit Speiseeis finanziert.

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Nana Ekvtimishvili + Simon Groß

Die langen hellen Tage

(Kinostart: 21.8.) Teenager-Leben in Georgien 1992: Ein ungeliebter Verehrer entführt seine Braut, ihre Freundin verhindert Blutrache. Regisseurin Ekvtimishvili verfilmt ihre Jugenderinnerungen – Momentaufnahmen von Wildwest im Kaukasus.

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Helen Mirren

Madame Mallory + der Duft von Curry

(Kinostart: 21.8.) Kinder, Küche und Culture Clash: Regisseur Lasse Hallström verkocht das Personal eines französischen Nobel-Restaurants mit dem einer indischen Familien-Gaststätte. Seine überzuckerte Kalorienbombe liegt schwer im Magen.

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Emily Watson

Dido Elizabeth Belle

(Kinostart: 14.8.) Adlig, gebildet, reich – und dunkelhäutig: Die Admirals-Tochter Dido wirkte im England des 18. Jahrhunderts wie eine Außerirdische. Ihre Leben verfilmt Regisseurin Amma Asante als Episode schwarzer Emanzipation mit Jane-Austen-Touch.

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Ken Loach

Jimmy's Hall

(Kinostart: 14.8.) Revolutionsromantik als Feelgood-Movie: Regisseur Ken Loach macht einen Tanzsaal im Irland der 1930er zum Klassenkampf-Schauplatz. Die Fronten sind klar, die Rollenverteilung auch – ein Augenschmaus für Arbeiterbewegungs-Nostalgiker.

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