Berlin

Wiedereröffnung Kunstgewerbemuseum

Ein Methusalem will modisch werden: Das älteste deutsche Kunstgewerbemuseum gönnt sich eine Frischzellenkur. Die beschränkt sich auf kosmetische Eingriffe: Schicke Kleider in Höhlengängen, grelle Signal-Buchstaben und Räume im Raum – besser als nichts.

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München

Georg Baselitz: Damals... und heute

Seine Welt steht auf dem Kopf: Mit umgedrehten Motiven wurde Baselitz zum Star-Maler. Nun widmet ihm das Haus der Kunst eine üppige Werkschau, die frühe Gemälde mit neuen “Remix”-Variationen kontrastiert – und die Macht des Marktes spiegelt.

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Berlin

Bettina Rheims: Bonkers

Übergeschnappt in London: Die französische Fotografin Bettina Rheims inszeniert weibliche Erotik raffiniert sinnlich mit frivoler Lust an Klischees. Ihre Bilderserie zwischen Rokoko, Burlesque und Fetisch-Look ist in der Galerie Camera Work zu sehen.

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Frankfurt am Main

Subodh Gupta – Everything is Inside

Indiens Jeff Koons: Mit Kochtöpfen und Kuhdung-Bildern wurde Gupta einer der teuersten Gegenwarts-Künstler in Asien. Seine glänzend schlichten Großinstallationen sind vielschichtiger als die des US-Kollegen, zeigt die hervorragende Werkschau im MMK.

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Berlin

Die Wikinger

So vergeht der Ruhm der Welt: Vor 1000 Jahren versetzten die Wikinger ganz Europa in Angst und Schrecken. Mittlerweile inspirieren sie nicht einmal mehr Kuratoren: Die Überblicks-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau fällt kleinteilig und fantasielos aus.

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Nadav Schirman

The Green Prince

(Kinostart: 27.11.) Der Sohn eines Hamas-Chefs als israelischer Agent: Mossab Hassan Yousef war der wohl wichtigste Informant des Geheimdienstes. Er und sein Führungsoffizier erzählen Regisseur Schirman ihre Geschichte – eine unfassbar spannende Doku.

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Thomas Imbach

Mary – Königin von Schottland

(Kinostart: 20.11.) Ihre Cousine Elisabeth I. ist weltberühmt, Maria Stuart nur die ewige Verliererin. Regisseur Thomas Imbach porträtiert sie als überraschend moderne Kämpferin, die scheitern musste – ein Historienfilm auf der Höhe unserer Zeit.

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Devid Striesow

Traumland

(Kinostart: 20.11.) Straßenstrich-Elend in der Schweiz: Eine junge Prostituierte aus Bulgarien wird von allen nur benutzt, verraten und misshandelt. Ihre Doppelmoral-Diagnose gerät Regisseurin Petra Volpe zu hölzernem Problemkino der 1970/80er Jahre.

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Ruben Östlund

Höhere Gewalt

(Kinostart: 20.11.) Papa ist ein Waschlappen: Als eine Schneelawine niedergeht, lässt er Frau und Kinder im Stich. So droht der Ski-Urlaub, sie zu entzweien; das kühle Familien-Drama inszeniert Regisseur Ruben Östlund mit einer Prise schwarzer Humor.

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Jake Gyllenhaal

Nightcrawler

(Kinostart: 13.11.) Bad News are Good News: Ein Internet-Nerd jagt nachts durch L.A., filmt Unfälle und Tatorte – und hilft notfalls nach. Präzise Satire von Dan Gilroy, so zynisch wie der Medienbetrieb selbst, mit einem brillanten Jake Gyllenhaal.

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Top-Ausstellungen 2013

Antike: CREDO

Die Christianisierung Europas dauerte fast 1400 Jahre - diesen Endlos-Prozess erklären drei Museen in Paderborn faszinierend anschaulich.

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Kunst bis 1900: Daumier ist ungeheuer!

Jeder kennt seine Karikaturen. Das Max Liebermann Haus stellt Daumier als Maler vor: eine echte Entdeckung.

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1900 bis 1945: Wien - Berlin

Die Kunst in beiden Metropolen wurde nie systematisch verglichen. Die Berlinische Galerie holt das glänzend nach.

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Deutscher Filmpreis 2014

Bester Film + Regie + Drehbuch

"Die andere Heimat" von Edgar Reitz zeigt die Deutschen vor 150 Jahren als Armuts-Emigranten - ein perfekter Historienfilm.

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Beste Kamera + Szene + Musik

"Das finstere Tal" von Andreas Prochaska ist ein formvollendeter Neo-Western - als hätte Sergio Leone in den Alpen gedreht.

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Bester Doku-Film

In "Die Kunst der Fälschung" deckt Arne Birkenstock auf, wie Wolfgang Beltracchi zum erfolgreichsten deutschen Kunst-Betrüger wurde.

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Berlin

Moshe Gershuni

Ein Jude, der Hakenkreuze malt: Gershuni ist einer der wichtigsten Künstler Israels – und hierzulande fast unbekannt. Das ändert die Werkschau in der Neuen Nationalgalerie: expressive Farbschlachten und Zeichen verbinden Altes Testament und Zeitkritik.

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München

Die Neue Sachlichkeit

Nüchterne Blicke auf eine harte Wirklichkeit: Das Lenbachhaus zeigt Werke von 22 Malern der Neuen Sachlichkeit. Die alte Einteilung in linke und rechte Künstler taugt nicht mehr viel; was bleibt, sind ungeschönte Szenen, die noch heute beeindrucken.

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Naumburg/ Saale

Glanzlichter: Glasmalerei heute

Es werde Licht: Glaskunst der Gegenwart wird zwar meist für Kirchen geschaffen, sprengt aber den christlichen Formenkanon und spielt mit allen möglichen Leucht-Effekten. Das zeigt ein Überblick über 150 Werke im Dom und an vier weiteren Standorten.

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Berlin

Die Welt um 1914: Farbfotografie

So bunt und vielfältig war die Welt, bevor der Krieg alles in Trümmer legte: Der Martin-Gropius-Bau zeigt seltene frühe Farbfotos, die erste Bildreporter auf allen Kontinenten aufnahmen – nur 100 Jahre her, aber rettungslos verloren wie die Antike.

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Venedig

Architektur-Biennale 2014

Von politischen Balkonen und Treppen-Forschung: Für die Biennale trägt Star-Architekt Rem Koolhaas eine Enzyklopädie der Gebäude-Elemente zusammen. Dafür klappert er ganz Italien ab – als Beispiel für gegenwärtige Stagnation und Ratlosigkeit weltweit.

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Xavier Dolan

Mommy

(Kinostart: 13.11.) Sie küssen und sie schlagen sich: Der Frankokanadier Xavier Dolan inszeniert eine symbiotische Mutter-Sohn-Beziehung. Sie hat keinen Job, er ADHS – da fliegen die Fetzen. Eine intensive, etwas manierierte Fallstudie im Quadrat-Format.

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Hélène Cattet + Bruno Forzani

Strange Colour of Your Body's Tears

(Kinostart: 13.11.) Bilderinferno aus Brüssel: Das belgische Regie-Duo Cattet und Forzani nutzt Jugendstil-Paläste als Kulissen für seinen labyrinthischen Psychothriller. Ein Stakkato von Eindrücken macht das verstörende Bilderrätsel zum Meisterwerk.

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Mike Leigh

Dreckiger Kerl mit erhabenem Werk

“Mr. Turner” setzt dem bedeutendsten englischen Maler ein filmisches Denkmal. Von dem er gleich wieder stürzt: Der Künstler erscheint als rücksichtloser Rüpel. Diese Komplexität seines Charakters wollte er zeigen, so Regisseur Mike Leigh im Interview.

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Mike Leigh

Mr. Turner – Meister des Lichts

(Kinostart: 6.11.) Ein Maler-Genie als Grobian: William Turner, wichtigster Wegbereiter des Impressionismus, war ein ausgemachter Kauz. Sein Porträt erweitert Regisseur Mike Leigh zum grandiosen Epochen-Panorama, dessen Ausläufer bis heute reichen.

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Woody Allen

Plötzlich Gigolo

(Kinostart: 6.11.) Neue Jobs für Ex-Buchhändler: Woody Allen vermittelt als Zuhälter seinen Freund John Turturro an liebeshungrige Damen. Bis der an Vanessa Paradis als orthodoxe Jüdin gerät – eine so verspielte wie berührende erotische Komödie.

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kultiversum - Artikel, Empfehlungen, Premieren, Termine zu Theater, Tanz, Ballett, Musik und Literatur.

Hinter der Leinwand

An Fälschungen verdienen alle

Arne Birkenstock zeigt, wie der Kunst-Fälscher Wolfgang Beltracchi arbeitet - und erklärt, warum der Kunstmarkt sich so naiv geriert.

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Ich war für anstößigen Sex zuständig

Charlotte Gainsbourg würde für Lars von Trier alles tun - doch sein Drehbuch für "Nymphomaniac" jagte ihr Angst ein.

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Was Publikum zumutbar ist

Wie man aus 3000 Filmen die besten 50 herausfiltert, erklärt Berlinale-Chef Wieland Speck - und warum sie kaum ins Kino kommen.

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München

Richard Avedon

Porträtfotografie ist Performance: Wenn Star-Modefotograf Richard Avedon nicht für Hochglanz-Magazine arbeitete, nahm er Amerikas Licht- und Schattengestalten nüchtern auf. Seine schonungslosen Konterfeis sind nun im Museum Brandhorst zu sehen.

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Berlin

Avantgarde!

Oben die Bilder, unten die Worte: Die Kunstbibliothek sortiert Grafik von 1890 bis 1918 fein säuberlich in zwei Abteilungen. Oben sind die Wände voll, unten die Vitrinen: Erläuterungen erscheinen in der Kulturforum-Ausstellungshalle entbehrlich.

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Bonn

Afrikanische Meister

Holzstücke, wertvoller als Elfenbein: Die Bundeskunsthalle zeigt 200 hervorragende Werke aus westafrikanischen Kulturen. Den Nachweis, welche Meister sie schufen, führt sie in puristisch unterkühltem Ambiente – nur in der Gegenwart geht es hoch her.

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Trier + Stuttgart

Ein Traum von Rom

Die Ausstellung als Aperitif: Das Rheinische Landesmuseum zeigt, wie das antike Trier zur Metropole der Superlative wurde – und macht damit Appetit auf seine ständige Sammlung sensationell gut erhaltener römischer Reliefs und Mosaiken von Weltrang.

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Berlin

Berlin Art Week 2014

Gier frisst Freiheit: Die Berlin Art Week mutiert zum Monster-Spektakel, bei dem alle auf ihre Kosten kommen – nur nicht die Kunst. Die abc-Messe floriert auch ohne Ideen, die frühere Preview-Messe konzentriert sich als Positions aufs Wesentliche.

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Christopher Nolan

Interstellar

(Kinostart: 6.11.) Science-Fiction-Epos mit Neocon-Touch: In Christopher Nolans Hommage auf den Klassiker “2001″ bereitet die NASA die Auswanderung ins Universum vor. Visuell überwältigend obsiegen Familiensinn und Pioniergeist in fünf Dimensionen.

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Noaz Deshe

White Shadow

(Kinostart: 6.11.) Helle Hautfarbe als Todesurteil: In Ostafrika werden Albinos manchmal aus Aberglauben massakriert. Diese abscheulichen Praktiken zeigt Regisseur Noaz Deshe aus Betroffenen-Perspektive – anschaulich, authentisch und qualvoll.

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Edward Snowden

Citizenfour

(Kinostart: 6.11.) Urknall des größten Polit-Skandals unserer Zeit: Als Edward Snowden die globale Abhör-Praxis enthüllte, war Regisseurin Laura Poitras dabei. Ihre aufregende Doku zeigt sein menschliches Antlitz, bevor er in Russland verschwand.

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Jean-Pierre + Luc Dardenne

Wir sind realistisch optimistisch

In “Zwei Tage, Eine Nacht” will eine Angestellte ihren Job retten, indem sie alle Kollegen zu überreden versucht, auf ihren Bonus zu verzichten. Warum diese Konstellation aus ihrer Sicht plausibel ist, erklären die Gebrüder Dardenne im Interview.

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Jean-Pierre + Luc Dardenne

Zwei Tage, Eine Nacht

(Kinostart: 30.10.) Wettrennen um den Arbeitsplatz: Entweder überzeugt eine Angestellte in 48 Stunden alle Kollegen, auf Geld zu verzichten – oder sie verliert ihren Job. Dichte Studie über Entsolidarisierung von Belgiens Altmeistern des Sozialdramas.

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