München

Stan Douglas: Mise en scène

Turbulenzen am Haus der Kunst: Der Haupt-Sponsor springt ab, die Haus-Freunde streiten sich. Das passt zu Foto- und Film-Installationen von Stan Douglas – der Kanadier inszeniert Unruhen und Umbrüche der Nachkriegszeit historisch detailgetreu nach.

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Köln

zeigen verhüllen verbergen- Schrein

Deutschlands reichstes Bistum leistet sich ein preisgekröntes Museum: Das Kolumba von Avantgarde-Architekt Zumthor fasst Kunstwerke wie ein Schrein ein. Die gleichnamige Ausstellung zeigt neben Kostbarkeiten auch Design-Trödel – bis zur Beliebigkeit.

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Frankfurt am Main

Unendlicher Spaß

Auf den Spuren von David Foster Wallace: Sein gleichnamiger Epochen-Roman von 1996 stand Pate für diese Ausstellung der Schirn. 18 Künstler wollen zeigen, wie grenzenlose Möglichkeiten zu Überforderung und Erschöpfung führen – und lösen genau das aus.

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Berlin

Otto Piene – More Sky

Himmelsstürmer: Mit Freiluft-Events aus Licht, Musik und Bewegung revolutionierte der ZERO-Mitbegründer ab den 1960er Jahren die Kunst. Das geriet aus dem Blick, als er in die USA ging; nun würdigen ihn zwei Museen mit einer Doppel-Ausstellung.

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Düsseldorf

Kunst und Alchemie

Kröten zu Gold destillieren und Schnaps aus Beuys’ Fettecke brennen: Alchemisten können alles in anderes verwandeln. Welche Spuren diese Proto-Chemie in der Kunst hinterlassen hat, zeigt eine glänzend vermarktete Ausstellung im Museum Kunstpalast.

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Xavier Dolan

Sag nicht, wer du bist!

(Kinostart: 21.8.) Lost in Redneck Canada: Ein junger Schwuler besucht die Familien-Farm seines toten Geliebten und lässt sich von dessen Macho-Bruder terrorisieren. Stimmig und stimmungsvoll inszenierter Film Noir von Regie-Wunderkind Xavier Dolan.

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Nana Ekvtimishvili

Entführung + Mord geschahen täglich

Zeit der Gesetzlosigkeit: In “Die langen hellen Tage” blickt Nana Ekvtimishvili auf die chaotischen 1990er Jahre in Georgien zurück. Im Interview erzählt sie von Brautraub, Ehrenmorden – und wie man Autorenfilme mit Speiseeis finanziert.

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Nana Ekvtimishvili + Simon Groß

Die langen hellen Tage

(Kinostart: 21.8.) Teenager-Leben in Georgien 1992: Ein ungeliebter Verehrer entführt seine Braut, ihre Freundin verhindert Blutrache. Regisseurin Ekvtimishvili verfilmt ihre Jugenderinnerungen – Momentaufnahmen von Wildwest im Kaukasus.

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Helen Mirren

Madame Mallory + der Duft von Curry

(Kinostart: 21.8.) Kinder, Küche und Culture Clash: Regisseur Lasse Hallström verkocht das Personal eines französischen Nobel-Restaurants mit dem einer indischen Familien-Gaststätte. Seine überzuckerte Kalorienbombe liegt schwer im Magen.

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Emily Watson

Dido Elizabeth Belle

(Kinostart: 14.8.) Adlig, gebildet, reich – und dunkelhäutig: Die Admirals-Tochter Dido wirkte im England des 18. Jahrhunderts wie eine Außerirdische. Ihre Leben verfilmt Regisseurin Amma Asante als Episode schwarzer Emanzipation mit Jane-Austen-Touch.

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Top-Ausstellungen 2013

Antike: CREDO

Die Christianisierung Europas dauerte fast 1400 Jahre - diesen Endlos-Prozess erklären drei Museen in Paderborn faszinierend anschaulich.

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Kunst bis 1900: Daumier ist ungeheuer!

Jeder kennt seine Karikaturen. Das Max Liebermann Haus stellt Daumier als Maler vor: eine echte Entdeckung.

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1900 bis 1945: Wien - Berlin

Die Kunst in beiden Metropolen wurde nie systematisch verglichen. Die Berlinische Galerie holt das glänzend nach.

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Deutscher Filmpreis 2014

Bester Film + Regie + Drehbuch

"Die andere Heimat" von Edgar Reitz zeigt die Deutschen vor 150 Jahren als Armuts-Emigranten - ein perfekter Historienfilm.

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Beste Kamera + Szene + Musik

"Das finstere Tal" von Andreas Prochaska ist ein formvollendeter Neo-Western - als hätte Sergio Leone in den Alpen gedreht.

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Bester Doku-Film

In "Die Kunst der Fälschung" deckt Arne Birkenstock auf, wie Wolfgang Beltracchi zum erfolgreichsten deutschen Kunst-Betrüger wurde.

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Baden-Baden

Lesser Ury und das Licht

Impressionist des Kunstlichts: Lesser Ury galt in Berlin um 1900 als “künstlerischer Verherrlicher der Reichshauptstadt”. Nach seinem Krach mit Kunst-Mogul Max Liebermann geriet er ins Abseits. Das Museum LA8 ermöglicht, sein Werk neu zu entdecken.

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Wolfsburg

Oskar Kokoschka – Humanist + Rebell

Der große Ausverkauf: Kokoschka begann als Österreichs maßgeblicher Expressionist, dessen kühne Porträts schockierten, und endete als Promi-Maler für die Massenmedien. Seine Spätphase wird in der Retrospektive des Kunstmuseums verschämt kaschiert.

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Berlin

Gisèle Freund – Fotografien

Porträtistin des Geistes: Als Freundin von Benjamin, Virginia Woolf, Frida Kahlo, Sartre, de Beauvoir etc. schuf Gisèle Freund moderne Ikonen; ihre Fotos von Eva Perón lösten eine Staatskrise aus. Die Akademie der Künste zeigt ihr Œuvre in 280 Aufnahmen.

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Frankfurt am Main

Die Göttliche Komödie: Afrika-Kunst

Mittelalterliche Scholastik trifft schwarzen Kontinent: Das Museum für Moderne Kunst lässt Dantes Weltliteratur-Epos durch Werke von 40 Afrikanern kommentieren. Was überraschend gut funktioniert − aber anders, als vom Ausstellungs-Kurator geplant.

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Berlin, Nürnberg, Luzern, Wien

100 beste Plakate 2013

Offener Wettbewerb, kollektive Entscheidung, keine Preise: Das Verfahren, um jährlich “100 beste Plakate” zu küren, klingt sympathisch. De facto dominieren bestimmte Regionen und Personen. Das zeigt der Auftakt der Wanderausstellung im Kulturforum.

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Ken Loach

Jimmy's Hall

(Kinostart: 14.8.) Revolutionsromantik als Feelgood-Movie: Regisseur Ken Loach macht einen Tanzsaal im Irland der 1930er zum Klassenkampf-Schauplatz. Die Fronten sind klar, die Rollenverteilung auch – ein Augenschmaus für Arbeiterbewegungs-Nostalgiker.

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Kelly Reichardt

Night Moves

(Kinostart: 14.8.) Die Öko-Revolution frisst ihre Bio-Kinder: Drei Umwelt-Terroristen sprengen einen Staudamm und gehen in den Folgen unter. Regisseurin Kelly Reichardt begnügt sich mit einer wortkargen Nabelschau der US-Alternativkultur.

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Barbara Weber

Kofelgschroa. Frei. Sein. Wollen.

(Kinostart: 7.8.) Coole, zeitgemäße Volksmusik – was könnte das sein? Vier junge Musiker aus Oberammergau wissen es auch nicht genau, bemühen sich aber leidenschaftlich darum. Dabei beobachtet sie Regisseurin Barbara Weber feinsinnig und geduldig.

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Vinko Brešan

Gott verhüte!

(Kinostart: 7.8.) Demographischer Wandel andersherum: Ein Insel-Pfarrer sorgt in seinem Dorf für einen überraschenden Baby-Boom. Der gottgefällige Kindersegen hat tragische Folgen. Anfangs amüsante, später klamaukige Kleriker-Komödie aus Kroatien.

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Dominik Graf

Faszinierende Liebesbrief-Debatte

Epische Länge für ganz große Gefühle: Die Dreiecksbeziehung von Schiller mit zwei Schwestern erzählt Dominik Graf in 140 Minuten; seine TV-Fassung ist noch länger. Warum er für die Figuren-Entwicklung so viel Zeit braucht, erklärt er im Interview.

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kultiversum - Artikel, Empfehlungen, Premieren, Termine zu Theater, Tanz, Ballett, Musik und Literatur.

Hinter der Leinwand

An Fälschungen verdienen alle

Arne Birkenstock zeigt, wie der Kunst-Fälscher Wolfgang Beltracchi arbeitet - und erklärt, warum der Kunstmarkt sich so naiv geriert.

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Ich war für anstößigen Sex zuständig

Charlotte Gainsbourg würde für Lars von Trier alles tun - doch sein Drehbuch für "Nymphomaniac" jagte ihr Angst ein.

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Was Publikum zumutbar ist

Wie man aus 3000 Filmen die besten 50 herausfiltert, erklärt Berlinale-Chef Wieland Speck - und warum sie kaum ins Kino kommen.

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Berlin

Schloss Bau Meister – Schlüter

Der große Abwesende: Seine Werke sind zerstört oder weit verstreut, Schlüter selbst verschwand in Russland. Zum 300. Todesjahr ruft das Bode-Museum den Barock-Bildhauer in Erinnerung – mit einer Werkschau als Berliner Nabelschau.

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Wien

Dürer, Michelangelo, Rubens

Zwei Ausstellungen in einer: Die Albertina zeigt zwar 100 ihrer schönsten und berühmtesten Grafiken, versteckt sie aber in einer Mammut-Schau zur Biographie ihres Gründers. Man muss durch diese Pflaumenmus-Mauer, bevor sich das Schlaraffenland öffnet.

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München

Farbenmensch Kirchner

Neues vom Bilderbuch-Expressionisten: Gemälde-Durchleuchtung enthüllt, dass Kirchner sehr methodisch vorging. Um schneller malen zu können, mischte er Farben mit Benzin – diese explosive Mischung zeigt die Pinakothek der Moderne in 90 Beispielen.

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Berlin

The Ukrainians

Die Kunst des Protestes: An den Umwälzungen in der Ukraine sind viele Künstler aktiv beteiligt. Erstmals in Deutschland zeigt die daadgalerie einen aktuellen Querschnitt: Nüchterne bis resignative Arbeiten lassen Aufbruchstimmung meist vermissen.

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München

Nofretete - tête-à-tête

Der lange Schatten des Pharaonen-Reichs: Altägyptische Motive und Formensprache beeinflussen die Kunst bis heute. Das zeigt eine ambitionierte Schau im Ägyptischen Museum; sobald sie auf Museen und Publikum ausgreift, franst sie etwas aus.

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Dominik Graf

Die geliebten Schwestern

(Kinostart: 31.7.) Summer of Love 1788: Schiller liebte zwei Schwestern zugleich. Als er eine heiratete, brach die andere mit beiden. Ihre idealistische Liebes-Utopie filmt Regisseur Dominik Graf formvollendet: als Spiegel für die arg monogame Gegenwart.

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Clint Eastwood

Jersey Boys

(Kinostart: 31.7.) Schicke Anzüge und schmissige Tollen: The Four Seasons waren in den 1960ern auf Hits abonniert. Clint Eastwood verfilmt das Erfolgs-Musical zur Bandgeschichte: etwas unentschieden zwischen Episoden-Drama und flotten Gesangsnummern.

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Joss Whedon

Viel Lärm um Nichts

(Kinostart: 24.7.) Liebeshändel unter Hollywood-Schauspielern: Regisseur Joss Whedon verfilmt eine turbulente Shakespeare-Komödie in Schwarzweiß. Die Aktualisierung als ewig charmante Cocktail Party wirkt als Sittenbild reichlich halbseiden.

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Diao Yinan

Feuerwerk am helllichten Tage

(Kinostart: 24.7.) Film noir in Chinas Provinz: Ein Ex-Cop sucht einen Mörder, um sich zu rehabilitieren – die Spur führt in eine Reinigung. Genre-Kino mit brillant eigenwilliger Bildsprache, auf der Berlinale 2014 mit zwei Bären ausgezeichnet.

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Philippe de Chauveron

Monsieur Claude und seine Töchter

(Kinostart: 24.7.) Französische Multikulti-Familienkomödie: Mit jeder Heirat holen die Töchter von Monsieur Claude eine andere Weltkultur ins Haus. Regisseur de Chauveron spießt Vorurteile und Klischees angenehm unverkrampft und provokativ auf.

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