Frankfurt am Main

Die 80er – Figurative Malerei

Zwischen Onanie im Kino und nackten Männerleibern an Fleischerhaken: Bilder der „Jungen Wilden“ in den 1980er Jahren fielen denkbar drastisch aus. Ihre Provokationen bleiben bis heute frisch und originell, zeigt eine große Überblicks-Schau im Städel.

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Berlin

Ein Gott - Abrahams Erben am Nil

Ökumene in der Spätantike: Das Bode-Museum will zeigen, wie viele Gemeinsamkeiten Juden, Christen und Moslems miteinander teilen. Im Versöhnungswillen mittels Schätze-Schau geht unter, welche Unterschiede religiöse Konflikte auslösten – und warum.

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Düsseldorf + Köln

Bernard Schultze

Im unerschöpflichen Bilderkosmos: Jede Form enthält unendlich viele weitere. Damit wurde Bernard Schultze zu einem der bedeutendsten abstrakten Maler der Nachkriegszeit, zeigen zwei Retrospektiven zum 100. Geburtstag im Kunstpalast und Museum Ludwig.

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Salma Hayek + Vincent Cassel

Das Märchen der Märchen

(Kinostart: 27.8.) Sex, Gewalt und Skurrilitäten: Regisseur Matteo Garrone wurde 2008 mit dem Mafia-Schocker „Gomorrha“ bekannt. Nun verfilmt er drei klassische italienische Märchen – als bizarren Reigen, dessen Dramaturgie hinter seiner Bildgewalt herhinkt.

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Mark Dornford-May

Lilien im Winter – La Bohème am Kap

(Kinostart: 27.8.) Ergreifende Liebestragik in den Townships von Kapstadt: “U-Carmen”-Regisseur Mark Dornford-May verlegt einen weiteren Opern-Klassiker ins heutige Südafrika. Allerdings gebietet diesmal Puccinis Libretto eher statische Innerlichkeit.

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Martina Gedeck

Anni Felici – Barfuß durchs Leben

(Kinostart: 27.8.) Glückliche Jahre, aber keiner hat’s gemerkt: Regisseur Daniele Luchetti blick auf Italien in den 1970ern zurück – mit Anfängen der Frauenbewegung und Freiheits-Sehnsüchten im bürgerlichen Rahmen. Atmosphärisch dicht, aber recht unpolitisch.

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Kunst+Film-Video der Woche:

Nur noch diese Woche: “Queensize – Female Artists from the Olbricht Collection” zeigt Werke von 60 Künstlerinnen über weibliche Weltwahrnehmung. Aus allen möglichen Perspektiven:  nüchtern, provokant, erotisch, geschmacklos, grotesk oder grauenvoll – so facettenreich wie die Gegenwart

Auch neu im Kino ab 27. August

  • Der Chor – Stimmen des Herzens“: Dustin Hoffmann bringt einem rebellischen Schüler die Flötentöne bei.
  • Frank“: Musiker-Komödie aus Irland – Michael Fassbender als Bandleader trägt stets monströsen Pappmaché-Kopf.

  • L’Chaim – auf das Leben!“: Doku – jüdischer Freak wird seriös und pflegt seine Mutter, eine Shoa-Überlebende.

  • Staatsdiener“: Doku über angehende Polizisten während ihrer Ausbildung an der Polizeischule.
  •  “Straight Outta Compton“: So hieß das zweite Album der Gangsta-Rapper N.W.A. (“Niggaz Wit Attitudes”) von 1988 – berühmt-berüchtigt wegen ihrer Verherrlichung von Drogen und Gewalt im Ghetto. Ein Vierteljahrhundert später folgt dieses Musiker-Biopic der etwas anderen Art.

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Hannover

Auszeit – Faulenzen und Nichtstun

Dolce far niente in 120 Variationen: Das Sprengel Museum begleitet die Ferienzeit mit einer hübschen Enzyklopädie der Inaktivität – die Faulpelze bequemen sich höchstens zum Baden. Allerdings nur bis zur Nachkriegszeit; dann geht der Schau die Luft aus.

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Duisburg + 7 weitere Städte

China 8: Zeitgenössische Kunst

Klotzen statt kleckern: Nicht weniger als neun Museen in acht NRW-Städten präsentieren 500 Werke von 120 Künstlern. Der Ausstellungs-Marathon zeigt, wie unfassbar vielfältig die dortige Szene mittlerweile ist – zweifellos die wichtigste Schau des Jahres.

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München

Keith Haring – Gegen den Strich

Invasion der Strichmännchen: Mit ihnen kritzelte Keith Haring in den 1980er Jahren alles voll. Als wüsste er, wie wenig Zeit ihm blieb; er starb mit 31 Jahren an AIDS. Die Hypo-Kunsthalle blickt auf sein Werk zurück – und entdeckt ihn als politischen Künstler.

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Düsseldorf

Wim Wenders – Photographien

Neuer Deutscher Film goes Foto-Tapete: Zum 70. Geburtstag des Autorenfilm-Regisseurs zeigt das Museum Kunstpalast eine große Werkschau seiner Landschafts-Aufnahmen – menschenleere Riesenformate in satten Farben mit Hang zu sakralem Edelkitsch.

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Berlin

Bernhard Martin

Surreales Panoptikum der Dekadenz: Auf Gemälden von Bernhard Martin geht es hoch her. Sekt fließt in Strömen, freizügige Damen klimpern mit Juwelen. Diese süffigen Tableaus bergen hintergründiges Unbehagen, zeigt seine Werkschau in der Berlinischen Galerie.

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Anna Muylaert

Der Sommer mit Mamã

(Kinostart: 20.8.) Servilität in der Servicegesellschaft: Eine brasilianische Perle umsorgt beflissen ihre reichen Herrschaften – bis ihre Tochter respektlos alles auf den Kopf stellt. Witzig und charmant führt Regisseurin Muylaert soziale Rituale vor.

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Philipp Eichholtz

Liebe Mich !

(Kinostart: 20.8.) Ohne Kohle, Bude und Apple-Laptop durch die Hauptstadt: Sarah hat es sichtlich schwer. Sein Porträt einer verhuschten Studentin hat Regisseur Philipp Eichholtz mit Mini-Budget und maximaler Improvisation gedreht: ein charmantes Debüt.

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Partho Sen-Gupta

Sunrise – Arunoday

(Kinostart: 20.8.) Mumbai im Monsunregen bei Nacht: Ein Kommissar jagt Kinder-Kidnapper und sieht erst schwarz, dann rot. Regisseur Partho Sen-Gupta komponiert ausgefeilte Bilder, für deren Schauwerte er jede plausible Handlungslogik opfert.

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Mohammad Rasoulof

Manuscripts don't burn

(Kinostart: 13.8.) Banalität der Brutalität: Die Geheimdienst-Hetzjagd auf Oppositionelle im Iran zeigt Regisseur Mohammad Rasoulof als reibungslos laufende Mordmaschine. Sein Schwanengesang taugt als Antidot gegen Iran-Euphorie nach dem Atom-Abkommen.

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Sebastian Schipper

Coconut Hero

(Kinostart: 13.8.) Richtig Schluss machen ist gar schwer: Trotz Krebstumor kriegt ein junger Kanadier einfach nicht die Kurve. Das Coming-of-Age-Drama von Regisseur Florian Cossen gerät zur bemühten Groteske voller eindimensionaler Abziehbilder.

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Top-Ausstellungen im August 2015

  • Frank Auerbach“: erste deutsche Werkschau des “London School”-Hauptvertreters bis 13.9. im Kunstmuseum Bonn
  • Geniale Dilletanten: Subkultur der 1980er-Jahre in Deutschland“: bis 11.10. im Haus der Kunst, München
  • Cranach der Jüngere 2015“: Zum 500. Geburtstag tritt der Sohn in Wittenberg bis 1.11. aus des Vaters Schatten
  • HOMOSEXUALITÄT_EN“: Doppel-Ausstellung über Gender bis 1.12. im DHM und Schwulen Museum, Berlin
  • Globale“: Digitalkunst-Festival mit Ausstellungs-Zyklus zu Life Sciences etc. bis 17.4.2016 im ZKM, Karlsruhe

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. Der Sommer mit Mamã” von Anna Muylaert
  2. Broadway Therapy” von Peter Bogdanovich
  3. Victoria” von Sebastian Schipper
  4. Learning to Drive” mit Ben Kingsley + Patricia Clarkson
  5. Taxi Teheran” von Jafar Panahi
  6. Amy – The girl behind the name” über Amy Winehouse
  7. Gefühlt Mitte Zwanzig“ mit Ben Stiller + Naomi Watts
  8. Taxi – nach Karen Duves Roman” von Kerstin Ahlrichs
  9. Slow West” mit Michael Fassbender
  10. Coconut Hero” von Florian Cossen
Karlsruhe

Globale: Ryoji Ikeda + Tetsuo Kondo

Lost in Big Data: Beim Globale-Festival des ZKM macht Ryoji Ikeda faszinierend anschaulich, wie endlose Datenströme alle Menschen ständig durchdringen. Die künstliche Wolke von Tetsuo Kondo ist reizlos, der Auto-Marathon von HA Schult nur albern.

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Frankfurt am Main

Coop Himmelb(l)au

Wie Wiener Anarcho-Hippies zu Baumeistern der EZB wurden: Das Deutsche Architekturmuseum dokumentiert die Entwicklung der Coop Himmelb(l)au. Drei neue Großprojekte machen deutlich: Mehr dekonstruktivistischer Mut täte heutigem öden Städtebau gut.

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Berlin

ImEx: Im– und Expressionismus

Das Zeitalter der Ismen: Die Alte Nationalgalerie vergleicht 160 Werke beider Stile miteinander. Mit überraschendem Befund: Um 1900 änderten sich die Malweisen radikal, aber nicht die Motive – und die Entfremdung des Individuums schritt unaufhaltsam voran.

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Halle/ Saale

Logical Emotion – Kunst aus Japan

Mehr als Manga-Comics und Elektronik-Gadgets: Eine Überblicks-Schau in der Moritzburg führt vor, wie vielfältig japanische Gegenwartskunst ist – mit neonfarbenen Tropfsteinhöhlen, Installationen aus Seife oder Skulpturen in Gips, die wie eingefroren wirken.

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Hamburg

Picasso in der Kunst der Gegenwart

200 Picasso-Werke, aber keines von ihm selbst: Die Deichtorhallen führen den immensen Einfluss vor, den er bis heute auf Künstler ausübt. Ein klug ausgewähltes Potpourri des gesamten Kunstbetriebs, das deutlich macht: Bilder zitieren stets andere Bilder.

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Jasna Fritzi Bauer

About a Girl

(Kinostart: 6.8.) “I hope I die before I get old”: Nach ihrem Selbstmord-Versuch geht für eine 15-Jährige der Schulstress erst richtig los. Darüber dreht Regisseur Mark Monheim eine subtile Tragikomödie – nicht rabenschwarz, sondern in zarten Grautönen.

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Ben Kingsley

Learning to Drive

(Kinostart: 6.8.) Im Schlingerkurs durch Manhattan: Regisseurin Isabel Coixet benutzt Ben Kingsleys Fahrunterricht als Metapher für neuen Lebensmut. Doch ein fades Drehbuch voller Klischees und Fehler fährt das Feelgood Movie frontal vor die Wand.

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James Franco

True Story – Spiel um Macht

(Kinostart: 6.8.) Lügengespinste in Presse und Knast: Ein Reporter verliert seinen Job und hofft auf ein Comeback mit einer Mörder-Biographie. Aus Dialog-Zweikämpfen macht Regisseur Rupert Goold ein Gerichts-Drama mit US-typischer Faktenhuberei.

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Gustavo Taretto

Las Insoladas – Sonnenstiche

(Kinostart: 6.8.) Kein Entkommen vor der Sommerhitze: Beim Sonnenbad in Buenos Aires delirieren sechs Grazien übers Auswandern nach Kuba. Nach “Medianeras” nimmt Regisseur Gustavo Taretto wieder liebevoll die Spleens seiner Landsleute aufs Korn.

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Naomi Kawase

Still the Water

(Kinostart: 30.7.) Amami-Oshima sehen und sterben: Regisseurin Naomi Kawase verwandelt ihre schlichte Geschichte über zwei Jugendliche auf einer japanischen Tropen-Insel in eine metaphysische Parabel mit malerisch schönen Unterwasser-Aufnahmen.

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