München

Louise Bourgeois – Die Zellen

Zwischen Körper und Gefängnis: Als Spätwerk schuf die surrealistische Bildhauerin Louise Bourgeois eigenwillige Zell-Räume. 30 davon zeigt das Haus der Kunst in einer grandiosen Schau – nie war anschaulicher, dass Familie die Keimzelle der Gesellschaft ist.

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Dresden

Blicke ! Körper ! Sensationen !

Verheerungen der Wirklichkeit: Im 19. Jahrhundert zeigten Wachsmodelle, was man über Körper und Krankheiten wusste. Ein historisches Panoptikum kontrastiert das Deutsche Hygiene-Museum mit Körperbildern der Gegenwartskunst – Wachs ist härter.

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Gotha + Kassel + Weimar

Bild und Botschaft – Cranach

Erfinder der modernen Bildpropaganda: Mit ihrer Werkstatt entfesselten Vater und Sohn Cranach eine zuvor ungekannte Massenproduktion. Ohne ihre Grafiken hätte sich die Reformation nie durchgesetzt – das zeigen zwei Ausstellungen in Gotha und Weimar.

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Kiki Allgeier

Seht mich verschwinden

(Kinostart: 2.7.) Als Magersüchtige in der Modebranche erfolgreich: Isabelle Caro rebellierte mit Anorexie gegen ihre Mutter und wurde zum gefragten Model – bis sie 2010 starb. Regisseurin Allgeier widmet ihr ein sensibles, anrührendes Doku-Porträt.

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Colin Firth

Die Liebe seines Lebens

(Kinostart 25.6.) Realer als “Die Brücke am Kwai”: Ein britischer Ex-Kriegsgefangener sucht Jahre später nach seinem japanischen Peiniger. Die wahre Geschichte verfilmt Regisseur Jonathan Teplitzky mit authentischem Zeitkolorit und großem Staraufgebot.

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Jan-Willem van Ewijk

Atlantic.

(Kinostart: 25.6.) Der junge Wellenreiter und das Meer: Einen marokkanischen Surfer begleitet Regisseur van Ewijk über den Ozean nach Europa. Den Blick auf gegenwärtige Massenflucht verweigert der Film; seine Innenschau erscheint als Luxusproblem.

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Kunst+Film-Video der Woche:

Auch neu im Kino ab 25. Juni

  • Das fehlende Grau“: deutsche Psycho-Studie über Neurotikerin, die Männer aufreißt und manipuliert.

  • Verliebt, verlobt, verloren” von Sung-Hyung Cho: Doku über Nordkoreaner-Kinder in der DDR.

  • Dior und ich“: Doku über Raf Simons, Chefdesigner des Modehauses Dior.

  • Freistatt” von Marc Brummund: Drama um Rebellion 1968 in der Provinz – ein 14-Jähriger landet im Heim.

  • Underdog“: Hunde übernehmen die Macht – bizarre Parabel aus Ungarn über die Ausgrenzung von und Jagd auf Minderheiten.

Frankfurt am Main

Monet – Geburt des Impressionismus

Rückblick auf eine Kunst-Revolution: Ab 1870 forderten Bilder von Claude Monet und seinen Mitstreitern ihre Zeitgenossen heraus – Sinneseindrücke wurden wichtiger als Motive. Wie der Impressionismus entstand, rekonstruiert das Städel mit 100 Meisterwerken.

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Berlin

Jahrhundertzeichen: Israel-Kunst

Im Martin-Gropius-Bau ist Israels größtes Kunstmuseum aus Tel Aviv zu Gast: mit Meisterwerken der Moderne und Gegenwartskunst. Die verblüfft mit fantasievoll frechen Provokationen und überraschenden Nahost-Schlaglichtern – eine gelungene Kombination.

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München

Zoom! Architektur und Stadt im Bild

Das neue Bild der Erde: Weltweit wandeln sich Städte rascher als je zuvor. Daher dokumentiert eine neue Generation von Fotografen nicht mehr Einzelbauten, sondern das urbane Umfeld. 18 beeindruckende Beispiele präsentiert die Pinakothek der Moderne.

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Berlin + Zürich + Paris

Tanz der Ahnen: Kunst aus Neuguinea

Archaische Kulturschätze vom Ende der Welt, so radikal wie die Moderne: Formenvielfalt und Drastik der Papua-Kunst vom Sepik-Fluss sind beispiellos. Eine grandiose Schau im Martin-Gropius-Bau versammelt nun faszinierende Spitzenstücke aus ganz Europa.

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Frankfurt am Main

Künstler und Propheten

Exhumierung der Lichtgestalten: Um die Jahrhundertwende predigten selbsternannte Apostel neue Lebensweisen − manche Künstler folgten ihnen. Darüber erfährt man in der Schirn wenig: Sie präsentiert seltsame Heilige mit wallendem Haar und Hirtenstäben.

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Stephen Daldry

Trash

(Kinostart: 18.6.) Geldsegen aus dem Müllsack: Ihr Brieftaschen-Fund in Rio hetzt drei Straßenkids die halbe Stadt auf den Hals. Rasanter Thriller von Regisseur Stephen Daldry, der authentisch Elendsviertel-Leben und Polit-Korruption in Brasilien zeigt.

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Dominik Graf

Was heißt hier Ende? Michael Althen

(Kinostart: 18.6.) Er lernte seine Frau im Kino kennen, sein Nachruf beschleunigte Antonionis Tod: Der renommierte Filmkritiker Michael Althen lebte ganz für die Leinwand. Ihm widmet Regisseur Dominik Graf ein liebevolles, etwas längliches Porträt.

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Florian David Fitz

Die Lügen der Sieger

(Kinostart: 18.6.) Nichts ist so, wie es scheint: Ein Enthüllungs-Journalist und seine Kollegin verheddern sich in Halbwahrheiten und Lobby-Manipulationen. Den visuell dichten Polit-Thriller inszeniert Regisseur Christoph Hochhäusler etwas überdeutlich.

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John Cusack

Love & Mercy

(Kinostart: 11.6.) Das Vokalharmonie-Genie: Als Kopf der Beach Boys hat Brian Wilson die Popmusik wie kein zweiter geprägt – nach beispiellosen Erfolgen stürzte er total ab. Seine Biographie verfilmt Regisseur Bill Pohlad voller Nuancen und Feingefühl.

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Emilio Martínez Lázaro

8 Namen für die Liebe

(Kinostart: 11.6.) Wie Oberbayern gegen Ostfriesen: Regisseur Martínez Lázaro mokiert sich über die Unterschiede zwischen Andalusiern und Basken – so temporeich und witzig, dass seine Komödie in Spanien zum größten Kinoerfolg aller Zeiten wurde.

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Top-Ausstellungen im Juni 2015

  • Alibis: Sigmar Polke“: große Retrospektive des großen Einzelgängers bis 5.7. im Museum Ludwig, Köln
  • Verzauberte Zeit: Cézanne, van Gogh, Bonnard, Manguin“: bis 16.8. in der Kunsthalle Hamburg
  • Keith Haring: Gegen den Strich: Wiederentdeckung der Graffiti-Art bis 30.8. in der Hypo-Kunsthalle, München
  • EIN GOTT – Abrahams Erben am Nil“: über drei Religionen in Ägypten bis 13.9 im Berliner Bode-Museum
  • IMEX. Impressionismus – Expressionismus. Kunstwende“: bis 20.9 in der Alten Nationalgalerie, Berlin

Auch neu im Kino ab 18. Juni

  • Big Game – Die Jagd beginnt“: Der US-Präsident (Samuel L. Jackson) stürzt ab, ein junger Finne rettet ihn.

  • Amapola – eine Sommernachtsliebe“: Überladene Fantasy-Fabel nach Shakespeare aus Argentinien.

  • Ozean der Träume – Dil Dhadakne Do“: Bollywood der besseren Sorte – Europa-Kreuzfahrt mit Scheidungs-Drama.
  •  “Agnieszka” von Tomas Rudzik: hoch gelobtes Drama um polnische Emigrantin, die Domina in München wird.

  • City of McFarland“: Kevin Costner trainiert junge Leichtathleten, die trainieren seine Sozialkompetenz.
Schwerin

Reise nach Indien

Pauschaltrip nach Indien: Das Staatliche Museum bucht ein All-inclusive-Arrangement bei einer Wiener Galerie; dazu kommen zwei Last-minute-Teilnehmer. Trotz vielfältiger Eindrücke lässt die wirre Routenführung die Passagiere orientierungslos zurück.

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Berlin

ZERO − internationale Kunstbewegung

Vom Werk zum Ereignis: Die Gruppe ZERO machte in der Nachkriegszeit Tabula rasa und schuf aus Licht, Wind und Feuer völlig neue Kunst. Die zeigt der Martin-Gropius-Bau in allen Facetten − und wie sie damit der heutigen Event-Kultur den Weg ebnete.

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Frankfurt am Main

Isa Genzken − New Works

Isa Genzken war Schülerin und Frau von Gerhard Richter, bevor sie mit vielseitigen Arbeiten bekannt wurde. Im MMK zeigt sie nun Gruppen aus Schaufenster-Puppen, Collagen, Filme, Nofretete-Büsten mit Brillen − und eine surreale Sexfantasie wie von Dalí.

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Heidelberg

Kalighat – Malerei indische Moderne

Geburt der Moderne aus dem Geist der Massenproduktion: Für billige Pilger-Souvenirs entwickelten indische Künstler im 19. Jahrhundert einen ausdrucksstark plakativen Stil. Seltene Beispiele dieses Proto-Expressionismus zeigt nun das Völkerkundemuseum.

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Dresden

Supermarket of the Dead

Die wertvollste Ausstellung des Jahres: Im Residenzschloss wird das Sortiment ausgebreitet, das Chinesen ihren Ahnen zuliebe verbrennen. Eine Parade teurer Markenprodukte aus Papier, die westlichen Warenfetischismus in Rauch aufgehen lassen.

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Sebastian Schipper

Victoria

(Kinostart: 11.6.) Sportliche Leistung: Regisseur Schipper hat seinen 140-Minuten-Film in einer einzigen Aufnahme gedreht. Diese Vorgabe engt seinen Krimi im Berliner Nachtleben so ein, dass die Kollektiv-Improvisation seltsam künstlich anmutet.

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Tom Hardy + Noomi Rapace

Kind 44

(Kinostart: 4.6.) Die Sowjetunion als alltägliche Paranoia: Unter Stalin konnte jeder jeden denunzieren und dem KGB ans Messer liefern. Mit Serienkiller-Plot und großem Star-Ensemble legt Regisseur Daniel Espinosa die Wurzeln des heutigen Russland frei.

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Helen Mirren

Die Frau in Gold

(Kinostart: 4.6.) Es ist nicht alles Gold, was glänzt: Der Fall um die Rückgabe von Klimt-Gemälden, die Nazis österreichischen Juden geraubt hatten, an ihre Erbin zog sich jahrelang hin. Regisseur Curtis macht daraus Talmi nach Hollywood-Geschmack.

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Rüdiger Suchsland

Von Caligari zu Hitler

(Kinostart: 28.5.) Mehr als Caligari, Metropolis und Blauer Engel: In den 1920ern entstanden etliche Meisterwerke. Filmkritiker Rüdiger Suchsland präsentiert faszinierende Perlen; seine Verknüpfung mit deutscher Geschichte gerät ein wenig überambitioniert.

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Kanu Behl

Ein Junge namens Titli

(Kinostart: 28.5.) Anti-Bollywood at its best: Sein Kleingangster-Porträt nutzt der indische Regisseur Kanu Behl zur schonungslosen Abrechnung mit Familienbande, Wohnungsnot und Wachstumswahn. Virtuos konstruiert und inszeniert − ein brillantes Debüt.

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