Frankfurt am Main

Ich - Künstler-Selbstporträts

Ich ist ein Anderer: Im Zeitalter allgegenwärtiger Selbstbespiegelungen einer narzisstischen Selfie-Kultur scheint sich das Ich einer genauen Bestimmung immer mehr zu entziehen. Das zeigt die Schirn Kunsthalle anhand der Werke von 40 Künstlern.

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Berlin

Lee Miller – Fotografien

Als Hitler Selbstmord beging, planschte Lee Miller in seiner Badewanne: Weltkriegs-Ende und KZ-Befreiung erlebte sie hautnah mit. Zuvor hatte sie mit surreal anmutenden Aufnahmen auf sich aufmerksam gemacht, zeigt der Martin-Gropius-Bau in einer Werkschau.

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München

Joaquín Sorolla: Meister des Lichts

Erfinder des gemalten Urlaubsfotos: Mit leuchtenden Bildern von Belle Epoque und Badespaß wurde Joaquín Sorolla um 1900 zum populärsten Künstler Spaniens. Sein halb natural-, halb impressionistisches Œuvre stellt die Hypo-Kunsthalle erstmals ausgiebig vor.

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Tom Hanks

Ein Hologramm für den König

(Kinostart: 28.4.) Lost in Translation, zweiter Teil: Statt in Tokio verliert Tom Hanks nun in einer saudischen Glitzerstadt jede Orientierung. Schön sarkastisches Globalisierungs-Sittengemälde von Regisseur Tom Tykwer – mit leider verkitschtem Schluss.

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Marcie Begleiter

Eva Hesse

(Kinostart: 28.4.) Heureka in Kettwig an der Ruhr: Dort fand Eva Hesse 1964 zu ihrem Stil. In New York beeindruckten ihre großformatigen Installationen die Kunstwelt; 1970 starb sie mit nur 34 Jahren. Ihre wechselhafte Biografie dokumentiert Marcie Begleiter.

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Tobey Maguire

Bauernopfer – Spiel der Könige

(Kinostart: 28.4.) Matt in 115 Minuten: Die Schach-WM 1972 zwischen US-Großmeister Bobby Fischer und Titelverteidiger Boris Spasski galt als Kampf der Systeme. Regisseur Edward Zwick rollt das Turnier auf – als spannender Psychothriller auch für Spiel-Unkundige.

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Kunst+Film-Video der Woche:

Er porträtierte Brecht und arbeitete eng mit George Grosz zusammen: In den 1920er Jahren zählte Rudolf Schlichter zu den wichtigsten Malern der Neuen Sachlichkeit – bis er sich 1932 zurückzog. Aber nur geographisch: In seinem Werk lebte er sexuelle Obsessionen und Gewaltfantasien aus. Es ist nach dem Auftakt in Koblenz nun im Kunstverein „Talstrasse“ in Halle/ Saale neu zu entdecken.

Auch neu im Kino ab 28. April

  • „Chrieg“: Jugend-Drama aus der Schweiz über einen renitenten Teenager, der im Boot Camp zum brutalen Kleinkriminellen wird – ein mit dem Max-Ophüls-Preis prämierter Elends-Porno in härtestem Schwyzerdütsch.

  • „Lenas Klasse“: Doku-Drama über russische Sonderschulen für körperlich und geistig Behinderte – sie werden eher verwahrt als gefördert.
  • „Wer hat Angst vor Sibylle Berg?“: Doku über die in der Ex-DDR aufgewachsene Bestseller-Autorin, die auch produktiv für zahlreiche Magazine textet.

  • „The First Avenger: Civil War (3D)“: das Science-Fiction-Action-Spektakel der Woche, zum Teil in Berlin und Leipzig gedreht – Captain America hat keine Lust, sich von einem Regierungs-Bürokraten kommandieren zu lassen.

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Berlin

Kunst der Vorzeit – Felsbilder

40.000 Jahre Kunstgeschichte in einer Ausstellung: Der Martin-Gropius-Bau zeigt gemalte Kopien von prähistorischen Höhlenmalereien – eine atemberaubend faszinierende Zeit- und Weltreise über drei Kontinente zu den Anfängen der Menschheit.

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Halle/ Saale

Krieg – archäologische Spurensuche

Krieg als kulturelle Errungenschaft: Mit Ackerbau und Viehzucht begann das organisierte Abschlachten. Dessen Entstehung zeigt umfassend das Landesmuseum für Vorgeschichte; am Beispiel der Schlacht von Lützen 1632 bohrt es gründlich in die Tiefe.

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Berlin

Julian Rosefeldt – Manifesto

Star-Schauspielerin Cate Blanchett ändert die Welt: Als Punk, Penner oder Broker trägt sie Avantgarde-Manifeste vor – deren Furor verpufft in Endlosschleifen. Das inszeniert Julian Rosefeldt im Hamburger Bahnhof als ausgefeiltes Rollenspiel auf 13 Kanälen.

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Stuttgart

Die Welt des Schattentheaters

Reise durch das Schattenreich: In der halben Welt wird Schattentheater gespielt – rituell in Süd- und Ostasien, burlesk im Orient. Doch stets mit enorm kunstfertig gearbeiteten Figuren; eine prachtvolle Auswahl rückt das Linden-Museum ins Rampenlicht.

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München + Wien

Painting 2.0 – Info-Zeitalter

Oft totgesagt, immer noch quicklebendig: Malerei habe die Modernisierungs-Schübe der letzten 50 Jahre souverän verarbeitet, versichert eine Mammutausstellung im Museum Brandhorst und Mumok. Eine gewagte These für eine facettenreiche Überblicks-Schau.

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Guillaume + Stéphane Malandrin

Ich bin tot, macht was draus!

(Kinostart: 28.4.) Lemmy, Bowie, Prince – der nächste ist Jipé: Vom Tod ihres Sängers lässt sich eine belgische Altrocker-Band ihre US-Tournee nicht durchkreuzen. Daraus schlagen die Regie-Brüder Malandrin anarchische Funken – als etwas andere Trauerarbeit.

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Giro Guerra


Der Schamane und die Schlange

(Kinostart: 21.4.) Tragische Tropen: Auf den Spuren zweier Pioniere der Amazonas-Forschung inszeniert Regisseur Ciro Guerra eine berauschende Reise ans Ende der Nacht – als brillantes Stationen-Drama mit betörend schönen Bildern in elegantem Schwarzweiß.

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Lutz Dammbeck

Overgames

(Kinostart: 21.4.) The Show must go on: Essay-Filmer Lutz Dammbeck geht der Vermutung nach, dass die Konzepte für deutsche TV-Gameshows aus der US-Psychiatrie stammen – zur Umerziehung von Ex-Nazis. Klingt abseitig, wartet aber mit faszinierenden Details auf.

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Thomas Vinterberg

Betrunkene haben Weltkrieg gewonnen

In „Die Kommune“ fließt viel Bier; das macht die Mitbewohner großzügig, so der dänische Regisseur Vinterberg. Er erzählt im Interview, welche eigenen Erfahrungen er mit einer WG gemacht hat – und warum sein nächster Film den Alkohol feiern soll.

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Thomas Vinterberg

Die Kommune

(Kinostart: 21.4.) Gemeinsam sind wir stark: Regisseur Thomas Vinterberg beschwört die Atmosphäre in Wohngemeinschaften der 1970er Jahre herauf. Allerdings ohne kreatives Chaos, dafür mit Eifersuchts-Ehedrama – das lässt das Experiment vorhersehbar scheitern.

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Top-Ausstellungen im April

  • „Maniera. Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici“: bis 5.6. im Städel Museum, Frankfurt/ Main
  • „Giorgio de Chirico – Magie der Moderne“: große Retrospektive bis 3.7. in der Staatsgalerie, Stuttgart
  • „Genese Dada – 100 Jahre Dada Zürich“: bis 10.7. im Arp Museum Rolandseck, Remagen
  • „Die Maya – Sprache der Schönheit“: Rückblick auf die Mittelamerika-Kultur bis 7.8. im Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • „Magie der Zeit: Cézanne, van Gogh, Bonnard, Manguin“: bis 11.9. in der Moritzburg, Halle/ Saale

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Ein Mann namens Ove“ von Hannes Holm
  2. „Die Kommune“ von Thomas Vinterberg
  3. Birnenkuchen mit Lavendel“ von Eric Besnard
  4. „Der Schamane und die Schlange“ von Ciro Guerra
  5. „The Lady in the Van“ von Nicholas Hytner
  6. „Ein letzter Tango“ von German Kral
  7. „Wild“ von Nicolette Krebitz
  8. Bach in Brazilvon Ansgar Ahlers mit Edgar Selge
  9. Eddie the Eagle“ von Dexter Fletcher
  10. Spotlight“ von Tom McCarthy mit Michael Keaton
Berlin + Kassel

Bart: Natur + Rasur + Haar-Dickicht

Haarige Angelegenheit: Das Neue Museum zeichnet Bartmoden und Rasiertechniken seit der Antike nach, die Grimmwelt fächert ein Stichwort mit 280 Varianten auf. Beide Ausstellungen durchkämmen ihre Menschheits-Themen amüsant, aber etwas kraus.

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Jena

Afterimages: Schwarze Film-Romantik

Reise durch das Unbewusste in zwölf Videofilmen: Wie Ansätze und Motive der Schwarzen Romantik in der zeitgenössischen Multimedia-Kunst fortwirken, zeigt die Kunstsammlung mit einer klugen Auswahl schaurig schöner, Schwindel erregender Beispiele.

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Bremen

Letztes Jahr in Marienbad

Die Osterinsel der Kinogeschichte: Alain Resnais‘ hyperraffinierter Rätsel-Film von 1961 gilt als so einzigartig wie abseitig. Die Kunsthalle will ihn zum Meilenstein mit kultureller Langzeitwirkung stilisieren – bleibt aber jeden Nachweis dafür schuldig.

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Wuppertal

Weltkunst – Von Buddha bis Picasso

Die ganze Welt in einer Ausstellung: Ein schwerreicher Exzentriker baute die größte private Kunstsammlung vor dem Krieg auf – sie füllt heute zwei wichtige Museen. Das zeigt die anschaulich und opulent inszenierte Gedenk-Schau im Von der Heydt-Museum.

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Berlin

Adolph Menzel zum 200. Geburtstag

Ein visueller Allesfresser, der zum Malen auf Leitern stieg: Adolph Menzel wurde als Autodidakt zum wohl bedeutendsten deutschen Künstler des 19. Jahrhunderts. Seinen 200. Geburtstag würdigen Nationalgalerie und Stadtmuseum – überschaubar, aber gelungen.

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Shawkat Amin Korki

Memories on Stone

(Kinostart: 14.4.) Kurdistan als mentales Gefängnis, kontrolliert von weißhaarigen Paschas: Wie schwierig es ist, dort Filme zu drehen, zeigt Regisseur Shawkat Amin Korki mit rabenschwarzem Humor – und rechnet mit einer Kultur ab, die sich selbst blockiert.

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Heino Ferch

Fritz Lang

(Kinostart: 14.4.) Regie-Genie sucht Tonfilm-Stoff: Sein Dokudrama über die Entstehung des Klassikers „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ setzt Gordian Maugg aus Archiv-Material und Spielszenen zusammen. Dieses Puzzle verstört mehr als der Serienkiller.

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Mirlan Abdykalykov

Nomaden des Himmels

(Kinostart: 14.4.) Culture Clash auf dem Dach der Welt: Ins traditionelle Dasein von Pferdezüchtern im Hochgebirge von Kirgistan sickern Vorboten der Modernisierung ein. Sein Familienporträt inszeniert Regisseur Abdykalykov vor grandioser Naturkulisse.

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Nabil Ayouch

Much Loved

(Kinostart: 14.4.) Prostitution ist im muslimischen Maghreb ein Tabu – der marokkanische Regisseur Nabil Ayouch will es brechen. Dabei schlingert sein Porträt dreier Edel-Nutten in Marrakesch zwischen Schlüsselloch-Reportage und arabischer Soap Opera.

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Ulrike Ottinger

Chamissos Schatten – Teil 2

(Kinostart: 14.4.) Im zweiten Teil ihrer zwölfstündigen Polarmeer-Saga bereist Regisseurin Ottinger die sibirische Region Tschukotka: Sie plaudert mit Einheimischen über Fisch-Rezepte und beobachtet eine Stunde lang, wie eine Robbe geschlachtet wird.

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