München

Keith Haring – Gegen den Strich

Invasion der Strichmännchen: Mit ihnen kritzelte Keith Haring in den 1980er Jahren alles voll. Als wüsste er, wie wenig Zeit ihm blieb; er starb mit 31 Jahren an AIDS. Die Hypo-Kunsthalle blickt auf sein Werk zurück – und entdeckt ihn als politischen Künstler.

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Düsseldorf

Wim Wenders – Photographien

Neuer Deutscher Film goes Foto-Tapete: Zum 70. Geburtstag des Regisseurs Wim Wenders zeigt das Museum Kunstpalast eine Werkschau seiner Landschafts-Aufnahmen – menschenleere Riesenformate in satten Farben mit Hang zu sakralem Edelkitsch.

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Berlin

Bernhard Martin

Surreales Panoptikum der Dekadenz: Auf Gemälden von Bernhard Martin geht es hoch her. Sekt fließt in Strömen, freizügige Damen klimpern mit Juwelen. Diese süffigen Tableaus bergen hintergründiges Unbehagen, zeigt seine Werkschau in der Berlinischen Galerie.

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Naomi Kawase

Still the Water

(Kinostart: 30.7.) Amami-Oshima sehen und sterben: Regisseurin Naomi Kawase verwandelt ihre schlichte Geschichte über zwei Jugendliche auf einer japanischen Tropen-Insel in eine metaphysische Parabel mit malerisch schönen Unterwasser-Aufnahmen.

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Michael Fassbender

Slow West

(Kinostart: 30.7.) Zwei einsame Reiter suchen in der Prärie nach einem Schatz: Diesen klassischen Western-Plot reichert Regisseur John Maclean mit allerlei mehr oder weniger gelungenen Gags an – bis der finale Kugelhagel jede Bedeutung zersiebt.

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Jafar Panahi

Taxi Teheran

(Kinostart: 23.7.) Über Regisseur Jafar Panahi wurde ein Berufsverbot verhängt; also stieg er ins Taxi und drehte dort. Seine warmherzige Road Movie-Komödie als Porträt der heutigen Gesellschaft im Iran gewann bei der Berlinale den Goldenen Bären.

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Kunst+Film-Video der Woche:

Wie ein Sturzflug durch den Cyberspace: Die grandiose Multimedia-Installation “micro|macro” von Ryoji Ikeda im ZKM ist ein echter Trip! 

Auch neu im Kino ab 30. Juli

  • Es ist kompliziert..!“: Dating- und Verwechslungs-Komödie in den Zeiten von Facebook.

  • Die getäuschte Frau” von Sacha Polak (“Hemel“) – Niederländerin entdeckt das Doppelleben ihres gestorbenen Geliebten mit einer anderen Frau.

  • Pixels“: Science-Fiction-Komödie – wild gewordene Videospiel-Figuren wie Pac-Man greifen die Erde an.
  • The Vatican Tapes“: Exorzismus-Horror für Katholiken – nur im Papst-Staat kann man einer Besessenen helfen.
  •  “Gefühlt Mitte Zwanzig“: Ach, das wären wir alle gern! Mit “Frances Ha” gelang Noah Baumbach ein zauberhaftes Jung-in-New-York-Porträt. Nun schickt er Ben Stiller und Naomi Watts auf die Suche nach dem Jungbrunnen.

Karlsruhe

Globale: Ryoji Ikeda + Tetsuo Kondo

Lost in Big Data: Beim Globale-Festival des ZKM macht Ryoji Ikeda faszinierend anschaulich, wie endlose Datenströme alle Menschen ständig durchdringen. Die künstliche Wolke von Tetsuo Kondo ist reizlos, der Auto-Marathon von HA Schult nur albern.

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Frankfurt am Main

Coop Himmelb(l)au

Wie Wiener Anarcho-Hippies zu Baumeistern der EZB wurden: Das Deutsche Architekturmuseum dokumentiert die Entwicklung der Coop Himmelb(l)au. Drei neue Großprojekte machen deutlich: Mehr dekonstruktivistischer Mut täte heutigem öden Städtebau gut.

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Berlin

ImEx: Im– und Expressionismus

Das Zeitalter der Ismen: Die Alte Nationalgalerie vergleicht 160 Werke beider Stile miteinander. Mit überraschendem Befund: Um 1900 änderten sich die Malweisen radikal, aber nicht die Motive – und die Entfremdung des Individuums schritt unaufhaltsam voran.

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Halle/ Saale

Logical Emotion – Kunst aus Japan

Mehr als Manga-Comics und Elektronik-Gadgets: Eine Überblicks-Schau in der Moritzburg führt vor, wie vielfältig japanische Gegenwartskunst ist – mit neonfarbenen Tropfsteinhöhlen, Installationen aus Seife oder Skulpturen in Gips, die wie eingefroren wirken.

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Hamburg

Picasso in der Kunst der Gegenwart

200 Picasso-Werke, aber keines von ihm selbst: Die Deichtorhallen führen den immensen Einfluss vor, den er bis heute auf Künstler ausübt. Ein klug ausgewähltes Potpourri des gesamten Kunstbetriebs, das deutlich macht: Bilder zitieren stets andere Bilder.

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Berlin

Fassbinder – Jetzt

Staatsbegräbnis unter Bergen von Archiv-Schutt: Die Hommage zum 70. Geburtstag von Rainer Werner Fassbinder wird beim Umzug aus Frankfurt in den Martin-Gropius-Bau auf den dreifachen Umfang aufgebläht. Nun erschlägt Papierkram das Regie-Genie.

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Thomas Vinterberg

Am grünen Rand der Welt

(Kinostart: 16.7.) Herzensirrungen und -wirrungen im viktorianischen England: Ex-Dogma-Regisseur Vinterberg verfilmt einen Klassiker von Thomas Hardy. Für angestaubte Figurenkonstellation und Frauenbilder entschädigen opulente Landschaftsaufnahmen.

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Doug Aitken

Station to Station

(Kinostart: 16.7.) Visuelles Eisenbahnunglück: Multimedia-Künstler Doug Aitken rast mit einer Schar von Kollegen im Zug durch Amerika. Seine Reisebericht-Doku gesteht jedem 60 Sekunden zu – in diesem Bildergewitter bleibt jeder Sinn auf der Strecke.

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Álvaro Brechner

Señor Kaplan

(Kinostart: 16.7.) Nazi-Jagd als Rentner-Hobby: Mit einem spektakulären Fang will ein Jude in Uruguay sein Leben krönen. Warmherzige Best-Ager-Komödie von Regisseur Álvaro Brechner, die trotz netter Gags an ihrer arg vorhersehbaren Handlung krankt.

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Viggo Mortensen

Den Menschen so fern

(Kinostart: 9.7.) Gefangenen-Dilemma in Algerien: Ein Franzose soll einen Araber an die Justiz ausliefern, um ihn vor Blutrache zu retten. Die Erzählung von Albert Camus verfilmt Regisseur David Oelhoffen als Western im Orient-Gewand – ein fesselnder Mix.

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Top-Ausstellungen im Juli 2015

  • Verzauberte Zeit: Cézanne, van Gogh, Bonnard, Manguin“: bis 16.8. in der Kunsthalle Hamburg
  • CHINA 8: Zeitgenössische Kunst aus China an Rhein und Ruhr“: Mega-Schau bis 13.9. in sieben Städten
  • Geniale Dilletanten: Subkultur der 1980er-Jahre in Deutschland“: bis 11.10. im Haus der Kunst, München
  • Cranach der Jüngere 2015“: Zum 500. Geburtstag tritt der Sohn in Wittenberg bis 1.11. aus des Vaters Schatten
  • HOMOSEXUALITÄT_EN“: Doppel-Ausstellung über Gender bis 1.12. im DHM und Schwulen Museum, Berlin

Auch neu im Kino ab 23. Juli

  • Um jeden Preis“: Comeback für Kim Basinger – in einem irritierenden Adoptions-Psycho-Horror-Thriller.

  • Ant-Man“: Marvel-Comic-Verfilmung – ein Superheld im Miniatur-Format rettet die Welt.

  • Magic Mike XXL“: Fortsetzung von “Magic Mike” von Steven Soderbergh über männliche Stripper.
  • Kartoffelsalat“: deutsche Schul-Komödie mit Youtube- Stars um Teenie-Sorgen: Junk Food und die erste Liebe.
  •  “Becks letzter Sommer“: Christian Ulmen als frustrierter Lehrer wagt einen Neustart – das geht nicht ohne Komik ab.

München

Louise Bourgeois – Die Zellen

Zwischen Körper und Gefängnis: Als Spätwerk schuf die surrealistische Bildhauerin Louise Bourgeois eigenwillige Zell-Räume. 30 davon zeigt das Haus der Kunst in einer grandiosen Schau – nie war anschaulicher, dass Familie die Keimzelle der Gesellschaft ist.

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Dresden

Blicke ! Körper ! Sensationen !

Verheerungen der Wirklichkeit: Im 19. Jahrhundert zeigten Wachsmodelle, was man über Körper und Krankheiten wusste. Ein historisches Panoptikum kontrastiert das Deutsche Hygiene-Museum mit Körperbildern der Gegenwartskunst – Wachs ist härter.

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Gotha + Kassel + Weimar

Bild und Botschaft – Cranach

Erfinder der modernen Bildpropaganda: Mit ihrer Werkstatt entfesselten Vater und Sohn Cranach eine zuvor ungekannte Massenproduktion. Ohne ihre Grafiken hätte sich die Reformation nie durchgesetzt – das zeigen zwei Ausstellungen in Gotha und Weimar.

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Frankfurt am Main

Monet – Geburt des Impressionismus

Rückblick auf eine Kunst-Revolution: Ab 1870 forderten Bilder von Claude Monet und seinen Mitstreitern ihre Zeitgenossen heraus – Sinneseindrücke wurden wichtiger als Motive. Wie der Impressionismus entstand, rekonstruiert das Städel mit 100 Meisterwerken.

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Berlin

Jahrhundertzeichen: Israel-Kunst

Im Martin-Gropius-Bau ist Israels größtes Kunstmuseum aus Tel Aviv zu Gast: mit Meisterwerken der Moderne und Gegenwartskunst. Die verblüfft mit fantasievoll frechen Provokationen und überraschenden Nahost-Schlaglichtern – eine gelungene Kombination.

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Benicio del Toro

Escobar – Paradise Lost

(Kinostart: 9.7.) Koksen ist 1980er: Damals war der schwerreiche Drogenboss Pablo Escobar heimlicher Herrscher Kolumbiens. Benicio Del Toro verleiht ihm dämonisches Charisma; Regie-Debütant Andrea Di Stefano porträtiert ihn differenziert und nuanciert.

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Mads Mikkelsen

Men & Chicken

(Kinostart: 2.7.) Wenn Brüder mit ausgestopften Schwänen zuschlagen: Seine groteske Familienkomödie siedelt Regisseur Anders Thomas Jensen unter Hinterwäldlern mit Hasenscharten an. Bizarre Einfälle jagen einander – als Plädoyer für konsequentes Anderssein.

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Kiki Allgeier

Seht mich verschwinden

(Kinostart: 2.7.) Als Magersüchtige in der Modebranche erfolgreich: Isabelle Caro rebellierte mit Anorexie gegen ihre Mutter und wurde zum gefragten Model – bis sie 2010 starb. Regisseurin Allgeier widmet ihr ein sensibles, anrührendes Doku-Porträt.

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Colin Firth

Die Liebe seines Lebens

(Kinostart 25.6.) Realer als “Die Brücke am Kwai”: Ein britischer Ex-Kriegsgefangener sucht Jahre später nach seinem japanischen Peiniger. Die wahre Geschichte verfilmt Regisseur Jonathan Teplitzky mit authentischem Zeitkolorit und großem Staraufgebot.

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Jan-Willem van Ewijk

Atlantic.

(Kinostart: 25.6.) Der junge Wellenreiter und das Meer: Einen marokkanischen Surfer begleitet Regisseur van Ewijk über den Ozean nach Europa. Den Blick auf gegenwärtige Massenflucht verweigert der Film; seine Innenschau erscheint als Luxusproblem.

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