Köln + Basel

Otto Freundlich

Atomphysik als Vorbild für soziale Utopie: Otto Freundlich war einer der originellsten Künstler der 1920/30er Jahre – und einer der kühnsten Theoretiker. Dem umtriebigen Feuerkopf widmen Museum Ludwig und Kunstmuseum Basel eine eindrucksvolle Retrospektive.

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Potsdam

Impressionismus – Landschafts-Kunst

In den Fußstapfen von Friedrich dem Großen: SAP-Mitgründer und Software-Milliardär Hasso Plattner eröffnet sein Museum im wieder aufgebauten Palais Barberini mit einer glanzvollen Impressionismus-Ausstellung – als formvollendetes Gesamtkunstwerk.

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Münster

Henry Moore – Impuls für Europa

Bildhauerei gegen den Brexit: Mit tonnenschweren Bronze-Plastiken wurde der Brite Henry Moore zum wichtigsten Staatskünstler der alten Bundesrepublik. Die Retrospektive im LWL Museum zeigt mustergültig, wie ihm das gelang – und warum das passé ist.

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Jonathan Littell

Wrong Elements

(Kinostart: 27.4.) Der Wohlgesinnte: Bestseller-Autor Jonathan Littell lässt junge Ugander berichten, wie sie früher als Kindersoldaten oder Sex-Sklavinnen lebten. Ohne den politischen und sozialen Kontext zu erklären – kaum unterscheidbar von Elends-Pornographie.

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Jim Jarmusch

Gimme Danger

(Kinostart: 27.4.) Brave Bilder von einer brachialen Band: Regisseur Jim Jarmusch porträtiert die enorm einflussreiche Proto-Punk-Band „The Stooges“ um Sänger Iggy Pop. Diese Doku wird ihr in vielen Aspekten gerecht, fängt aber den wichtigsten nicht ein.

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Angela Schanelec

Der traumhafte Weg

(Kinostart: 27.4.) Träumerisch schlafwandeln mit der „Berliner Schule“: Ihren statischen Stil beschleunigt Regisseurin Angela Schanelec mit vielen Schnitten – zu Lasten der Atmosphäre. Trotz solcher Neuerungen wird ihr Film damit nicht zugänglicher.

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Kunst+Film-Video der Woche:

Noch bis 14. Mai in Berlin: Science-Fiction-Filme sind fast so alt wie das Kino selbst – und in Aufbau wie Ausstattung meist stark ihrer Entstehungszeit verhaftet. Das zeigt amüsant abwechslungsreich die Überblicks-Ausstellung „Things to Come“ im Museum für Film und Fernsehen der Deutschen Kinemathek.

Auch neu im Kino ab 27. April

  • „Happy Burnout“ mit Anke Engelke + Wotan Wilke Möhring („Black Brown White“): Therapie-Komödie über Alt-Punk, der in Klinik zur Burnout-Behandlung landet.
  • „Die Schlösser aus Sand“: französische Dramödie – eine junge Frau will mit Ex-Freund ein Landhaus verkaufen.
  • „Toro“: sprödes Sozialdrama in Schwarzweiß über ein deutsch-polnisches Stricher-Pärchen.
  • „Unforgettable – Tödliche Liebe“: US-Thriller über eine Ex-Gattin, die der neuen Geliebten ihres früheren Mannes das Leben zur Hölle macht
  • „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ mit Chris Pratt („Passengers“) + Zoë Saldana („Live by Night“, „Auge um Auge – Out of the Furnace“): Superhelden-Science-Fiction-Action-Monsterproduktion der Woche.

Wöchentlich aktuelle Kinostarts, Film-Kritiken + Ausstellungs-Tipps direkt in Ihre Mailbox:

München

Postwar: Kunst 1945-1965

Die ganze Nachkriegszeit soll es sein: Das Haus der Kunst will die Entwicklung aller Künste bis Mitte der 1960er Jahre dokumentieren – weltweit. Trotz etlicher spannender Ausgrabungen kann diese begehbare Enzyklopädie ihren ehrgeizigen Anspruch nicht einlösen.

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Berlin

Omer Fast

Arbeitsalltag von Porno-Darstellern und Leichenbestattern, Yellow Press statt Katalog: In Videos beleuchtet der Israeli Omer Fast, was tabuisiert wird, mit raffinierten Provokationen. Sein üppige Werkschau im Martin-Gropius-Bau läuft aber ins Belanglose aus.

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Mannheim

Barock – Nur schöner Schein?

Die Reiss-Engelhorn-Museen nehmen sich viel vor: 200 Jahre europäischer Kulturgeschichte in einer Ausstellung umfassend darzustellen. Ein Vorhaben von geradezu barocker Vermessenheit – es präsentiert 300 Exponate, aber nicht den Geist der Epoche.

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München

Kino der Kunst 2017

Zwischen Metropolen-Glamour und Millionendorf-Gekungel: Das Spezial-Festival für Künstler-Filme hinkt in der dritten Ausgabe seinen eigenen Ansprüchen weit hinterher. Dabei machen Lokalmatadore wie Julian Rosefeldt Posten und Preise unter sich aus.

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Michael Keaton

The Founder

(Kinostart: 20.4.) Schnelles Essen, schnelles Geld: Regisseur John Lee Hancock erzählt, wie der Vertreter Ray Kroc aus „McDonald’s“ die weltgrößte Fastfood-Kette machte – und deren Gründer ausbootete. Dabei glänzt Michael Keaton als skrupelloses Energiebündel.

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Julien Rambaldi

Ein Dorf sieht schwarz

(Kinostart: 20.4.) Culture Clash anders herum: Eine schwarze Arzt-Familie, die in die Provinz zieht, ist kultiviert und modern – also französischen Landeiern heillos überlegen. Die Multikulti-Komödie von Regisseur Rambaldi unterläuft raffiniert übliche Klischees.

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Top-Ausstellungen im April

  • „Unter italienischen Himmeln“: Italienbilder des 19. Jahrhunderts bis 28.5. im Albertinum, Dresden
  • „Magritte. Der Verrat der Bilder“: erste Werkschau seit 20 Jahren bis 5.6. in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt/ Main
  • „Das Feld hat Augen. Bilder des überwachenden Blicks“: bis 2.7. im Museum für Fotografie, Berlin
  • „Alchemie. Die Große Kunst“: große Themen-Ausstellung bis 23.7. im Kulturforum, Berlin
  • „Cranach. Meister – Marke – Moderne“: umfassende Werkschau bis 30.7. im Museum Kunstpalast, Düsseldorf

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Ein Dorf sieht schwarz“ von Julien Rambaldi
  2. „Lommbock“ mit Moritz Bleibtreu
  3. „Alles unter Kontrolle!“ von Philippe de Chauveron
  4. „The Founder“ mit Michael Keaton
  5. „Moonlight“ von Barry Jenkins
  6. „Die andere Seite der Hoffnung“ von Aki Kaurismäki
  7. „Lion – Der lange Weg nach Hause“ von Garth Davies
  8. „A United Kingdom“ mit David Oyelowo
  9. „Wilde Maus“ von und mit Josef Hader
  10. „Verleugnung“ mit Rachel Weisz + Timothy Spall
Berlin

Hieronymus Bosch und seine Bildwelt

Spätes Ständchen: Zum 500. Todestag widmet die Gemäldegalerie dem Maler der Monster eine Studio-Ausstellung. Kopien seiner Original-Triptychen sind erst-, Bilder seiner Nachfolger eher zweitklassig – und echte Bosch-Zeichnungen nur kurz zu sehen.

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Köln

Leidenschaften in Ostasiens Kunst

Mit Buddha und Konfuzius zur Affektkontrolle: Das Museum für Ostasiatische Kunst will das Spektrum der Passionen ausbreiten, bietet aber außer Japan-Pornographie vor allem Belege für ihr Gegenteil – in dieser Schau zeigen Götter mehr Gefühle als Menschen.

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Karlsruhe

Kunst in Europa 1945–1968

Inventur des überbordenden Füllhorns: Eine Mammut-Ausstellung im ZKM will sämtliche künstlerischen Strömungen der Nachkriegszeit bilanzieren. Damit übernimmt sie sich – beeindruckt aber als Fundgrube von selten gezeigten Werken aus Osteuropa.

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Michael Caine

Abgang mit Stil – Going in Style

(Kinostart: 13.4.) Robin-Hood-Räuberpistole mit Ruheständlern: Drei um ihre Rente betrogene Senioren rächen sich mit einem Bankraub. „Garden State“-Regisseur Zach Braff jongliert virtuos mit Versatzstücken aus Gaunerkomödien – ein diebisches Vergnügen.

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Berlin

Things to Come – Science · Fiction

Soziologie der Zukunftsfantasien: Kino-Visionen des Künftigen sind so vielgestaltig wie der Sternenhimmel, doch meist eng an ihre Entstehungszeit gebunden. Das zeigt eine vergnügliche Überblicks-Schau der Deutschen Kinemathek im Museum für Film und Fernsehen.

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Nate Parker

The Birth of a Nation

(Kinostart: 13.4.) Eine Revolution macht noch keine geeinte Nation: Der umstrittene US-Regisseur Nate Parker erzählt vom Sklavenaufstand des schwarzen Plantagen-Predigers Nat Turner 1831 – als Memento für ein Land, das bis heute innerlich gespalten ist.

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Kommende Top-Ausstellungen

  • Das Puschkin-Museum Moskau zu Gast: Meisterwerke der französischen Malerei“ vom 14.5. bis 13.8. im Herzoglichen Museum, Gotha
  • „Woman. Feministische Avantgarde der 1970er Jahre“: vom 6.5.bis 3.9. im MUMOK, Wien
  • „documenta 14“: die weltweit größte Ausstellung zeitgenössischer Kunst vom 8.4. bis 16.7. in Athen + vom 10.6. bis 17.9. in Kassel.
  • „Luther und die Avantgarde“: Zeitgenössische Kunst zum Luther-Jahr vom 19.5. bis 17.9. in Wittenberg
  • „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“: Themen-Schau zur Geschichte des Papsttums vom 21.5. bis 31.10. in den Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim
  • „Bonnard – Matisse. ‚Es lebe die Malerei!‘“: Rückblick auf eine produktive Maler-Freundschaft vom 13.9. bis 14.1.2018 im Städel Museum, Frankfurt

Film-Klassiker des Monats:

Das Mädchen aus der Streichholzfabrik

Tristesse totale: Eine finnische Arbeiterin wird gedemütigt, bis sie sich giftig rächt. Im lakonischen Proletarier-Epos von Aki Kaurismäki brillierte 1990 in der Hauptrolle Kati Outinen als „Mädchen aus der Streichholzfabrik“ – im Filmmuseum Düsseldorf am 9.5.

München + Berlin

Jan Toorop (1858–1928)

Dieses Künstler-Chamäleon konnte alles: Der Niederländer Toorop praktizierte virtuos alle gängigen Malstile um 1900. Dabei war sein Beitrag zum Symbolismus radikal, zeigt die Werkschau in der Villa Stuck und dem Bröhan-Museum – eine echte Entdeckung.

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Mannheim

Peter Gowland’s Girls

Permanent Vacation: Als Pionier der Glamour- und Pin-up-Fotografie strickte Peter Gowland am Mythos vom Traumland Kalifornien mit. Zu seinem 100. Geburtstag zeigen die Reiss-Engelhorn-Museen 170 reizende Aufnahmen – in der ersten Retrospektive weltweit.

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Düsseldorf

Hinter dem Vorhang

Der Vorhang zu und alle Fragen offen: Sichtbarrieren werten Kunstwerke seit jeher auf – was selten zu sehen ist, wird begehrenswert. Diese Dialektik von Ver- und Enthüllung spielt das Museum Kunstpalast enzyklopädisch durch; von Heiligenbildern bis zu Bettszenen.

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Laura Israel

Don't blink – Robert Frank

(Kinostart: 13.4.) Nicht blinzeln, nicht wackeln: So einfach kann Kunst sein. Laura Israel porträtiert den Fotografen und Filmemacher Robert Frank, der Beatnik-Lakonie mit kritischem Blick auf die Welt verknüpft – gelungene Dokumentation über einen Exzentriker.

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Matthew McConaughey

Gold

(Kinostart: 13.4.) Die alte Fabel von Aufstieg und Fall: Zwei Glücksritter werden mit vermeintlichem Gold aus Indonesien steinreich – bis die Blase platzt. Matthew McConaughey spielt seinen Hochstapler phänomenal, doch Regisseur Stephen Gaghan inszeniert konventionell.

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Jakob Lass

Tiger Girl

(Kinostart: 6.4.) Mach kaputt, was Dich kaputt macht: Eine junge Rebellin bringt ihrer Freundin schlagkräftige Gegenwehr bei – und wird von ihr übertrumpft. Dabei behält „Love Steaks“-Regisseur Jakob Lass sein Spontaneitäts-Prinzip nicht durchgängig bei.

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