Berlin

Robert Polidori

Chronist des malerischen Verfalls: Mit Bilderserien über Ruinen in Havanna oder Tschernobyl begeistert der kanadische Fotograf eine große Fangemeinde. Nun zeigt die Galerie Camera Work Aufnahmen aus Versailles – etwas zahm und auf die Dauer stereotyp.

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Berlin

Gottfried Lindauer: Māori Portraits

Wo die schönen Tattoos herkommen: Der Salonmaler Lindauer wanderte 1874 nach Neuseeland aus und porträtierte dort führende Maori-Persönlichkeiten. Diese faszinierenden Culture-Clash-Dokumente zeigt die Alte Nationalgalerie erstmals in Europa.

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Dubai + Sharjah

Art Dubai + 12. Sharjah Biennale

Glitzerkram war gestern: Die Messe für Gegenwartskunst in Dubai mausert sich im neunten Jahr zur seriösen Ost-West-Drehscheibe mit hochkarätigem Angebot. Dagegen schreckt die Biennale im benachbarten Sharjah durch kopflastige Sprödheit ab.

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Frankfurt am Main

Filmtheater – Kinofotografien

Wenn die Leinwand für immer dunkel bleibt: Die Fotografen Yves Marchand und Romain Meffre dokumentieren heruntergekommene Kinopaläste. Manche dienen als Sporthalle, Supermarkt oder Busgarage, wie die Schau im Deutschen Filmmuseum zeigt.

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München

Common Grounds

Ornament ist wirklich Verbrechen – wenn die Tapete Folter-Szenen zeigt. Die Villa Stuck präsentiert Arbeiten von zwölf zeitgenössischen Künstlern aus der islamischen Welt, die nach einer gemeinsamen Verständigungs-Basis suchen: sehenswert subtile Werke.

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Mathieu Amalric

Das blaue Zimmer

(Kinostart: 2.4.) Ein Mord, den heute keiner mehr beginge: Multitalent Mathieu Amalric verfilmt einen Krimi von Georges Simenon handwerklich solide in verschachtelten Rückblenden – doch das auslösende Motiv ist rettungslos veraltet.

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Gianfranco Rosi

Das andere Rom − Sacro GRA

(Kinostart: 26.3.) An der Umgehungsstraße kurz vor den Mauern unserer Stadt: Regisseur Rosi erforscht die Peripherie an der Ringautobahn um Rom. Seine eindrucksvollen Porträts der dort Gestrandeten gewann als erste Doku 2013 den Goldenen Löwen.

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Peter Krüger

N – Der Wahn der Vernunft

(Kinostart: 26.3.) Falsches Bewusstsein, erlesen bebildert: Das Leben eines Amateur-Enzyklopädisten im kolonialen Afrika nutzt Regisseur Krüger als Aufhänger für raunendes Räsonnieren über den Culture Clash von Rationalität und magischem Denken.

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Oskar Roehler

Tod den Hippies – Es lebe der Punk!

(Kinostart: 26.3.) Keine Atempause, Geschichte wird gemacht: Nach den 1970ern verfilmt Regisseur Roehler sein Leben in den 1980er Jahren. Wobei er fast alles ignoriert, was die Punk-Szene in Westberlin ausmachte – zugunsten larmoyanter Nabelschau.

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J. C. Chandor

A Most Violent Year

(Kinostart: 19.3.) Hiob in der Heizöl-Branche: 1981 steht ein Firmenchef in New York kurz vor dem Ruin. Darüber macht J.C. Chandor, Regisseur von “Margin Call” und “All is lost”, mit nüchterner Präzision den besten Wirtschaftskrimi des jungen Jahrtausends.

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Top-Ausstellungen 2014

Antike: Ein Traum von Rom

Trier als Hauptstadt des Römer-Reiches - das Rheinische Landesmuseum zeigt fantastische Skulpturen und Mosaike.

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Kunst bis 1900: Esprit Montmartre

Von Absinth bis Picasso: In der Frankfurter Schirn wird das Leben der "Bohème um 1900" anschaulich wie nie.

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1900 bis 1945: Dem Licht entgegen

Blüte und Ende des Jugendstils 1914: Die Mathildenhöhe in Darmstadt breitet aus, was damals verloren ging.

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Oscars 2015

Bester Film, Regie, Drehbuch + Kamera

Der Absturz eines Ex-Superhelden sah nie besser aus als in "Birdman" von A. G. Iñárritu: brillante Theater-Satire.

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Beste Szene, Kostüme, Make-Up + Musik

"The Grand Budapest Hotel" von Wes Anderson ist reines Konfetti-Kino von überwältigender visueller Opulenz.

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Bester Hauptdarsteller

Eddie Redmayne brilliert als behinderter Physiker Stephen Hawking in "Die Entdeckung der Unendlichkeit" von James Marsh.

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Berlin

Blow Up - Antonionis Filmklassiker

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts: In „Blow Up“ zeigte Michelangelo Antonioni, dass Fotografie wenig objektiv ist. Das entfaltet eine Ausstellung in der Galerie C/O Berlin glänzend mit Bildern der Swinging Sixties: Medientheorie als fröhliche Wissenschaft.

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Karlsruhe

art KARLSRUHE 2015

Messeneuheit Art-App: Die Technik rechnet aus, ob favorisierte Kunst ins heimische Wohnzimmer passt. Ansonsten kommen zur zwölften badischen Kunstmesse viele alte Bekannte: hochpreisige Klassiker und melancholische Zeitgenossen mit Lust am Analogen.

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München

Myanmar: Von Pagoden + Nat-Geistern

Ein Land wird neu entdeckt: 50 Jahre war das frühere Burma abgeschottet und unzugänglich; seit 2011 öffnet es sich zögerlich. Die Kulturen seiner 135 Völker präsentiert das Museum Fünf Kontinente glänzend – und spricht über Politik nur im Katalog.

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Berlin

Queensize – Female Artists

Weibliche Weltwahrnehmung: Der me Collectors Room zeigt Werke von 60 Künstlerinnen, die sich mit dem Blick von Frauen auf sich selbst beschäftigen. Nüchtern, provokant, erotisch, geschmacklos, grotesk oder grauenvoll – so facettenreich wie die Gegenwart.

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Wuppertal

Pissarro: Vater des Impressionismus

Ein bienenfleißiger Anarchist, der erst spät Anerkennung fand: Camille Pissarro schuf ein Riesenwerk aus unspektakulären Alltags-Motiven. Seinen harmonischen Reiz führt das Von der Heydt-Museum in einer soliden Retrospektive anschaulich vor.

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Josef Hader

Das ewige Leben

(Kinostart: 19.3.) Ganz unten in Graz: Josef Hader spielt erneut den Gelegenheits-Ermittler Simon Brenner – diesmal völlig abgewrackt. Wolf Haas’ schwarzhumorigen Ösi-Krimi verfilmt Wolfgang Murnberger gewohnt bissig und bitterböse mit viel Schmäh.

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Charlotte Gainsbourg

3 Herzen

(Kinostart: 19.3.) Liebesleben als Kette verpasster Chancen: Regisseur Benoît Jacquot lässt seinen Helden endlos zwischen Charlotte Gainsbourg und Chiara Mastroianni schwanken − mit löchrigem Drehbuch für ein unglaubwürdiges Edelkitsch-Melodram.

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Stanislaw Mucha

Tristia − Eine Schwarzmeer-Odyssee

(Kinostart: 19.3.) Der Fluch des späten Kinostarts: 2012 bereiste Regisseur Mucha die Schwarzmeer-Region und hielt allerlei Unsinn fest, den die Leute so reden. Das kommt erst jetzt ins Kino − was damals nur geschmacklos war, wirkt nun mörderisch.

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Mark Burton & Richard Starzak

Shaun das Schaf − Der Film

(Kinostart: 19.3.) Weg mit dem Pulli aus eigener Wolle: In seinem ersten Kinofilm stürzt sich Shaun mit seiner Schafherde ins Getümmel von London. Der jüngste Plastilin-Film der britischen Aardman-Studios katapultiert Slapstick in eine neue Dimension.

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Phie Ambo

Viel Gutes erwartet uns

(Kinostart: 19.3.) Was Kühe alles können: mit Hörnern kosmische Kräfte einfangen und mit Blut den Boden vergeistigen. Regisseurin Phie Ambo porträtiert einen dänischen Bio-Bauern, der trotz krauser Ideen das weltbeste Gourmet-Restaurant beliefert.

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kultiversum - Artikel, Empfehlungen, Premieren, Termine zu Theater, Tanz, Ballett, Musik und Literatur.

Oscars 2015

Bestes adaptiertes Drehbuch

In "The Imitation Game" knackt Alan Turing die Enigma-Codes der Nazis - und läutet damit die Computer-Ära ein.

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Bester Dokumentarfilm

"Citizenfour" von Laura Poitras zeigt Abhörungs-Enthüller Edward Snowden mit menschlichem Antlitz - bevor er untertauchte.

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Bester fremdsprachiger Film

In "Ida" von Pawel Pawlikowski entdeckt eine Nonne ihre jüdischen Wurzeln im coolen Polen der 1960er Jahre.

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München

Lina Bo Bardi: Brasil-Architektur

Maximale Kommunikation mit minimalen Mitteln: Die Italienerin Lina Bo Bardi baute in ihrer Wahlheimat Brasilien wegweisende Häuser, Museen und Kulturzentren. Zum 100. Geburtstag der Architektin stellt die Pinakothek der Moderne ihr Werk ausführlich vor.

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Münster

Das nackte Leben: Bacon + Hockney

Radikaler Neuanfang im lichtdurchfluteten Neubau: Englische Maler der Nachkriegszeit orientierten sich bei Experimenten stets am menschlichen Dasein. Ihre hierzulande wenig bekannte Kunst stellt das LWL-Museum für Kunst und Kultur umfassend vor.

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Berlin

Transmediale 2015 – Capture All

Ganz vorne dran und doch daneben: Die Ausstellung des Medienkunst-Festivals im HKW über Daten-Sammelwut ist so besucherfreundlich wie Nutzer-Einstellungen bei Facebook. Nebenan zeigt eine kleine, feine Schau anschaulich, was Arbeit heute bedeutet.

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Frankfurt am Main + Wien

Fantastische Welten um 1500

Von wegen ruhige Renaissance: Künstler wie Albrecht Altdorfer und Wolf Huber nahmen mit grellen Effekten und wild wuchernden Formen die Schock-Ästhetik des Expressionismus vorweg – das zeigt eine grandiose Schau im Städel und Kunsthistorischen Museum.

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Rostock

Norbert Bisky – Zentrifuge

Wenn malerisch die Fetzen fliegen: Seine homoerotisch grundierten Jünglinge liefert Norbert Bisky nun den Fliehkräften aus. Das verleiht diesem Bilder-Kosmos enorme Dynamik, zeigt seine erste institutionelle Einzelausstellung in der Kunsthalle.

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Andrej Swjaginzew

Leviathan

(Kinostart: 12.3.) Hiob am Polarmeer: Ein braver Bürger wird von korrupten Beamten seiner Existenz beraubt. Realistische Reportage in betörenden Bildern, die Regisseur Swjaginzew zu aktueller Polit-Theorie erweitert − ein Augenschmaus für Russlandversteher.

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Ben Becker

Von jetzt an kein Zurück

(Kinostart: 12.3.) Unter den Talaren Muff von 1000 Jahren: Bis etwa 1970 ging es in BRD-Jugendheimen zu wie in NS-Lagerhaft. An diesen Skandal erinnert Regisseur Christian Frosch nüchtern, aber schonungslos: ein aufwühlender Sozial-Schocker.

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Zeresenay Berhane Mehari

Das Mädchen Hirut

(Kinostart: 12.3.) Brautwerbung in Äthiopien: Eine 14-Jährige wird entführt, vergewaltigt – und erschießt ihren Peiniger. Aus der wahren Geschichte macht Regisseur Mehari ein fesselndes Justizdrama voller Einblicke in heutiges Leben am Horn von Afrika.

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Colin Firth

Kingsman – The Secret Service

(Kinostart: 12.3.) James Bond für die Generation Egoshooter: Ein privater Geheimdienst rettet very british die Welt. Seine amüsante Agentenfilm-Parodie vermengt Regisseur Matthew Vaughn mit oberflächlicher Gesellschaftskritik: eine zynische Mixtur.

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Sigourney Weaver

Chappie

(Kinostart: 5.3.) Ein Roboter in schlechter Gesellschaft: Der Prototyp gerät an ein südafrikanisches Trash-Rap-Duo, das ihn zum Gangster erziehen will. Aus High-Tech mit menschlichem Antlitz bastelt Regisseur Neill Blomkamp originelle Science Fiction.

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