Stuttgart

Giorgio de Chirico

Der große Melancholiker: Mit seiner „metaphysischen Malerei“ hat der Einzelgänger De Chirico den Surrealismus vorbereitet und die Moderne auf einzigartige Weise geprägt. Das führt die Staatsgalerie anschaulich vor – allerdings beschränkt auf sein Frühwerk.

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Karlsruhe

Elger Esser – zeitigen

Piktorialismus für die Gegenwart: Fotografien veredelt Elger Esser aufwändig zu Kunstwerken weiter – wie vor 100 Jahren. Seine faszinierend detailreichen Landschafts-Aufnahmen präsentiert nun die Staatliche Kunsthalle in einer großen Werkschau.

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Frankfurt am Main

Manierismus in Florenz

Schluss mit süßlicher Harmonie: Die Manieristen reizten extreme Figurenposen und grelle Kontraste bis zum Anschlag aus. Wichtige Vertreter dieser Post-Renaissance stellt das Städel-Museum vor – allerdings beschränkt auf Künstler der Toskana-Metropole.

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Rokhsareh Ghaem Maghami

Sonita

(Kinostart: 26.5.) Ein Rap-Video als Ausreise-Ticket: Nachdem die junge Exil-Afghanin Sonita ihre Zwangsverheiratung auf Youtube angeprangert hatte, konnte sie in die USA fliegen. Das dokumentiert die iranische Regisseurin Maghami wuchtig und ungewohnt bunt.

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Ulrike Ottinger

Chamissos Schatten – Teil 4

(Kinostart: 26.5.) Im letzten und besten Teil ihrer zwölfstündigen Polarmeer-Saga besucht Regisseurin Ottinger das Grab von Vitus Bering auf der nach ihm benannten Insel und bereist Kamtschatka – dort traut sie sich leider kaum an die 29 aktiven Vulkane heran.

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Omar Sy

Monsieur Chocolat

(Kinostart: 19.5.) Manege frei für den ersten schwarzen Clown in Frankreich: eine Paraderolle für Omar Sy, der hier seinen komödiantischen Charme voll ausspielen kann. Doch Regisseur Roschdy Zem zeigt auch den latenten Rassismus der Belle Époque.

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Kunst+Film-Video der Woche:

Der Fotograf Elger Esser ist absichtlich anachronistisch: Seine Landschafts-Aufnahmen veredelt er mit aufwändigen Verfahren, die um 1900 bei den Piktorialisten üblich waren. Dadurch will Esser die zeitlose Schönheit der Szenerien konservieren, wie seine große Werkschau „zeitigen“ in der Kunsthalle Karlsruhe vorführt.

Auch neu im Kino ab 19. Mai

  • „Nur Fliegen ist schöner“ mit Sandrine Kiberlain („Violette“): Französische „Anti-Stress-Komödie“ um einen Normalo, der das Kajak-Paddeln für sich entdeckt.

  • „Petting Zoo“: Drama um schwangere 17-jährige Texanerin, die sich für eine Abtreibung entscheidet.
  • „Die Prüfung“: Doku über die Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Musik, Theater + Medien in Hannover: Von 687 Bewerbern kommen nur zehn durch.

  • „The Witch“: Historien-Horrorfilm über Religions-Wahn + Hexenverfolgung um 1630 im puritanischen Neuengland.
  • „X-Men: Apocalypse“ (3D): das Superhelden-Action-Spektakel der Woche – mit 250 Millionen Dollar Budget für sechs Weltstars als Comicfiguren, die den Set zerlegen.

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Tübingen

Heide Hatry – Flowers and Faces

Der Mensch ist, was er isst: Heide Hatry fertigt Porträtbüsten und Blumen-Skulpturen aus Schlachtabfällen und Tier-Organen an. Ihr verführerischer Reiz hat eine extrem kurze Halbwertzeit, wie die Bildergalerie im Deutsch-Amerikanischen Institut zeigt.

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Leipzig

Via Lewandowsky – Hokuspokus

König der Kalauer-Kunst: Den hintersinnigen Humor der ostdeutschen Nischengesellschaft setzt Via Lewandowsky in Skulpturen um. Anstelle von Geistesblitzen breitet seine Werkschau im Museum der bildenden Künste eher arg gesuchte Anspielungen aus.

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Frankfurt am Main

Ich - Künstler-Selbstporträts

Ich ist ein Anderer: Im Zeitalter allgegenwärtiger Selbstbespiegelungen einer narzisstischen Selfie-Kultur scheint sich das Ich einer genauen Bestimmung immer mehr zu entziehen. Das zeigt die Schirn Kunsthalle anhand der Werke von 40 Künstlern.

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Berlin

Lee Miller – Fotografien

Als Hitler Selbstmord beging, planschte Lee Miller in seiner Badewanne: Weltkriegs-Ende und KZ-Befreiung erlebte sie hautnah mit. Zuvor hatte sie mit surreal anmutenden Aufnahmen auf sich aufmerksam gemacht, zeigt der Martin-Gropius-Bau in einer Werkschau.

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München

Joaquín Sorolla: Meister des Lichts

Erfinder des gemalten Urlaubsfotos: Mit leuchtenden Bildern von Belle Epoque und Badespaß wurde Joaquín Sorolla um 1900 zum populärsten Künstler Spaniens. Sein halb natural-, halb impressionistisches Œuvre stellt die Hypo-Kunsthalle erstmals ausgiebig vor.

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Stefan Eberlein + Manuel Fenn

Parchim International

(Kinostart: 19.5.) Viel Fluglärm um nichts: Ein Investor aus China will einen ostdeutschen Ex-Militärflughafen ausbauen, kommt aber kaum voran. Wie die Filmemacher Eberlein und Fenn: Ihre Langzeit-Dokumentation legt eine ausfransende Bruchlandung hin.

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Çayan Demirel+ Ertuğrul Mavioğlu

Bakur - North

(Kinostart: 19.5.) Sieht aus wie Pfadfinder-Leben, ist aber Bürgerkrieg seit 30 Jahren: Die PKK lässt ihren Untergrund-Alltag dokumentieren. Ein aufschlussreicher Propagandafilm – bei Disziplin und Motivation scheint die Kurden-Guerilla unschlagbar.

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Omer Fast

Genug Geld für Koks + Stripperinnen

Vergangenheit ist, was wir dafür halten; ihre vollständige Rekonstruktion bleibt unmöglich. Dennoch unterwirft der Kunst-Filmer Omer Fast seinen Protagonisten in „Remainder“ einer aufwändigen Amnesie-Eigentherapie – um Tabus sichtbar machen, betont er.

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Omer Fast

Remainder

(Kinostart: 12.5.) Verwirrspiel ohne Grenzen: Ein Amnesie-Opfer versucht, seine Vergangenheit originalgetreu zu re-inszenieren. Atemberaubend raffinierter Identitäts-Psychothriller von Videokünstler Omer Fast – er schlingt ein verführerisches Möbiusband.

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Jeremy Irons

Die Poesie des Unendlichen

(Kinostart: 12.5.) Das Mathe-Genie, das aus den Tropen kam: Ab 1913 stellte der Inder Srinivasa Ramanujan in Cambridge die akademische Welt auf den Kopf. Regisseur Matthew Brown will seine Lebensleistung würdigen, türmt aber leider viele Klischees aufeinander.

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Top-Ausstellungen im April

  • „Genese Dada – 100 Jahre Dada Zürich“: bis 10.7. im Arp Museum Rolandseck, Remagen
  • „Die Maya – Sprache der Schönheit“: Rückblick auf die Mittelamerika-Kultur bis 7.8. im Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • „Die Ernestiner: Eine Dynastie prägt Europa“: kulturhistorische Doppel-Schau bis 28.8. in Gotha + Weimar
  • „Manet – Sehen. Der Blick der Moderne“: Erste Schau nach Wiedereröffnung bis 4.9. in der Hamburger Kunsthalle
  • „Magie der Zeit: Cézanne, van Gogh, Bonnard, Manguin“: bis 11.9. in der Moritzburg, Halle/ Saale

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Ein Mann namens Ove“ von Hannes Holm
  2. „Ein Hologramm für den König“ von Tom Tykwer
  3. „A Bigger Splash“ mit Tilda Swinton + Ralph Fiennes
  4. Birnenkuchen mit Lavendel“ von Eric Besnard
  5. „Die Poesie des Unendlichen“ mit Jeremy Irons
  6. „Peggy Guggenheim – Ein Leben für die Kunst“
  7. „Junges Licht“ von Adolf Winkelmann
  8. „Mängelexemplar“ mit Katja Riemann
  9. „Schrotten!“ von Max Zähle mit Frederick Lau
  10. „La Belle Saison – Eine Sommerliebe“ (AG Kino) 
Berlin

Kunst der Vorzeit – Felsbilder

40.000 Jahre Kunstgeschichte in einer Ausstellung: Der Martin-Gropius-Bau zeigt gemalte Kopien von prähistorischen Höhlenmalereien – eine atemberaubend faszinierende Zeit- und Weltreise über drei Kontinente zu den Anfängen der Menschheit.

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Halle/ Saale

Krieg – archäologische Spurensuche

Krieg als kulturelle Errungenschaft: Mit Ackerbau und Viehzucht begann das organisierte Abschlachten. Dessen Entstehung zeigt umfassend das Landesmuseum für Vorgeschichte; am Beispiel der Schlacht von Lützen 1632 bohrt es gründlich in die Tiefe.

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Berlin

Julian Rosefeldt – Manifesto

Star-Schauspielerin Cate Blanchett ändert die Welt: Als Punk, Penner oder Broker trägt sie Avantgarde-Manifeste vor – deren Furor verpufft in Endlosschleifen. Das inszeniert Julian Rosefeldt im Hamburger Bahnhof als ausgefeiltes Rollenspiel auf 13 Kanälen.

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Stuttgart

Die Welt des Schattentheaters

Reise durch das Schattenreich: In der halben Welt wird Schattentheater gespielt – rituell in Süd- und Ostasien, burlesk im Orient. Doch stets mit enorm kunstfertig gearbeiteten Figuren; eine prachtvolle Auswahl rückt das Linden-Museum ins Rampenlicht.

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München + Wien

Painting 2.0 – Info-Zeitalter

Oft totgesagt, immer noch quicklebendig: Malerei habe die Modernisierungs-Schübe der letzten 50 Jahre souverän verarbeitet, versichert eine Mammutausstellung im Museum Brandhorst und Mumok. Eine gewagte These für eine facettenreiche Überblicks-Schau.

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Lisa Immordino Vreeland

Peggy Guggenheim – Leben für Kunst

(Kinostart: 5.5.) Marcel Duchamp beriet sie bei ihrer ersten Galerie, mit ihrem Mann Max Ernst floh sie vor den Nazis: Peggy Guggenheim war eine Schlüsselgestalt der Moderne. Die Doku von Regisseurin Vreeland ist kurzweilig, bringt aber nichts Neues.

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Ralph Fiennes + Tilda Swinton

A Bigger Splash

(Kinostart: 5.5.) Schlag ins Badewasser: Regisseur Luca Guadagnino will den glamourösen Jet-Set-Lebensstil der 1960/70er Jahre heraufbeschwören. Sein Remake eines Krimis von 1969 ist hochkarätig fehlbesetzt und läuft in deplatzierter Aktualisierung aus.

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Cem Kaya

Remake, Remix, Rip-Off: Türkei-Kino

(Kinostart: 5.5.) Tollywood in Istanbul: Mit bescheidenen Mitteln und halsbrecherischen Wildwest-Methoden produzierte das türkische Yeşilçam-Kino 40 Jahre lang massenhaft B-Movies. Cem Kayas grandiose Doku beschwört eine vergessene Filmindustrie herauf.

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Catherine Corsini

La belle saison – Eine Sommerliebe

(Kinostart: 5.5.) Suffragette City: Im Paris der frühen 1970er Jahre verliebt sich eine Provinzlerin in eine Pariser Feministin – die Rückkehr aufs Land setzt beide einer Zerreißprobe aus. Das inszeniert Regisseurin Corsini so sensibel wie authentisch.

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Tom Hanks

Ein Hologramm für den König

(Kinostart: 28.4.) Lost in Translation, zweiter Teil: Statt in Tokio verliert Tom Hanks nun in einer saudischen Glitzerstadt jede Orientierung. Schön sarkastisches Globalisierungs-Sittengemälde von Regisseur Tom Tykwer – mit leider verkitschtem Schluss.

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