Oldenburg

Horst Janssen + Johann H. Füssli

Virtuosen des kleinen Todes: Johann Heinrich Füssli führte das Unheimliche in die Kunst ein, 200 Jahre später formulierte Horst Janssen es aus. Wie wichtig für seine Grafik der „wilde Schweizer“ war, zeigt eine famose Ausstellung des Horst-Janssen-Museums.

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Berlin

Max Beckmann und Berlin

Wie Beckmann zu Beckmann wurde: Zwei Mal lebte er in der Hauptstadt – erst als ehrgeiziger Jungkünstler, später als Verfolgter. Dass die Metropole sein Werk stärker prägte als alles andere, zeigt eine hervorragende Retrospektive der Berlinischen Galerie.

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Koblenz + Halle/ Saale

Rudolf Schlichter: Eros+ Apokalypse

Der deutsche Dalì: Rudolf Schlichter lebte als Bohemien im Rotlichtmilieu, wurde in den 1920er Jahren mit neusachlichen Porträts bekannt und verstieg sich später zu Splatter-Surrealismus. Zwei Museen rekonstruieren anschaulich seine Zickzack-Laufbahn.

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Alexis Alexiou

Mittwoch 04:45

(Kinostart: 4.2.) Von Weihnachtsbäumen beleuchtete Höllenfahrt: Seinen Thriller über einen Mafia-Schuldner inszeniert der griechische Regisseur Alexis Alexiou als packende Parabel auf den Niedergang des ganzen Landes – ein Hongkong-Gangsterepos aus Athen.

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Carey Mulligan

Suffragette – Taten statt Worte

(Kinostart: 4.2.) One Woman, one Vote: Vor 100 Jahren kämpften britische Frauen militant für ihr Wahlrecht. Ihre Bewegung stellt Regisseurin Sarah Gavron in den üblichen dramatischen Standard-Situationen dar; als fiktive Heldin glänzt Carey Mulligan.

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Quentin Tarantino

The Hateful Eight

(Kinostart: 28.1.) Viel Lärm um Nichts: In seinem zweiten Western zeigt Quentin Tarantino in epischer Länge und maximaler Leinwandbreite ein Minimum an Handlung. Gequassel und brutale Gewalt verbergen nicht, dass dem Regisseur nicht mehr viel einfällt.

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Kunst+Film-Video der Woche:

Zur Reichshauptstadt hatte Max Beckmann ein vielschichtiges Verhältnis: Hier erlebte er nach 1904 seinen Durchbruch, hier fand er in den 1920ern seine Motive, hier tauchte er nach 1933 unter. Das beleuchtet eine konzentrierte und hervorragend kommentierte Ausstellung seines Frühwerks in der Berlinischen Galerie.

Auch neu im Kino ab 4. Februar

  • „Robinson Crusoe 3D“: Daniel Defoes klassische Individualismus-Parabel als Animationsfilm-Abenteuer für Kinder jeden Alters – Friede, Freude, Kokosnuss.
  • „Grenzbock“: Doku über die Parallelgesellschaft deutscher Jäger, Wildpflege, Waidmannsheil und die Rückkehr von Wölfen in den brandenburgischen Wald.

  • „Lichtes Meer“: Coming-of-Age und Coming-Out junger Matrosen auf einem Atlantik-Frachter.

  • „Projekt A – Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa“: Doku über Michail Bakunins letzte Anhänger in der Schweiz, Spanien und Griechenland.

  • „Sybille“: Psychothriller – eine Architektin wird zufällig Zeugin eines Selbstmordes, was sie völlig aus der Bahn wirft.

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Berlin

Cindy Sherman: Olbricht Collection

Hinter 1000 Verkleidungen verschwinden: Mit Foto-Serien wechselnder Selbst-Inszenierungen wurde Cindy Sherman zur höchstbewerteten Gegenwartskünstlerin. Der „me Collector’s Room“ zeigt eine Werkschau – Projektionsflächen für die Faszination der Leere.

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Düsseldorf

Zurbarán – Meister der Details

Der spanische Caravaggio: Für die Kirche der Gegenreformation schuf Francisco de Zurbarán so schlichte wie raffinierte Gemälde. Dem Maler barocker Askese widmet das Museum Kunstpalast nun die erste Werkschau in Deutschland – eine hinreißende Ausstellung.

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Berlin

Wasak! Filipino Art Today

Expedition in ein unbekanntes Kunst-Archipel: Die vitale Szene auf den Philippinen wird von der Galerie ARNDT erstmals hierzulande vorgestellt. Variantenreiche Farbschlachten zeigen: die Kreolisierung von Alter und Neuer Welt findet mitten im Bild statt.

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München

GegenKunst: »Entartete« + NS-Kunst

Griff in den Giftschrank: Die Pinakothek kontrastiert Klassiker der Moderne mit Werken von NS-Künstlern – aber nur in homöopathischen Dosen. Anstelle des platten Gegensatzes von Gut und Böse wäre eine differenzierte Betrachtung im aktuellen Kontext nötig.

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Berlin + Karlsruhe

Double Vision: Dürer & Kentridge

Mit dem Zweiten sieht man besser: Kulturforum und Kunsthalle stellen Grafik-Meisterwerke des deutschen Renaissance- und eines Gegenwarts-Künstlers aus Südafrika zusammen. Beide ergänzen sich trefflich – doch wie und warum, erfährt man nur aus dem Katalog.

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Maria Furtwängler

Das Wetter in geschlossenen Räumen

(Kinostart: 28.1.) Spenden im Delirium akquirieren: Regisseurin Isabelle Stever porträtiert eine Entwicklungshelferin, die im Luxus-Hotel die Puppen tanzen lässt. Ihre von Alkohol und Drogen befeuerte Dekadenz entstellt diese Branche zur Kenntlichkeit.

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Sandra Bullock

Die Wahlkämpferin

(Kinostart: 21.1.) It’s a dirty job, but someone has to do it: Sandra Bullock glänzt als skrupellose PR-Beraterin, die dem Präsidenten von Bolivien die Wiederwahl sichert. Schillernde Polit-Satire von Regisseur David Gordon Green, die etwas überladen wirkt.

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Charlie Kaufman

Anomalisa

(Kinostart: 21.1.) Anbahnung eines One-Night-Stand in Echtzeit: Balzrituale im Business-Hotel inszeniert Regisseur Charlie Kaufman, bekannt für seine vertrackten Drehbücher, als Stopptrick-Animation mit lauter Puppen – im menschlichsten Film des Jahres.

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Inuk Silis Hoegh

Sumé – The Sound of a Revolution

(Kinostart: 21.1.) You Won’t Fool the Children of the Revolution: Mit 70er-Jahre-Protest-Songs forderte Grönlands erste Rockband mehr Freiheit für ihre Heimat. Regisseur Inuk Silis Høegh rekonstruiert nüchtern diese junge Episode der Kolonialgeschichte.

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Christian Bale + Ryan Gosling

The Big Short

(Kinostart: 14.1.) Trommelfeuer der Anlage-Strategien: Die ganze Finanzkrise von 2007/8 packt Regisseur Adam McKay in einen Film. Das gelingt mit hochklassiger Star-Besetzung und dem Prinzip Überforderung – selten war Erschöpfung so amüsant lehrreich.

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Top-Ausstellungen im Februar

  • „Japans Liebe zum Impressionismus von Monet bis Renoir“: bis 21.2. in der Bundeskunsthalle, Bonn
  • „Ich. Menzel zum 200. Geburtstag“: zur Biographie des Realismus-Meisters bis 28.3. im Märkischen Museum, Berlin
  • „Agrippina – Kaiserin aus Köln“: Antiken-Ausstellung bis 28.3. im Römisch-Germanischen Museum, Köln
  • „Globale“: Digitalkunst-Festival mit Ausstellungs-Zyklus zu Life Sciences etc. bis 17.4. im ZKM, Karlsruhe
  • „Kunst der Vorzeit: Felsbilder aus der Sammlung Frobenius“: bis 16.5. im Martin-Gropius-Bau, Berlin

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. The Hateful Eight“ von Quentin Tarantino
  2. „Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten“
  3. Ich bin dann mal weg“ mit Devid Striesow
  4. The Danish Girl“ von Tom Hooper mit Eddie Redmayne
  5. Das brandneue Testament“ von Jaco van Dormael
  6. Die dunkle Seite des Mondes“ mit Moritz Bleibtreu
  7. The Big Short“ mit Christian Bale, Ryan Gosling, Brad Pitt
  8. Anomalisa“ von Charlie Kaufman
  9. „Hello, I am David!“ von Cosima Lange mit David Helfgott
  10. Carol“ von Todd Haynes mit Cate Blanchett (AG Kino)
Frankfurt am Main

Sturm-Frauen: Avantgarde 1910-1932

Femininer Bildersturm: Der Name der wegweisenden Berliner Galerie stammte von Else Lasker-Schüler; ihr Mann stellte etliche Künstlerinnen aus. Einen farbenfrohen Querschnitt dieses weiblichen Beitrags zur klassischen Moderne zeigt nun die Schirn.

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Berlin

Tanz auf dem Vulkan: 1920er Jahre

Mit dem Bubikopf ins wilde Nachtleben: Im Berlin der 1920er Jahre entstand schlagartig die moderne Kultur- und Unterhaltungsbranche. Dazu breitet das Stadtmuseum im Ephraim-Palais einen famosen Gesamtüberblick aus – von Tiller-Girls bis Todes-Akrobaten.

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Leipzig

Eugène Delacroix & Paul Delaroche

Nackt massakrierte Konkubinen oder Napoleon als Wrack: Mit solchen Bildern schockierten Delacroix und Delaroche im 19. Jahrhundert. Das Museum der bildenden Künste präsentiert beide Antipoden der romantischen Malerei, blendet aber den Kontext aus.

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München

Klee & Kandinsky

Tür an Tür mit dem Großkünstler-Freund: Paul Klee und Wassily Kandinsky waren in München fast Nachbarn und lebten als Bauhaus-Lehrer im selben Doppelhaus. Wie sie sich wechselseitig inspirierten, zeigt eine schöne Vergleichs-Schau im Lenbachhaus.

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Berlin

Japan-Fotografie der Meiji-Zeit

Entstehung der Fotografie als Fremdenverkehrs-Branche: Im 19. Jahrhundert lichteten Japaner ihr Land so ab, wie Ausländer es sehen wollten. Diese Souvenir-Artikel verströmen heute nostalgischen Charme, wie eine Schau im Museum für Fotografie vorführt.

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Apichatpong Weerasethakul

Nur Träume ermöglichen Befreiung

Mit einfachen Stilmitteln schafft der Thai Apichatpong Weerasethakul poetisch verrätseltes Traumkino. In „Cemetery of Splendour“ leiden Soldaten an Schlafkrankheit: kein Kommentar zur Militärregierung, sondern zum Soldaten in uns, erklärt er im Interview.

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Apichatpong Weerasethakul

Cemetery of Splendour

(Kinostart: 14.1.) Schlafkrankheit als politisches Statement: Cannes-Sieger Apichatpong Weerasethakul betrachtet die Lage in seiner Heimat Thailand als surreale Szenerie voller geheimnisvoller Symbolik, besessen von den Geistern der Vergangenheit.

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Moritz Bleibtreu

Die dunkle Seite des Mondes

(Kinostart: 14.1.) In der mystischen Tiefe des Taunus: Moritz Bleibtreu als Anwalt kostet halluzinogene Pilze, was seine animalische Seite hervortreten lässt. Stephan Rick verfilmt einen Roman von Martin Suter als unausgegorenen Kapitalisten-Psychothriller.

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Alejandro González Iñárritu

The Revenant – Der Rückkehrer

(Kinostart: 6.1.) Blut, Schweiß und Eiszapfen: Den Überlebenskampf eines Trappers in winterlicher Wildnis um 1820 verfilmt Regisseur Iñárritu als grandios erbarmungsloses Rache-Epos. Für seine Quälerei in der Hauptrolle gebührt Leonardo DiCaprio ein Oscar.

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Eddie Redmayne

The Danish Girl

(Kinostart: 7.1.) Pioniere der Transsexualität: Ab 1913 wechselte ein dänischer Maler, von seiner Ehefrau unterstützt, sein Geschlecht. Ihre Geschichte verfilmt „King’s Speech“-Regisseur Tom Hooper als prunkvolle Schmonzette über innige Liebe.

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