Mannheim + Mülheim an der Ruhr

Hannah Höch - Kunst-Revolutionärin

Die erste Dadaistin: Mit der Erfindung der Foto-Collage prägte Hannah Höch die Kunst des 20. Jahrhunderts. Ihr umfangreiches, so vielseitiges wie fantasievolles Spätwerk ab 1945 ist weniger bekannt – Kunsthalle und Kunstmuseum laden zur Neuentdeckung ein.

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Frankfurt am Main

Kader Attia – Sacrifice and Harmony

Materialschlacht bis zur Erschöpfung durch Eigenplagiate: Der Franko-Algerier Kader Attia legt in Groß-Installationen ungeahnte Verbindungen zwischen Europa und Afrika frei. Seine Werkschau im MMK gerät aber zum Overkill der Selbstüberbietung.

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Basel

Sculpture on the Move 1946–2016

Grau in Grau ist alle Architektur: Die allgegenwärtige Nichtfarbe lässt den Erweiterungsbau des Kunstmuseums großartig und beklemmend zugleich wirken. In diesem aseptischen Umfeld kommen die Skulpturen der Eröffnungs-Ausstellung nicht in Schwung.

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Colin Farrell + Rachel Weisz

The Lobster

(Kinostart: 23.6.) Entweder in 45 Tagen unter die Haube kommen, oder als Tier zur Strecke gebracht werden: Der griechische Regisseur Giorgos Lanthimos entwirft eine ätzend surreale Parabel auf Paarungs-Zwänge und Beziehungs-Neurosen der Gegenwart.

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Nicolas Winding Refn

The Neon Demon

(Kinostart: 23.6.) Tiefe an der Oberfläche suchen: Nicolas Winding Refn, Radikal-Ästhet unter den Regisseuren, verfolgt den Aufstieg eines Fotomodells im Haifischbecken von L.A. – bis zum blutigen Finale. Eine antike Tragödie in todschickem Gewand.

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Peter Bardehle + Andreas Martin

Athos – Im Jenseits dieser Welt

(Kinostart: 23.6.) Außer Katzen keine weiblichen Wesen erlaubt: Seit mehr als 1000 Jahren hausen orthodoxe Mönche abgeschottet in der Klosterrepublik Athos. Ihre Lebensweise dokumentieren die Regisseure Bardehle und Martin malerisch und kommentarlos.

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Kunst+Film-Video der Woche:

Nur noch bis diesen Sonntag im Museum Sinclair-Haus in Bad Homburg: Der Brite Darren Almond fotografiert mit Langzeit-Belichtung nächtliche Landschaften – silbriges Mondlicht lässt sie vertraut und zugleich geisterhaft wirken. Knapp 40 eindrucksvolle Riesen-Formate stellt die Werkschau „Schatten und Licht“ vor.

Auch neu im Kino ab 23. Juni

  • „Kill Billy“: Tragikomödie aus Schweden – bankrotter Besitzer eines Möbelladens kidnappt den IKEA-Gründer.
  • „Die Frau mit der Kamera – Abisag Tüllmann“: Doku über Nachrichten- und Kultur-Fotografin, die 1996 starb.
  • „Wer ist Oda Jaune?“: Doku über die bulgarische Meisterschülerin und Witwe von Jörg Immendorf, die als Künstlerin in Paris lebt und figurativ malt.
  • „God of Happiness“: Tragikomödie aus Stuttgart – Emigrant aus Georgien spielt seiner ihn besuchenden Tochter vor, er sei erfolgreich.
  • „Sworn Virgin“ mit Alba Rohrwacher („Die Einsamkeit der Primzahlen“): Albanerin schwört Keuschheit und lebt als Mann, bis sie nach Italien auswandert.

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Berlin

Die Maya – Sprache der Schönheit

Weltmeister der Selbstverstümmelung: Maya-Herrscher schreckten selbst vor Genitaldurchbohrung nicht zurück. Ihre Untertanen schufen beeindruckende Beispiele für fremdartige Schönheitsideale – der Martin-Gropius-Bau zeigt eine erstklassige Auswahl.

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Berlin

Boris Lurie - Keine Kompromisse!

Der große Verweigerer: Der Holocaust-Überlebende Boris Lurie klagte in seinen Arbeiten den Zynismus der modernen Welt an. Seine sperrige bis pornographische „NO!art“-Kunst stellt das Jüdische Museum erstmals hierzulande in einer umfassenden Werkschau vor.

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Bad Homburg

Darren Almond – Schatten und Licht

Die Nachtseite der Welt: Darren Almond fotografiert Landschaften im Vollmondschein. Seine Langzeit-Aufnahmen im Museum Sinclair-Haus lassen die Natur silbrig verwandelt wirken – bei Tageslicht erhalten sie zuweilen einen leicht voyeuristischen Anstrich.

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Stuttgart

Giorgio de Chirico

Der große Melancholiker: Mit seiner „metaphysischen Malerei“ hat der Einzelgänger De Chirico den Surrealismus vorbereitet und die Moderne auf einzigartige Weise geprägt. Das führt die Staatsgalerie anschaulich vor – allerdings beschränkt auf sein Frühwerk.

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Karlsruhe

Elger Esser – zeitigen

Piktorialismus für die Gegenwart: Fotografien veredelt Elger Esser aufwändig zu Kunstwerken weiter – wie vor 100 Jahren. Seine faszinierend detailreichen Landschafts-Aufnahmen präsentiert nun die Staatliche Kunsthalle in einer großen Werkschau.

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Felix van Groeningen

Café Belgica

(Kinostart: 23.6.) Wer sich daran erinnern kann, war nicht dabei: Exzessives Nightclubbing bringt der belgische Regisseur Felix van Groeningen faszinierend authentisch auf die Leinwand – als Vorbild diente ein Café in Gent, das früher sein Vater betrieb.

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Jake Gyllenhaal

Demolition – Lieben und Leben

(Kinostart: 16.6.) Mach kaputt, was dich kaputt macht: Nach dem Unfalltod seiner Frau zerschlägt ein Witwer sein bisheriges Leben buchstäblich zu Kleinholz. Regisseur Jean-Marc Vallée inszeniert eine effektvolle Zerstörungsorgie mit kathartischer Wirkung.

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James Napier Robertson

Das Talent des Genesis Potini

(Kinostart: 16.6.) Schach der bipolaren Störung: Regisseur Robertson porträtiert einen Maori-Meisterspieler, dessen Laufbahn in die Psychiatrie führte – danach trainierte er benachteiligte Jugendliche. Außergewöhnliches Biopic ohne Hang zum Sozialkitsch.

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Keiichi Hara

Miss Hokusai

(Kinostart: 16.6.) Bilderbogen für Japanologen: Der Animationsfilm von Keiichi Hara schildert Leben und Werk von Hokusai, dem bedeutendsten Künstler des Inselreichs, aus Sicht seiner Tochter – voller Anspielungen, die hiesigen Zuschauern entgehen dürften.

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Nicole Kidman + Chiwetel Ejiofor

Vor ihren Augen

(Kinostart: 9.6.) Nach 13 Jahren rollen Staatsanwältin und Ermittler einen ungelösten Mordfall neu auf: Die US-Version des argentinischen Gewinnerfilms des Auslands-Oscar von 2010 gerät Regisseur Billy Ray gefälliger, aber auch pathetischer.

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Top-Ausstellungen im Juni

  • „Genese Dada – 100 Jahre Dada Zürich“: bis 10.7. im Arp Museum Rolandseck, Remagen
  • Das Bauhaus – Alles ist Design“: große Retrospektive bis 14.8. in der Bundeskunsthalle, Bonn
  • „Die Ernestiner: Eine Dynastie prägt Europa“: kulturhistorische Doppel-Schau bis 28.8. in Gotha + Weimar
  • „Manet – Sehen. Der Blick der Moderne“: Erste Schau nach Wiedereröffnung bis 4.9. in der Hamburger Kunsthalle
  • „Magie der Zeit: Cézanne, van Gogh, Bonnard, Manguin“: bis 11.9. in der Moritzburg, Halle/ Saale

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Vor der Morgenröte“ von Maria Schrader
  2. „Demolition – Lieben und Leben“ mit Jake Gyllenhaal
  3. „7 Göttinnen“ von Pan Nalin
  4. „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“
  5. „Birnenkuchen mit Lavendel“ von Eric Besnard
  6. „Nur Fliegen ist schöner“ von Bruno Padalydes
  7. „Sing Street“ von John Carney
  8. „Peggy Guggenheim – Ein Leben für die Kunst“
  9. „Schau mich nicht so an“ von Uisenma Borchu
  10. „Monsieur Chocolat“ von Roschdy Zem mit Omar Sy
Frankfurt am Main

Manierismus in Florenz

Schluss mit süßlicher Harmonie: Die Manieristen reizten extreme Figurenposen und grelle Kontraste bis zum Anschlag aus. Wichtige Vertreter dieser Post-Renaissance stellt das Städel-Museum vor – allerdings beschränkt auf Künstler der Toskana-Metropole.

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Tübingen

Heide Hatry – Flowers and Faces

Der Mensch ist, was er isst: Heide Hatry fertigt Porträtbüsten und Blumen-Skulpturen aus Schlachtabfällen und Tier-Organen an. Ihr verführerischer Reiz hat eine extrem kurze Halbwertzeit, wie die Bildergalerie im Deutsch-Amerikanischen Institut zeigt.

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Leipzig

Via Lewandowsky – Hokuspokus

König der Kalauer-Kunst: Den hintersinnigen Humor der ostdeutschen Nischengesellschaft setzt Via Lewandowsky in Skulpturen um. Anstelle von Geistesblitzen breitet seine Werkschau im Museum der bildenden Künste eher arg gesuchte Anspielungen aus.

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Frankfurt am Main

Ich - Künstler-Selbstporträts

Ich ist ein Anderer: Im Zeitalter allgegenwärtiger Selbstbespiegelungen einer narzisstischen Selfie-Kultur scheint sich das Ich einer genauen Bestimmung immer mehr zu entziehen. Das zeigt die Schirn Kunsthalle anhand der Werke von 40 Künstlern.

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Berlin

Lee Miller – Fotografien

Als Hitler Selbstmord beging, planschte Lee Miller in seiner Badewanne: Weltkriegs-Ende und KZ-Befreiung erlebte sie hautnah mit. Zuvor hatte sie mit surreal anmutenden Aufnahmen auf sich aufmerksam gemacht, zeigt der Martin-Gropius-Bau in einer Werkschau.

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Erol Mintaş

Song of my Mother

(Kinostart: 9.6.) Gentrifizierung in Istanbul: Eine alte Kurdin muss ins Hochhaus umziehen und raubt ihrem Sohn den letzten Nerv. Sein Sozialdrama inszeniert Regisseur Erol Mintaş so voraussetzungsreich, dass es fürs hiesige Publikum kaum verständlich ist.

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Maria Schrader

Vor der Morgenröte – Stefan Zweig

(Kinostart: 2.6.) Letzte Station Petrópolis: Star-Literat Stefan Zweig nahm sich 1942 in Brasilien das Leben. Regisseurin Maria Schrader rekonstruiert behutsam seine Depressionen im Exil; Josef Hader beeindruckt als Autor, dem seine Welt abhanden kommt.

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Ryan Gosling + Russell Crowe

The Nice Guys

(Kinostart: 2.6.) Als Autos noch Autos und Brüste noch Brüste waren: In dieser Gangster-Komödie jagt Regisseur Shane Black beide Helden durch eine wirre Öko-Porno-Story im Los Angeles der 1970er Jahre – mit cleveren Dialogen und leicht peinlichem Humor.

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Cate Blanchett + Robert Redford

Der Moment der Wahrheit – Truth

(Kinostart: 2.6.) Glanz und Elend der US-Medien: Die Affäre um einen TV-Moderator und seine Produzentin, die wegen gefälschter Dokumente gefeuert wurden, bläst Regisseur James Vanderbilt zum tendenziösen Polit-Melodram auf – als linksliberale Sowjetpropaganda.

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Julia Roberts + George Clooney

Money Monster

(Kinostart: 26.5.) Gier als erste Bürgerpflicht: Ein Kleinanleger, der an der Börse sein Erspartes verlor, kidnappt den Moderator einer TV-Finanzshow. Großartig gallige Finanzmarkt- und Medien-Satire von Regisseurin Jodie Foster – ohne übliche Eliten-Kritik.

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