Hamburg

Manet – Sehen: Blick der Moderne

Angeschaute Bilder blicken zurück: Die Kunsthalle führt vor, wie Édouard Manet um 1860 zum Ausstellungs-Maler par excellence wurde – indem er die Betrachter in seine Gemälde mit einbezog. Eine klug komponierte Werkschau des Skandal-Künstlers mit Aha-Effekt.

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Wuppertal

Tony Cragg – Retrospektive

Gegen die Monotonie der industriellen Welt: Mit dynamisch geschwungenen Skulpturen entfaltet der britische Bildhauer Tony Cragg einen Kosmos organisch wirkender Formen. Das Von der Heydt-Museum widmet ihm eine beeindruckende Werkschau am Wohnort.

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Bonn

Das Bauhaus – Alles ist Design

Alles ist irgendwie Bauhaus: Die Ausstellung in der Bundeskunsthalle will seinen enormen Einfluss auf heutige Produkt-Gestaltung erklären, verfranst sich aber zwischen spärlichen Exponaten, wolkigen Wandtexten und überdesignten Paradiesvogel-Objekten.

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67. Berlinale

Expansionskurs in der Sackgasse

Nach dem Berlinale-Boom: Das Festival war deutlich schlechter besucht als in den Vorjahren. Überteuerter Eintritt für Mittelmaß im Wettbewerb und Strippenzieher-Steckenpferde in den Sektionen schreckt Publikum ab – doch Leiter Kosslick will sich ein Denkmal setzen.

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Ewan McGregor

T2 – Trainspotting

(Kinostart: 16.2.) Wir sind alle Süchtige: 20 Jahre nach seinem legendären Heroin-Epos sieht Regisseur Danny Boyle nach, was aus den Junkie-Freunden von damals geworden ist – ohne Sentimentalität, aber mit rasanter Story und Aufsehen erregender Bildsprache.

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Isabelle Huppert

Elle

(Kinostart: 16.2.) Selbst ist die Power-Frau: Im neuen Film von „Basic Instinct“-Regisseur Paul Verhoeven sucht Isabelle Huppert allein nach ihrem Vergewaltiger – in einem so verstörenden wie intelligenten Psychodrama über das Verhältnis von Macht und Gewalt.

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Kunst+Film-Video der Woche:

Noch bis 14. Mai in Berlin: Science-Fiction-Filme sind fast so alt wie das Kino selbst – und in Aufbau wie Ausstattung meist stark ihrer Entstehungszeit verhaftet. Das zeigt amüsant abwechslungsreich die Überblicks-Ausstellung „Things to Come“ im Museum für Film und Fernsehen der Deutschen Kinemathek.

Auch neu im Kino ab 27. April

  • „Happy Burnout“ mit Anke Engelke + Wotan Wilke Möhring („Black Brown White“): Therapie-Komödie über Alt-Punk, der in Klinik zur Burnout-Behandlung landet.
  • „Die Schlösser aus Sand“: französische Dramödie – eine junge Frau will mit Ex-Freund ein Landhaus verkaufen.
  • „Toro“: sprödes Sozialdrama in Schwarzweiß über ein deutsch-polnisches Stricher-Pärchen.
  • „Unforgettable – Tödliche Liebe“: US-Thriller über eine Ex-Gattin, die der neuen Geliebten ihres früheren Mannes das Leben zur Hölle macht
  • „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ mit Chris Pratt („Passengers“) + Zoë Saldana („Live by Night“, „Auge um Auge – Out of the Furnace“): Superhelden-Science-Fiction-Action-Monsterproduktion der Woche.

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Augsburg

Aufruhr in Augsburg: Deutsche Maler

Nichts wirkt veralteter als die Kunst-Revolution von gestern: Der Glaspalast zeigt deutsche Neo-Expressionisten und „Neue Wilde“ der 1960er bis 1980er Jahre, die ihren Biss meist verloren haben. Eine Etage höher geht es jedoch aufregend wild zu.

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Halle/ Saale + Stuttgart

Magie des Augenblicks: Nabis-Kunst

Auf dem Nebengleis der Moderne: Die Maler der Nabis-Gruppe hielten die Privatsphäre des Bürgertums um 1900 voller Experimentierfreude fest. Diese selten gezeigte Kunstströmung stellt das Kunstmuseum Moritzburg ausführlich vor – voller Jubel für ihre Sammler.

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Baden-Baden + Düsseldorf

Andreas Achenbach

Herrscher über Land und Meer: Mit atmosphärisch dichten Natur-Szenen wurde Achenbach im 19. Jahrhundert zum Starkünstler. Museum LA8 und Museum Kunstpalast laden zur Wiederentdeckung ein – kaum jemand malte Scheitern so schön schrecklich wie er.

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München

Friedrich Wilhelm Murnau – Hommage

Eine Symphonie des Grauens: Mit „Nosferatu“, „Sunrise“ und „Tabu“ schuf Murnau in den 1920er Jahren Meilensteine der Filmgeschichte. An sein Gesamtwerk erinnert eine Ausstellung im Lenbachhaus – und begräbt es unter beliebigem Bildersalat.

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Goran Radovanović

Enklave

(Kinostart: 16.2.) Im KFOR-Panzer zur Schule: Mit den Augen eines einsamen Jungen blickt Regisseur Goran Radovanović auf den serbisch-albanischen Konflikt im Kosovo. Sein präzise inszeniertes Drama ergreift aber einseitig Partei für die serbische Sache.

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Peter Chelsom

Den Sternen so nah

(Kinostart: 9.2.) Dem Klischee noch viel näher: Die Jungfernreise eines Teenagers, der auf dem Mars aufwuchs, zu seinem Schwarm auf der Erde gerät Regisseur Peter Chelsom zur vorhersehbaren Coming-of-Age-Story. Mit etwas mehr Mut gäbe der Weltraum viel mehr her.

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Top-Ausstellungen im April

  • „Unter italienischen Himmeln“: Italienbilder des 19. Jahrhunderts bis 28.5. im Albertinum, Dresden
  • „Magritte. Der Verrat der Bilder“: erste Werkschau seit 20 Jahren bis 5.6. in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt/ Main
  • „Das Feld hat Augen. Bilder des überwachenden Blicks“: bis 2.7. im Museum für Fotografie, Berlin
  • „Alchemie. Die Große Kunst“: große Themen-Ausstellung bis 23.7. im Kulturforum, Berlin
  • „Cranach. Meister – Marke – Moderne“: umfassende Werkschau bis 30.7. im Museum Kunstpalast, Düsseldorf

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Ein Dorf sieht schwarz“ von Julien Rambaldi
  2. „Lommbock“ mit Moritz Bleibtreu
  3. „Alles unter Kontrolle!“ von Philippe de Chauveron
  4. „The Founder“ mit Michael Keaton
  5. „Moonlight“ von Barry Jenkins
  6. „Die andere Seite der Hoffnung“ von Aki Kaurismäki
  7. „Lion – Der lange Weg nach Hause“ von Garth Davies
  8. „A United Kingdom“ mit David Oyelowo
  9. „Wilde Maus“ von und mit Josef Hader
  10. „Verleugnung“ mit Rachel Weisz + Timothy Spall
Berlin

9. Berlin Biennale

Auferstanden aus Ruinen: Die Berlin Biennale, die oft in Belanglosigkeit versandete, besinnt sich in ihrer neunten Ausgabe auf ein neues Geschäftsmodell – Business first! Damit lässt sich auch clevere Kritik am Konsum- und Warenfetischismus optimal vermarkten.

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Mannheim + Mülheim an der Ruhr

Hannah Höch - Kunst-Revolutionärin

Die erste Dadaistin: Mit der Erfindung der Foto-Collage prägte Hannah Höch die Kunst des 20. Jahrhunderts. Ihr umfangreiches, so vielseitiges wie fantasievolles Spätwerk ab 1945 ist weniger bekannt – Kunsthalle und Kunstmuseum laden zur Neuentdeckung ein.

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Frankfurt am Main

Kader Attia – Sacrifice and Harmony

Materialschlacht bis zur Erschöpfung durch Eigenplagiate: Der Franko-Algerier Kader Attia legt in Groß-Installationen ungeahnte Verbindungen zwischen Europa und Afrika frei. Seine Werkschau im MMK gerät aber zum Overkill der Selbstüberbietung.

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Radu Jude

Scarred Hearts – Vernarbte Herzen

(Kinostart: 9.2.) Zauberberg am Schwarzen Meer: Im Rumänien der Zwischenkriegszeit zwingt seine Krankheit einen jungen Intellektuellen, jahrelang im Bett zu bleiben. Max Blechers autobiographischen Roman von 1937 verfilmt Regisseur Radu Jude passend statisch.

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Alexandra Leclère

Madame Christine und ihre Gäste

(Kinostart: 9.2.) Gekommen, um zu bleiben: Laut Regierungsdekret müssen alle Franzosen mit viel Wohnraum obdachlose Mitbürger einquartieren. Die Sozial-Komödie von Regisseurin Alexandra Leclère beginnt raffiniert, doch löst sich später im Rosaroten auf.

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Asghar Farhadi

The Salesman

(Kinostart: 2.2.) Haus kaputt, Gesellschaft marode: Sein neues Beziehungsdrama erweitert Asghar Farhadi, der Ingmar Bergman des Iran, zu einem Panorama von oben und unten, Moderne und Tradition – dafür genügt ein ungebetener Besucher.

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