Berlin

Echte Gefühle: Denken im Film

Überambitionierte Enzyklopädie aller Emotionen: Die Kunst-Werke wollen klären, wie Kino Empfindungen hervorruft und manipuliert. Mit einem Bildsalat aus Filmklassiker-Schnipseln und zwölf erratischen Kunst-Filmen – da stellt sich rasch Konfusion ein.

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Berlin

Ai Weiwei – Evidence

Sammelwut als Regimekritik: Die bislang größte Ausstellung des chinesischen Künstler-Dissidenten im Martin-Gropius-Bau überwältigt mit schierer Fülle. Politische Bezüge der Werke werden bestens erklärt, autonome Ästhetik geht darin eher unter.

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Frankfurt am Main

Esprit Montmartre: Bohème um 1900

Jeden Montag Markt für Maler-Modelle mit 600 Damen: Ende des 19. Jahrhunderts wurde ein Armenviertel im Norden von Paris zum Künstler-Mekka. Den Mythos Montmartre aus Absinth, Bordell und Picasso präsentiert die Schirn hervorragend mit 200 Werken.

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Berlin

Jimmy Nelson: Before They Pass Away

Visuelle Rettung des Weltkulturerbes: Jimmy Nelson fotografiert archaisch lebende Völker aller Kontinente. Ihren Traditionen verleiht Hochglanz-Ästhetik faszinierenden Glamour – die Galerien Camerawork und CWC stellen 80 Werke erstmals hierzulande aus.

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München

Playtime

Arbeit ist nicht alles, aber ohne Arbeit ist alles nichts: Das Lenbachhaus stellt Werke von 40 Künstlern über Arbeitswelten seit den 1960ern aus – ein amüsant sarkastischer Rundumschlag von Fließband-Maloche bis zu Hotelzimmer-Sex für Kunstsammler.

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Sébastien Betbeder

2 Automnes 3 Hivers

(Kinostart: 3.7.) Eine auf eineinhalb Stunden gestreckte Kurzfilmidee: Regisseur Sébastien Betbeder begleitet vier Jungerwachsene in Paris. Sie grübeln viel und sprechen ihre Gedanken in die Kamera – als fades Potpourri belangloser Assoziationen.

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Sandrine Kiberlain

Violette

(Kinostart: 26.6.) Pionierin einer Sprache für weiblichen Sex: Die Autorin Violette Leduc, protegiert von Simone de Beauvoir, schrieb sich frei von multipler Frustration. Ihre Biographie verfilmt Regisseur Martin Provost mit Respekt und Distanz.

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Katell Quillévéré

Unerschütterliche Liebe der Suzanne

(Kinostart: 19.6.) Verquaster Titel, ergreifender Film: Eine junge Frau brennt mit einem Dealer durch und wird aus Hingabe zum Drogen-Kurier. Diese fatale Amour fou erzählt Regisseurin Quillévéré als raffiniert konstruierte Langzeitbeobachtung.

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Tom Hardy

No Turning Back

(Kinostart: 19.6.) One Man Show auf nächtlicher Autobahn: Ein Bauingenieur fährt Job und Familie davon – und Regisseur Steven Knight filmt ihn ausschließlich hinter dem Steuer. Tom Hardy brilliert in einem rasend spannenden Kammerspiel.

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Spiros Stathoulopolos

Meteora

(Kinostart: 12.6.) Wo Priester auf Felsspitzen wohnen: Manche der griechischen Meteora-Klöster erreicht man nur mit einer Korbwinde. In dieser atemberaubenden Landschaft siedelt Regisseur Stathoulopolos ein schlichtes Kleriker-Liebesdrama an.

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Flop-Ausstellungen 2013

Kunst ab 1945: Ausweitung der Kampfzone

Bleischwerer dritter Teil der Kollektions-Präsentation in der Neuen Nationalgalerie; bitte bald entrümpeln!

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Gegenwart: Böse Dinge

Schlecht und hässlich ist nicht gleich böse: Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe fuchtelt mit der Moral-Keule herum.

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Ethnologica: Eastern Promises

Tolles Thema, konfus präsentiert: Das Wiener MAK weiß viel über Architektur in Asien + breitet es völlig chaotisch aus. Besser Katalog lesen!

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Hinter der Leinwand

Auf Wellen des Moments reiten

Wie man fast ohne Geld mitreißende Filme dreht, erklärt Axel Ranisch, der Regisseur von "Dicke Mädchen" + "Ich fühl mich Disco".

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Große Sehnsucht nach Nähe

Frauke Finsterwalder + Pop-Literat Christoph Kracht legen mit "Finsterworld" ein bizarres Sittenbild aus Deutschland vor.

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Hélio Oiticica

Spannende Künstler-Doku über den "Andy Warhol Brasiliens" und Tropicália-Gründer, brillant aus Archiv-Material montiert und vertont.

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Heidelberg

Flussaufwärts: Borneo-Sammlung

Kunst der Kopfjäger: Die Dayak auf Borneo sammelten früher Schädel ihrer Feinde in Töpfen. Ganze Dörfer leben in einem Langhaus; jeder Bewohner hat zwei Seelen. Die hierzulande größte Kollektion dieser Kultur stellt das Völkerkundemuseum erstmals aus.

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Karlsruhe

art KARLSRUHE 2014

Fest etabliert: Auf der elften badischen Kunstmesse wird ein vielfältiges Sortiment von Klassischer Moderne bis Gegenwartskunst angeboten. Die überrascht mit ihrer Tendenz zum Tierischen: für Kuschel-Reflexe wie bei Katzen-Videos auf Youtube.

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Frankfurt am Main

Nok – Skulpturen aus Afrika

Nur echt als Scherbenhaufen: Komplette Nok-Figuren aus Nigeria sind meist Fälschungen. Mehr als 2000 Jahre alte Original-Fragmente zeigt das Liebieghaus: ein faszinierender Einblick in eine rätselhafte Kultur, die Afrikas älteste Skulpturen schuf.

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Baden-Baden

Kindheit – Erfindung des 19. Jhd.

Die Kindheit ist noch jung: Erst seit rund 200 Jahren wird sie als eigene Lebensphase betrachtet. Das zeigt das Museum LA8 mit einem Rundgang durch bürgerliche Kinderzimmer – von Schulheften bis zu Baukästen, mit denen Walter Gropius spielte.

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Stuttgart + Rosenheim

Inka – Könige der Anden

Größer als das Römische Reich, totalitär wie Stalin, kontrollwütig wie die NSA: Leben im Inka-Staat war meist Zwangsarbeit. Diese bizarre Hochkultur wollten die Spanier auslöschen. Was übrig blieb, zeigt ein erstklassiger Überblick in zwei Museen.

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Gustav Hofer + Luca Ragazzi

What Is Left?

(Kinostart: 12.6.) Was ist die italienische Linke, und wenn ja, wie viele? Zwei Kultur-Journalisten grasen das politische Spektrum links der Mitte ab; ihre vergnügliche Doku schwankt zwischen Albernheit und Verzweifelung – wie der Rest des Landes.

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Richard Linklater

Zum 120-Kilo-Wrestler werden

Dreharbeiten als Zeitreise ins Unbekannte: Richard Linklater hat zwölf Jahre lang Kindheit und Jugend eines Jungen mit der Kamera begleitet. In der Pubertät drohte sein Hauptdarsteller abzuspringen, erzählt er im Interview: Alles hätte scheitern können.

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Richard Linklater

Boyhood

(Kinostart: 5.6.) Die längsten Dreharbeiten aller Zeiten: Zwölf Jahre benötigte Regisseur Linklater für diese Chronik einer Kindheit, die authentischer nicht sein könnte. Zweieinhalb Stunden Auf und Ab entfalten das größte aller Dramen: normales Leben.

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Guillaume Gallienne

Maman und Ich

(Kinostart: 5.6.) Die Verwirrungen des jungen Guillaume: Mama behandelt ihn als Mädchen, andere bringen ihm Frauen-Flamenco bei. Seine tragikomische Identitätssuche inszeniert Regisseur Gallienne mit sich selbst in den Hauptrollen – als Ersatz-Therapie.

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Viggo Mortensen + Kirsten Dunst

Die zwei Gesichter des Januars

(Kinostart: 29.5.) High Noon im Palast von Knossos: Drei US-Amerikaner verstricken sich auf Kreta 1962 in tödliche Abhängigkeiten. Regie-Debütant Hossein Amini verfilmt den Krimi von Patricia Highsmith als stilvollen, doch etwas biederen Film noir.

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