Berlin

Boris Lurie - Keine Kompromisse!

Der große Verweigerer: Der Holocaust-Überlebende Boris Lurie klagte in seinen Arbeiten den Zynismus der modernen Welt an. Seine sperrige bis pornographische „NO!art“-Kunst stellt das Jüdische Museum erstmals hierzulande in einer umfassenden Werkschau vor.

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Bad Homburg

Darren Almond – Schatten und Licht

Die Nachtseite der Welt: Darren Almond fotografiert Landschaften im Vollmondschein. Seine Langzeit-Aufnahmen im Museum Sinclair-Haus lassen die Natur silbrig verwandelt wirken – bei Tageslicht erhalten sie zuweilen einen leicht voyeuristischen Anstrich.

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Stuttgart

Giorgio de Chirico

Der große Melancholiker: Mit seiner „metaphysischen Malerei“ hat der Einzelgänger De Chirico den Surrealismus vorbereitet und die Moderne auf einzigartige Weise geprägt. Das führt die Staatsgalerie anschaulich vor – allerdings beschränkt auf sein Frühwerk.

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Dieter Berner

Egon Schiele – Tod und Mädchen

(Kinostart: 17.11.) Der Zeit ihre Kunst – der Kunst ihre Freiheit: Egon Schiele war der sinnlichste Expressionist der Wiener Moderne; er starb mit nur 28 Jahren. Ihn porträtiert Regisseur Dieter Berner schwungvoll als ebenso leidenschaftlichen Eroto- wie Graphomanen.

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Ewan McGregor

Amerikanisches Idyll

(Kinostart: 17.11.) Wenn ein Traum im Postamt explodiert: Mit der Bombe zerstört eine Tochter das Leben ihres Vaters. Star-Schauspieler Ewan McGregor führt erstmals Regie – seine Verfilmung des Romans von Philip Roth seziert schonungslos die US-Gesellschaft.

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Brendan Gleeson + Daniel Brühl

Jeder stirbt für sich allein

(Kinostart: 17.11.) Zusammen leiden, alleine sterben: Ein Ehepaar protestiert 1943 mit Postkarten gegen das NS-Regime und wird verfolgt. Diese Verfilmung von Hans Falladas Erfolgsroman ist handwerklich gelungen, aber auch so lehrbuchmäßig wie vorhersehbar.

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Kunst+Film-Video der Woche:

California dreaming: Peter Gowland bebilderte den Mythos Kalifornien mit fantasievollen Aktfotos lachlustiger junger Frauen. Dem Pionier der Glamour- und Pin-up-Fotografie widmen die Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim zum 100. Geburtstag mit „Peter Gowland’s Girls“ die erste Retrospektive weltweit.

Auch neu im Kino ab 19. Januar

  • „Manchester by the Sea“ mit Casey Affleck („Auge um Auge – Out of the Furnace“): hochgelobtes Familien-Drama – ein Einzelgänger übernimmt nach dem Tod des Bruders die Verantwortung für seinen Neffen.
  • „Junction 48“: musikalisches Nahost-Drama aus Israel – ein palästinensischer Rapper setzt sich durch.
  • „Die Hölle – Inferno“ mit Tobias Moretti („Das finstere Tal“, „Therapie für einen Vampir“): Thriller aus Österreich – eine Taxifahrerin kämpft gegen einen Serienmörder.
  • „Verborgene Schönheit“ mit Will Smith + Keira Knightley („Anna Karenina“, „Eine dunkle Begierde“): US-Drama – ein depressiver PR-Profi korrespondiert mit Liebe, Zeit und Tod, um neuen Lebensmut zu schöpfen.

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Karlsruhe

Elger Esser – zeitigen

Piktorialismus für die Gegenwart: Fotografien veredelt Elger Esser aufwändig zu Kunstwerken weiter – wie vor 100 Jahren. Seine faszinierend detailreichen Landschafts-Aufnahmen präsentiert nun die Staatliche Kunsthalle in einer großen Werkschau.

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Frankfurt am Main

Manierismus in Florenz

Schluss mit süßlicher Harmonie: Die Manieristen reizten extreme Figurenposen und grelle Kontraste bis zum Anschlag aus. Wichtige Vertreter dieser Post-Renaissance stellt das Städel-Museum vor – allerdings beschränkt auf Künstler der Toskana-Metropole.

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Tübingen

Heide Hatry – Flowers and Faces

Der Mensch ist, was er isst: Heide Hatry fertigt Porträtbüsten und Blumen-Skulpturen aus Schlachtabfällen und Tier-Organen an. Ihr verführerischer Reiz hat eine extrem kurze Halbwertzeit, wie die Bildergalerie im Deutsch-Amerikanischen Institut zeigt.

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Omer Fast

Continuity

(Kinostart: 17.11.) Bring the Boy Back Home: Die Heimkehr eines Sohnes als Soldat aus Afghanistan inszeniert Video-Künstler Omer Fast als rätselhaftes Rollenspiel, das produktive Verwirrung auslösen soll. Folgerichtig ist hier nichts – zumindest nicht auf den ersten Blick.

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Woody Allen

Café Society

(Kinostart: 10.11.) Das Schicksal ist kein Ponyhof: In seinem neuen Film scheucht Regisseur Woody Allen sein Alter Ego durch eine glamouröse Kulisse der 1930er Jahre. Ein komisches Drama über unerfüllte Sehnsüchte und die Fallstricke der Liebe.

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Benjamin Ree

Magnus – der Mozart des Schachs

(Kinostart: 10.11.) Wunderkind aus Norwegen: Magnus Carlsen ist der zweitjüngste Schach-Weltmeister aller Zeiten – was sein Ausnahme-Talent ausmacht, kann Regisseur Benjamin Ree nicht ansatzweise klären. Seine Doku ist so fade wie ein zähes Remis.

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Top-Ausstellungen im Dezember

  • „Barock – Nur schöner Schein?“: Epochen-Überblick bis 19.2.2017 in den Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim
  • „Edgar Degas und Auguste Rodin“: Vergleich von Maler + Bildhauer bis 26.2. im Von der Heydt-Museum, Wuppertal
  • „This was Tomorrow. Pop Art in Great Britain“: bis 29.2.2017 im Kunstmuseum Wolfsburg
  • „Omer Fast“: Werkschau des israelischen Video-Künstlers bis 12.3.2017 im Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • Henry Moore. Impuls für Europa“: bis 19.3.2017 im LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „La La Land“ mit Emma Stone + Ryan Gosling
  2. „Die Blumen von gestern“ von Chris Kraus
  3. „Paula – Mein Leben soll ein Fest ein“ mit Carla Juri
  4. „Nocturnal Animals“ von Tom Ford mit Amy Adams
  5. „Bob, der Streuner“ von Roger Spottiswoode
  6. „Hell or High Water“ mit Jeff Bridges
  7. „Love & Friendship“ mit Kate Beckinsale
  8. „Die Überglücklichen“ mit Valeria Bruni Tedeschi
  9. „Florence Foster Jenkins“ mit Meryl Streep
  10. „Die Taschendiebin“ von Park Chan-wook
Leipzig

Via Lewandowsky – Hokuspokus

König der Kalauer-Kunst: Den hintersinnigen Humor der ostdeutschen Nischengesellschaft setzt Via Lewandowsky in Skulpturen um. Anstelle von Geistesblitzen breitet seine Werkschau im Museum der bildenden Künste eher arg gesuchte Anspielungen aus.

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Frankfurt am Main

Ich - Künstler-Selbstporträts

Ich ist ein Anderer: Im Zeitalter allgegenwärtiger Selbstbespiegelungen einer narzisstischen Selfie-Kultur scheint sich das Ich einer genauen Bestimmung immer mehr zu entziehen. Das zeigt die Schirn Kunsthalle anhand der Werke von 40 Künstlern.

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Berlin

Lee Miller – Fotografien

Als Hitler Selbstmord beging, planschte Lee Miller in seiner Badewanne: Weltkriegs-Ende und KZ-Befreiung erlebte sie hautnah mit. Zuvor hatte sie mit surreal anmutenden Aufnahmen auf sich aufmerksam gemacht, zeigt der Martin-Gropius-Bau in einer Werkschau.

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Natalie Portman

Geschichte von Liebe und Finsternis

(Kinostart: 3.11.) Glanz und Elend einer Literatur-Adaption: Star-Schauspielerin Natalie Portman verfilmt als Regisseurin die Roman-Autobiographie des israelischen Autors Amos Oz – ihrem sorgfältig bebilderten Episoden-Reigen fehlt meist die Tiefendimension.

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Fenton Bailey + Randy Barbato

Mapplethorpe: Look at the Pictures

(Kinostart: 3.11.) Schwuler Sex in perfekter Schönheit: Mit skandalträchtigen Aufnahmen wurde der Fotograf Robert Mapplethorpe berühmt. Dabei konnte er nicht einmal Filme selbst entwickeln, enthüllt die Doku von Fenton Bailey und Randy Barbato.

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Friedrich Moser

A Good American

(Kinostart: 3.11.) Die gute Daten-Krake: Für den NSA-Geheimdienst entwickelte Bill Binney ein Abhörprogramm, das die Privatsphäre schützte – er wurde kaltgestellt. Die Doku von Friedrich Moser schildert die Geschichte vor Edward Snowdens Enthüllungen.

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