Berlin

Piet Mondrian – Die Linie

Es war die Linie, nicht die Farbe: Der Martin-Gropius-Bau will zeigen, wie Piet Mondrian zu seinen radikal abstrakten Bildern aus Geraden und Farbfeldern fand. Die Argumentation wirkt überzeugend – unterschlägt aber sein swingendes Spätwerk.

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Neuss

Olafur Eliasson: Boros Collection

Naturschauspiele auf der Ex-Raketenstation: Die Langen Foundation bietet den perfekten Rahmen für die kinetische Op-Art des Isländers. 36 Arbeiten aus der Boros-Sammlung ergeben eine gute Werkschau – und zeigen, wie mechanisch und epigonal vieles ist.

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Berlin + Münster

Homosexualität_en

Die ganze Bewegung soll es sein: Erstmals seit 34 Jahren ist sexuellen Minderheiten eine Doppel-Ausstellung gewidmet. Das Deutsche Historische Museum ignoriert Fragen der Hetero-Mehrheit; das Schwule Museum zeigt explizite Kunst zu Geschlechter-Themen.

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Rhein-Neckar-Region

6. Fotofestival „7 Prekäre Felder“

Wie Sie sehen, sehen Sie wenig: Die größte deutsche Fotoschau in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg will sieben wichtige Zeitprobleme bebildern – und übernimmt sich. Deutlich wird, wie schwierig es ist, die Wirklichkeit noch im Bild festzuhalten.

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Berlin

Gehorsam: Greenaway-Installation

Das Jüdische Museum bestellt eine Ausstellung über Abrahams Opferung von Isaak bei Peter Greenaway. Der Filmregisseur inszeniert sie als überladene „Ein Herz für Kinder“-Familienfeier – und lässt Gehorsam nur in seinem Privatleben durchschimmern.

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Emma Watson + Daniel Brühl

Colonia Dignidad

(Kinostart: 18.2.) Wie ein klerikalfaschistischer Ministaat funktioniert: In seinem packenden Polit-Thriller über die auslandsdeutsche Sekte in Chile enthüllt Regisseur Florian Gallenberger, dass der damalige BRD-Botschafter mit Kriminellen kungelte.

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Joel + Ethan Coen

Hail, Caesar!

(Kinostart: 18.2.): Er befreit George Clooney aus den Klauen linker Kidnapper und sucht einen Mann für die schwangere Scarlett Johansson: Den Alltag eines Filmstudio-Troubleshooters verwandeln die Brüder Coen in eine grandiose Hommage auf Hollywoods goldene Ära.

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Martin Schläpfer

Feuer bewahren– nicht Asche anbeten

(Kinostart: 11.2.) Sein Ballett war drei Mal in Folge die „beste Kompanie des Jahres“: Martin Schläpfer ist einer der bedeutendsten Choreografen in Deutschland. Annette von Wangenheims gelungenes Doku-Porträt glänzt mit faszinierenden Tanz-Szenen.

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Devid Striesow

Nichts passiert

(Kinostart: 11.2.) Mit Harmoniesucht zum finalen Schlagabtausch: Regisseur Micha Lewinsky porträtiert einen konfliktscheuen Biedermann, der sich mit Beschwichtigungen in Teufels Küche bringt. Eine Paraderolle für Devid Striesow – bis er explodiert.

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Alexis Alexiou

Mittwoch 04:45

(Kinostart: 4.2.) Von Weihnachtsbäumen beleuchtete Höllenfahrt: Seinen Thriller über einen Mafia-Schuldner inszeniert der griechische Regisseur Alexis Alexiou als packende Parabel auf den Niedergang des ganzen Landes – ein Hongkong-Gangsterepos aus Athen.

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Flop-Ausstellungen 2014

Antike: Die Wikinger

Diese Kaperfahrer beeindrucken keinen: kleinteilige und fantasielose Materialschlacht von Fundstücken im Martin-Gropius-Bau.

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Kunst bis 1900: Feuerbach + Lagerfeld

Muse trifft Softporno - die Kunsthalle in Hamburg mixt Porträts und Erotik-Fotos: absurde Kombination.

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1900 bis 1945: Avantgarde!

Ohne Worte: Ein Saal ist mit Bildern gepflastert, der zweite mit Vitrinen. Erklärungen fehlen im Berliner Kulturforum.

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Kunst im Film

Shirley - Visionen der Realität

13 klassische Bilder des US-Malers Edward Hopper verfilmt Gustav Deutsch als leblos animierte Sittengeschichte - und sehr uncool.

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Kathedralen der Kultur (3D)

Wim Wenders und fünf Co-Regisseure porträtieren sechs Kultureinrichtungen - als quälend langatmiger Episoden-Film.

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Watermark

Das Wasserzeichen, das H2O dem Planeten einprägt: Fotograf Edward Burtynsky gelingt eine grandiose Doku voller betörender Bilder.

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Frankfurt am Main

Indonesian Contemporary Art

Indonesien ist Gastland der Frankfurter Buchmesse, aber die Kultur des größten Staats in Südostasien hierzulande kaum bekannt. Das ändern zwei Ausstellungen im Kunstverein und Fotografie Forum: eine erstklassige Einführung in einen exotischen Kunst-Kosmos.

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Karlsruhe + Berlin

Bodenlos – Vilém Flusser + Künste

Prophet der Postmoderne: In den 1970/80er Jahren galt Vilém Flusser als ebenso gefeierter wie umstrittener Medientheoretiker. 25 Jahre nach seinem Tod würdigt ihn eine Schau im ZKM und der Akademie der Künste – konfuser und rätselhafter als alle seine Schriften.

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Berlin

Der Löwen-Kuhnert

Der Grzimek der Malerei: Wilhelm Kuhnert brachte den Deutschen Afrikas exotische Tierwelt nahe. An den zu Lebzeiten berühmten, heute fast vergessenen Künstler erinnert zum 150. Geburtstag die Alte Nationalgalerie mit einer originellen Kabinettschau.

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München

Yes!Yes!Yes! Warholmania in Munich

Werdegang eines Selbstvermarktungs-Genies: Andy Warhol begann als Werbegrafiker, fixierte die Oberflächen-Erscheinung der bewegten 1960er Jahre und erstarrte am Ende in Selbststilisierung. Das führt das Museum Brandhorst anhand von rund 100 Werken vor.

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Berlin

Radikal Modern: Architektur 1960er

Von Meilenstein-Bauwerken zu Arbeiter-Schließfächern: Berliner Stadtplanung in Ost und West spiegelt Glanz und Elend der Beton-Ära. Die Berlinische Galerie zeichnet sie nach – und strickt an der Legende, Plattenbau-Architekten hätten nur das Beste gewollt.

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Carey Mulligan

Suffragette – Taten statt Worte

(Kinostart: 4.2.) One Woman, one Vote: Vor 100 Jahren kämpften britische Frauen militant für ihr Wahlrecht. Ihre Bewegung stellt Regisseurin Sarah Gavron in den üblichen dramatischen Standard-Situationen dar; als fiktive Heldin glänzt Carey Mulligan.

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Quentin Tarantino

The Hateful Eight

(Kinostart: 28.1.) Viel Lärm um Nichts: In seinem zweiten Western zeigt Quentin Tarantino in epischer Länge und maximaler Leinwandbreite ein Minimum an Handlung. Gequassel und brutale Gewalt verbergen nicht, dass dem Regisseur nicht mehr viel einfällt.

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Maria Furtwängler

Das Wetter in geschlossenen Räumen

(Kinostart: 28.1.) Spenden im Delirium akquirieren: Regisseurin Isabelle Stever porträtiert eine Entwicklungshelferin, die im Luxus-Hotel die Puppen tanzen lässt. Ihre von Alkohol und Drogen befeuerte Dekadenz entstellt diese Branche zur Kenntlichkeit.

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Sandra Bullock

Die Wahlkämpferin

(Kinostart: 21.1.) It’s a dirty job, but someone has to do it: Sandra Bullock glänzt als skrupellose PR-Beraterin, die dem Präsidenten von Bolivien die Wiederwahl sichert. Schillernde Polit-Satire von Regisseur David Gordon Green, die etwas überladen wirkt.

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Charlie Kaufman

Anomalisa

(Kinostart: 21.1.) Anbahnung eines One-Night-Stand in Echtzeit: Balzrituale im Business-Hotel inszeniert Regisseur Charlie Kaufman, bekannt für seine vertrackten Drehbücher, als Stopptrick-Animation mit lauter Puppen – im menschlichsten Film des Jahres.

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