Berlin + Kassel

Bart: Natur + Rasur + Haar-Dickicht

Haarige Angelegenheit: Das Neue Museum zeichnet Bartmoden und Rasiertechniken seit der Antike nach, die Grimmwelt fächert ein Stichwort mit 280 Varianten auf. Beide Ausstellungen durchkämmen ihre Menschheits-Themen amüsant, aber etwas kraus.

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Jena

Afterimages: Schwarze Film-Romantik

Reise durch das Unbewusste in zwölf Videofilmen: Wie Ansätze und Motive der Schwarzen Romantik in der zeitgenössischen Multimedia-Kunst fortwirken, zeigt die Kunstsammlung mit einer klugen Auswahl schaurig schöner, Schwindel erregender Beispiele.

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Bremen

Letztes Jahr in Marienbad

Die Osterinsel der Kinogeschichte: Alain Resnais‘ hyperraffinierter Rätsel-Film von 1961 gilt als so einzigartig wie abseitig. Die Kunsthalle will ihn zum Meilenstein mit kultureller Langzeitwirkung stilisieren – bleibt aber jeden Nachweis dafür schuldig.

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Wuppertal

Weltkunst – Von Buddha bis Picasso

Die ganze Welt in einer Ausstellung: Ein schwerreicher Exzentriker baute die größte private Kunstsammlung vor dem Krieg auf – sie füllt heute zwei wichtige Museen. Das zeigt die anschaulich und opulent inszenierte Gedenk-Schau im Von der Heydt-Museum.

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Berlin

Adolph Menzel zum 200. Geburtstag

Ein visueller Allesfresser, der zum Malen auf Leitern stieg: Adolph Menzel wurde als Autodidakt zum wohl bedeutendsten deutschen Künstler des 19. Jahrhunderts. Seinen 200. Geburtstag würdigen Nationalgalerie und Stadtmuseum – überschaubar, aber gelungen.

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Alexander Fehling

Atomic Falafel

(Kinostart: 14.7.) Den Weltfrieden mit Kichererbsen-Bällchen retten: Mit seiner bitterscharfen Kriegstreiber-Komödie zieht Regisseur Dror Shaul alle durch den Kakao – Israels Regierung und Armee wie iranische Gegenspieler und deutsche Pazifisten.

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Ewan McGregor

Verräter wie wir

(Kinostart: 7.7.) Britischer Zaungast bei der russischen Mafia: Wie diese Parallelgesellschaft brutal für Kadavergehorsam sorgt, seziert der Geheimdienst-Thriller von John Le Carré – ihn verfilmt Regisseurin Susanna White mit dem Aufwand großer Kino-Epen.

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Carlos Saura

Argentina

(Kinostart: 7.7.) Kleine Gesten eröffnen eigene Welten: Spaniens Regie-Legende Carlos Saura widmet Argentiniens regionalen Tanz- und Musik-Stilen eine hochkarätige Hommage – mit spartanischer Inszenierung, sanftem Pathos und sinnlicher Wirkung.

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Assad Fouladkar

Liebe Halal

(Kinostart: 7.7.) „Verbotene Liebe“ im Libanon: Regisseur Assad Fouladkar führt drei Grenzfälle des islamischen Eherechts vor – als Episoden wie aus TV-Vorabendserien samt schlechten Schauspielern in Standard-Situationen mit -Dialogen und -Witzen.

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Hou Hsiao-Hsien

The Assassin

(Kinostart: 30.6.) Martial Arts mit menschlichem Antlitz: Taiwans bekanntester Regisseur Hou Hsiao-Hsien dreht einen Kampfkunst-Historienfilm ohne Schwertgeklirr oder Spezialeffekte – aber mit opulenten Bildern und anspruchsvoller Auflösung.

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Top-Ausstellungen im September

  • „Nero – Kaiser, Künstler und Tyrann“: große Epochen-Ausstellung bis 16.10. in drei Museen in Trier
  • „DADA Afrika“: Rezeption afrikanischer Kultur durch Dada-Künstler bis 7.11. in der Berlinischen Galerie, Berlin
  • „Die Etrusker – Von Villanova bis Rom“: bis 8.1.2017 in den Staatlichen Antikensammlungen, München
  • „130% Sprengel. Sammlung Pur“: zur Erweiterungsbau-Eröffnung bis 29.1.2017 im Sprengel Museum, Hannover
  • Buddha – Meisterwerke buddhistischer Kunst aus 2.000 Jahren“: bis 19.2.2017 in der Völklinger Hütte

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Tschick“ von Fatih Akin
  2. „Captain Fantastic“ mit Viggo Mortensen
  3. „Toni Erdmann“ von Maren Ade mit Sandra Hüller
  4. „Der Landarzt von Chaussy“ mit François Cluzet
  5. „The Beatles: Eight Days a Week“ von Ron Howard
  6. „The Light between Oceans“ mit Michael Fassbender
  7. „El Olivo – Der Olivenbaum“ von Icíar Bollaín
  8. „Frühstück mit Monsieur Henri“ mit Claude Brasseur
  9. „Alles was kommt – L’Avenir“ mit Isabelle Huppert
  10. „Hieronymus Bosch – Schöpfer der Teufel“ (AG Kino)
Halle/Saale

100 Jahre Burg Giebichenstein

Hübsch herausgeputzte Rumpelkammer: Die Kunsthochschule in Halle war vor 100 Jahren der erste Mit- und Gegenspieler des Bauhauses. Das lässt die Jubiläumsschau in der Moritzburg nicht ahnen – sie gefällt sich als geschichtsloses Sammelsurium.

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Oldenburg

Horst Janssen + Johann Füssli

Virtuosen des kleinen Todes: Johann Heinrich Füssli führte das Unheimliche in die Kunst ein, 200 Jahre später formulierte Horst Janssen es aus. Wie wichtig für seine Grafik der „wilde Schweizer“ war, zeigt eine famose Ausstellung des Horst-Janssen-Museums.

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Berlin

Max Beckmann und Berlin

Wie Beckmann zu Beckmann wurde: Zwei Mal lebte er in der Hauptstadt – erst als ehrgeiziger Jungkünstler, später als Verfolgter. Dass die Metropole sein Werk stärker prägte als alles andere, zeigt eine hervorragende Retrospektive der Berlinischen Galerie.

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Koblenz + Halle/ Saale

Rudolf Schlichter: Eros+ Apokalypse

Der deutsche Dalì: Rudolf Schlichter lebte als Bohemien im Rotlichtmilieu, wurde in den 1920er Jahren mit neusachlichen Porträts bekannt und verstieg sich später zu Splatter-Surrealismus. Zwei Museen rekonstruieren anschaulich seine Zickzack-Laufbahn.

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Berlin

Cindy Sherman: Olbricht Collection

Hinter 1000 Verkleidungen verschwinden: Mit Foto-Serien wechselnder Selbst-Inszenierungen wurde Cindy Sherman zur höchstbewerteten Gegenwartskünstlerin. Der „me Collector’s Room“ zeigt eine Werkschau – Projektionsflächen für die Faszination der Leere.

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Alexander Scheer

Lou Andreas-Salomé

(Kinostart: 30.6.) Femme fatale im Fin de siècle: Aus ihrem bewegten Leben macht Regisseurin Cordula Kablitz-Post öden Bildungsbürger-Kitsch mit papiernen Dialogen. Die emanzipierte Muse von Nietzsche, Rilke und Freud hat ein besseres Biopic verdient.

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Alfredo Castro

Caracas, eine Liebe

(Kinostart: 30.6.) Frostige Amour fou im Krisenland: Im Gewinnerfilm des Festivals von Venedig 2015 schildert Regisseur Lorenzo Vigas die schwierige Beziehung zweier sehr unterschiedlicher Männer in Venezuelas Hauptstadt – als überfrachtete Kopfgeburt.

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Kheiron

Nur wir drei gemeinsam

(Kinostart: 30.6.) Flucht der eigenen Eltern aus dem Iran als umwerfend liebevoll gezeichnete Familienchronik: In seinem Kino-Debüt gelingt dem französischen Bühnen-Komiker Kheiron ein kleiner Geniestreich von Tragikomödie mit Migrations-Hintergrund.

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Colin Farrell + Rachel Weisz

The Lobster

(Kinostart: 23.6.) Entweder in 45 Tagen unter die Haube kommen, oder als Tier zur Strecke gebracht werden: Der griechische Regisseur Giorgos Lanthimos entwirft eine ätzend surreale Parabel auf Paarungs-Zwänge und Beziehungs-Neurosen der Gegenwart.

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Nicolas Winding Refn

The Neon Demon

(Kinostart: 23.6.) Tiefe an der Oberfläche suchen: Nicolas Winding Refn, Radikal-Ästhet unter den Regisseuren, verfolgt den Aufstieg eines Fotomodells im Haifischbecken von L.A. – bis zum blutigen Finale. Eine antike Tragödie in todschickem Gewand.

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