Augsburg

Aufruhr in Augsburg: Deutsche Maler

Nichts wirkt veralteter als die Kunst-Revolution von gestern: Der Glaspalast zeigt deutsche Neo-Expressionisten und „Neue Wilde“ der 1960er bis 1980er Jahre, die ihren Biss meist verloren haben. Eine Etage höher geht es jedoch aufregend wild zu.

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Halle/ Saale + Stuttgart

Magie des Augenblicks: Nabis-Kunst

Auf dem Nebengleis der Moderne: Die Maler der Nabis-Gruppe hielten die Privatsphäre des Bürgertums um 1900 voller Experimentierfreude fest. Diese selten gezeigte Kunstströmung stellt das Kunstmuseum Moritzburg ausführlich vor – voller Jubel für ihre Sammler.

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Baden-Baden + Düsseldorf

Andreas Achenbach

Herrscher über Land und Meer: Mit atmosphärisch dichten Natur-Szenen wurde Achenbach im 19. Jahrhundert zum Starkünstler. Museum LA8 und Museum Kunstpalast laden zur Wiederentdeckung ein – kaum jemand malte Scheitern so schön schrecklich wie er.

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Davy Chou

Diamond Island

(Kinostart: 19.1.) Lockruf der globalen Konsumkultur: Auf einer Insel in Kambodscha schuften junge Tagelöhner für ersehnten Wohlstand. Regisseur Davy Chou blendet in seinem Generationen-Porträt Lokales weitgehend aus – zugunsten von iPhones und Youtube.

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Olivier Assayas

Personal Shopper

(Kinostart: 19.1.) Von allen guten Geistern verlassen: Regisseur Olivier Assayas lässt eine Star-Einkäuferin auf Botschaften aus dem Jenseits warten. Sein Mystery-Thriller voller Geraune über Okkultes walzt das Elend von Lifestyle-Esoterik aus.

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Chris Kraus

Enkel von NS-Opfern machten Witze

Ein Titel wie ein Haiku, ein Drama mit langem komödiantischen Anlauf: Mit „Die Blumen von gestern“ will Regisseur Chris Kraus die Nachfahren von Tätern und Opfern miteinander versöhnen. Dazu inspirierte ihn seine Familiengeschichte, erzählt er im Interview.

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Kunst+Film-Video der Woche:

Die biomorphen Groß-Skulpturen von Henry Moore waren in den 1960er bis 1980er Jahren allgegenwärtig. An das Werk des britischen Bildhauers erinnert das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster mit der großen Retrospektive „Impuls für Europa“ noch bis Ende der Woche.

Auch neu im Kino ab 23. März

  • „Der Hund begraben“ mit Justus von Dohnányi („Die Frau in Gold“): Tragikomödie über einen arbeitslosen Mann, dem eines Tages ein Hund zuläuft.
  • „Lommbock“ mit Moritz Bleibtreu („Die dunkle Seite des Mondes“): Fortsetzung der erfolgreichen Komödie über zwei Kiffer, die einen Cannabis-Pizzalieferservice gründen
  • Alles gut“ von Pia Lenz: Bewegender Dokumentarfilm über zwei geflüchtete Jungen aus Mazedonien und Syrien, die mit ihren Familien in Hamburg gestrandet sind.
  • „Die Jones – Spione von nebenan“ mit John Hamm („The Congress“) und Zach Galifianakis („Birdman“): Komödie über ein Ehepaar, dessen scheinbar harmlose neue Nachbarn sich als Spione entpuppen.

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Berlin

9. Berlin Biennale

Auferstanden aus Ruinen: Die Berlin Biennale, die oft in Belanglosigkeit versandete, besinnt sich in ihrer neunten Ausgabe auf ein neues Geschäftsmodell – Business first! Damit lässt sich auch clevere Kritik am Konsum- und Warenfetischismus optimal vermarkten.

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Mannheim + Mülheim an der Ruhr

Hannah Höch - Kunst-Revolutionärin

Die erste Dadaistin: Mit der Erfindung der Foto-Collage prägte Hannah Höch die Kunst des 20. Jahrhunderts. Ihr umfangreiches, so vielseitiges wie fantasievolles Spätwerk ab 1945 ist weniger bekannt – Kunsthalle und Kunstmuseum laden zur Neuentdeckung ein.

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Frankfurt am Main

Kader Attia – Sacrifice and Harmony

Materialschlacht bis zur Erschöpfung durch Eigenplagiate: Der Franko-Algerier Kader Attia legt in Groß-Installationen ungeahnte Verbindungen zwischen Europa und Afrika frei. Seine Werkschau im MMK gerät aber zum Overkill der Selbstüberbietung.

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Lars Eidinger

Die Blumen von gestern

(Kinostart: 12.1.) There is no business like shoah business: In der eigenartigen Welt der Holocaust-Forscher siedelt Regisseur Chris Kraus eine Tragikomödie an. Gegen den Strich, abseits aller Rituale und aberwitzig grotesk – ein Experiment mit vollem Risiko.

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Matt Damon

The Great Wall

(Kinostart: 12.1.) Völker, hört die Signale – auf zum letzten Gefecht: Am Schutzwall der chinesischen Mauer retten Elite-Krieger und Matt Damon die Welt vor gefräßigen Monstern. Regisseur Zhang Yimou prunkt mit Schauwerten und globaler Action-Kino-Formel.

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Emma Stone + Ryan Gosling

La La Land

(Kinostart: 12.1.) Mit sieben Golden Globes prämiert: Im Neo-Musical von Damien Chazelle verlieben sich Schauspielerin und Jazz-Musiker. Was sie verbindet, trennt sie wieder: das Showbusiness. Eine wunderbar beschwingte Hommage an klassische Vorbilder.

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Top-Ausstellungen im März

  • „Geschlechterkampf“: Themen-Schau von Franz Stuck bis Frida Kahlo bis 19. März im Städel Museum, Frankfurt
  • „Impressionismus. Die Kunst der Landschaft“: Eröffnungs-Schau bis 28.5. im Museum Barberini, Potsdam
  • „Unter italienischen Himmeln“: Italienbilder des 19. Jahrhunderts bis 28.5. im Albertinum, Dresden
  • „Magritte. Der Verrat der Bilder“: erste Werkschau seit 20 Jahren bis 5.6. in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt/ Main
  • „Das Feld hat Augen. Bilder des überwachenden Blicks“: vom 12.2. bis 2.7. im Museum für Fotografie, Berlin

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Moonlight“ von Barry Jenkins
  2. „Wilde Maus“ von und mit Josef Hader
  3. „Lion – Der lange Weg nach Hause“ von Garth Davies
  4. „Der junge Karl Marx“ von Raoul Peck
  5. „Der Hunderteinjährige…“ von Felix + Mans Herngren
  6. „La La Land“ mit Emma Stone + Ryan Gosling
  7. „Hidden Figures“ von Theodore Melfi
  8. „Manchester by the Sea“ mit Casey Affleck
  9. „Elle“ von Paul Verhoeven mit Isabelle Huppert
  10. „Neo Rauch“ von Nicola Graef
Basel

Sculpture on the Move 1946–2016

Grau in Grau ist alle Architektur: Die allgegenwärtige Nichtfarbe lässt den Erweiterungsbau des Kunstmuseums großartig und beklemmend zugleich wirken. In diesem aseptischen Umfeld kommen die Skulpturen der Eröffnungs-Ausstellung nicht in Schwung.

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Berlin

Die Maya – Sprache der Schönheit

Weltmeister der Selbstverstümmelung: Maya-Herrscher schreckten selbst vor Genitaldurchbohrung nicht zurück. Ihre Untertanen schufen beeindruckende Beispiele für fremdartige Schönheitsideale – der Martin-Gropius-Bau zeigt eine erstklassige Auswahl.

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Berlin

Boris Lurie - Keine Kompromisse!

Der große Verweigerer: Der Holocaust-Überlebende Boris Lurie klagte in seinen Arbeiten den Zynismus der modernen Welt an. Seine sperrige bis pornographische „NO!art“-Kunst stellt das Jüdische Museum erstmals hierzulande in einer umfassenden Werkschau vor.

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Juho Kuosmanen

Filmemachen ist wie Profi-Boxen

Mit „Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki“ hat Regisseur Juho Kuosmanen ein etwas anderes Sportler-Drama gedreht: Der Held macht aus der Niederlage einen Privat-Sieg. Ein Gespräch über Finnlands erstes großes Sport-Event mit schüchternem Anti-Star.

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Juho Kuosmanen

Der glücklichste Tag des Olli Mäki

(Kinostart: 5.1.) Schöner scheitern: Der finnische Boxer Olli Mäki wird 1962 von seinem überambitionierten Manager in einem WM-Kampf verheizt, gewinnt aber seine große Liebe – entschleunigtes Sportlerdrama in Schwarzweiß von Regisseur Juho Kuosmanen.

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Jennifer Lawrence

Passengers

(Kinostart: 5.1.) Robinsonade im Luxus-Raumschiff: Chris Pratt und Jennifer Lawrence leben wie Adam und Eva im Hightech-Paradies. Bis ein Asteroid die subtile Verhaltens-Studie von Regisseur Morten Tyldum mit bombastischem Spezialeffekte-Getöse pulverisiert.

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