Frankfurt am Main

Die 80er – Figurative Malerei

Zwischen Onanie im Kino und nackten Männerleibern an Fleischerhaken: Bilder der „Jungen Wilden“ in den 1980er Jahren fielen denkbar drastisch aus. Ihre Provokationen bleiben bis heute frisch und originell, zeigt eine große Überblicks-Schau im Städel.

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Berlin

Ein Gott - Abrahams Erben am Nil

Ökumene in der Spätantike: Das Bode-Museum will zeigen, wie viele Gemeinsamkeiten Juden, Christen und Moslems miteinander teilen. Im Versöhnungswillen mittels Schätze-Schau geht unter, welche Unterschiede religiöse Konflikte auslösten – und warum.

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Düsseldorf + Köln

Bernard Schultze

Im unerschöpflichen Bilderkosmos: Jede Form enthält unendlich viele weitere. Damit wurde Bernard Schultze zu einem der bedeutendsten abstrakten Maler der Nachkriegszeit, zeigen zwei Retrospektiven zum 100. Geburtstag im Kunstpalast und Museum Ludwig.

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Hannover

Auszeit – Faulenzen und Nichtstun

Dolce far niente in 120 Variationen: Das Sprengel Museum begleitet die Ferienzeit mit einer hübschen Enzyklopädie der Inaktivität – die Faulpelze bequemen sich höchstens zum Baden. Allerdings nur bis zur Nachkriegszeit; dann geht der Schau die Luft aus.

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Duisburg + 7 weitere Städte

China 8: Zeitgenössische Kunst

Klotzen statt kleckern: Nicht weniger als neun Museen in acht NRW-Städten präsentieren 500 Werke von 120 Künstlern. Der Ausstellungs-Marathon zeigt, wie unfassbar vielfältig die dortige Szene mittlerweile ist – zweifellos die wichtigste Schau des Jahres.

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Peter Greenaway

Eisenstein ging sofort in Sex-Shops

Das schwule Coming Out von Sergej Eisenstein in Mexiko ist keine zweitrangige Episode, sondern zentral zum Verständnis seiner Person, versichert Peter Greenaway: Deshalb rücke er es in den Mittelpunkt seines Biopics „Eisenstein in Guanajuato“.

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Peter Greenaway

Eisenstein in Guanajuato

(Kinostart: 12.11.) Entjungferung eines Kino-Revolutionärs: Das berühmte Scheitern des Sowjet-Regisseurs Sergej Eisenstein in Mexiko deutet Peter Greenaway als sein Coming Out – im sinnlich-burlesken Bilderrausch voller Anspielungen auf Meta-Ebenen.

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Michael Fassbender

Steve Jobs

(Kinostart: 12.11.) Götterdämmerung für die Apple-Gemeinde: Regisseur Danny Boyle demontiert den Technik-Guru als Kontrollfreak mit missionarischem Sendungsbewusstsein und skrupelloser Machtgier. Dieser Film sollte als App auf jedem iPhone laufen.

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Ilinca Calugareanu

Chuck Norris und der Kommunismus

(Kinostart: 12.11.) Gemeinsames Filme-Ansehen als subversiver Akt: Im Rumänien der 1980er gab es eine große illegale Video-Szene. Die Doku von Regisseurin Calugareanu erinnert liebevoll an diese Heimkino-Ära, lässt aber offen, warum sie unbehelligt blieb.

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Wien

Viennale 2015

Vergangenheits-Seligkeit im Kino: Österreichs größtes Festival blickt sehr weit zurück. Mit Retrospektiven für Regisseure der Jahrgänge 1908 und 1918, der Gala für eine 85-Jährige und Genrefilmen der 1960/70er. Kein Wunder: Sein Präsident ist 91 Jahre alt.

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Flop-Ausstellungen 2014

Antike: Die Wikinger

Diese Kaperfahrer beeindrucken keinen: kleinteilige und fantasielose Materialschlacht von Fundstücken im Martin-Gropius-Bau.

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Kunst bis 1900: Feuerbach + Lagerfeld

Muse trifft Softporno - die Kunsthalle in Hamburg mixt Porträts und Erotik-Fotos: absurde Kombination.

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1900 bis 1945: Avantgarde!

Ohne Worte: Ein Saal ist mit Bildern gepflastert, der zweite mit Vitrinen. Erklärungen fehlen im Berliner Kulturforum.

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Kunst im Film

Shirley - Visionen der Realität

13 klassische Bilder des US-Malers Edward Hopper verfilmt Gustav Deutsch als leblos animierte Sittengeschichte - und sehr uncool.

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Kathedralen der Kultur (3D)

Wim Wenders und fünf Co-Regisseure porträtieren sechs Kultureinrichtungen - als quälend langatmiger Episoden-Film.

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Watermark

Das Wasserzeichen, das H2O dem Planeten einprägt: Fotograf Edward Burtynsky gelingt eine grandiose Doku voller betörender Bilder.

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München

Keith Haring – Gegen den Strich

Invasion der Strichmännchen: Mit ihnen kritzelte Keith Haring in den 1980er Jahren alles voll. Als wüsste er, wie wenig Zeit ihm blieb; er starb mit 31 Jahren an AIDS. Die Hypo-Kunsthalle blickt auf sein Werk zurück – und entdeckt ihn als politischen Künstler.

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Düsseldorf

Wim Wenders – Photographien

Neuer Deutscher Film goes Foto-Tapete: Zum 70. Geburtstag des Autorenfilm-Regisseurs zeigt das Museum Kunstpalast eine große Werkschau seiner Landschafts-Aufnahmen – menschenleere Riesenformate in satten Farben mit Hang zu sakralem Edelkitsch.

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Berlin

Bernhard Martin

Surreales Panoptikum der Dekadenz: Auf Gemälden von Bernhard Martin geht es hoch her. Sekt fließt in Strömen, freizügige Damen klimpern mit Juwelen. Diese süffigen Tableaus bergen hintergründiges Unbehagen, zeigt seine Werkschau in der Berlinischen Galerie.

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Karlsruhe

Globale: Ryoji Ikeda + Tetsuo Kondo

Lost in Big Data: Beim Globale-Festival des ZKM macht Ryoji Ikeda faszinierend anschaulich, wie endlose Datenströme alle Menschen ständig durchdringen. Die künstliche Wolke von Tetsuo Kondo ist reizlos, der Auto-Marathon von HA Schult nur albern.

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Frankfurt am Main

Coop Himmelb(l)au

Wie Wiener Anarcho-Hippies zu Baumeistern der EZB wurden: Das Deutsche Architekturmuseum dokumentiert die Entwicklung der Coop Himmelb(l)au. Drei neue Großprojekte machen deutlich: Mehr dekonstruktivistischer Mut täte heutigem öden Städtebau gut.

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Pablo Larraín

El Club

(Kinostart: 5.11.) Machtkämpfe im Staat im Staate: Ein Rückzugs-Heim für kriminelle Priester in Chile wird zum Schauplatz infamer Intrigen. Für das ausgefeilte Psycho-Drama in malerisch kühlen Bildern erhielt Regisseur Pablo Larraín einen Silbernen Bären 2015.

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Jens Becker + M. van der Duin

Erich Mielke – Meister der Angst

(Kinostart: 5.11.) Banalität des sozialistischen Bösen: Als Stasi-Chef war Erich Mielke fast 40 Jahre lang heimlicher Herrscher der DDR. Wie er sich so lange an der Macht hielt, kann diese Doku kaum klären: Ihr Material ist zu statisch und konventionell.

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Marie-Castille Mention-Schaar

Die Schüler der Madame Anne

(Kinostart: 5.11.) Von der NS-Vergangenheit fürs Leben lernen: Eine französische Lehrerin führt vor, wie sie Schulverweigerer motiviert. Das authentische Erziehungs-Drama von Regisseurin Mention-Schaar macht es sich streckenweise arg einfach.

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Michael Fassbender

Macbeth

(Kinostart: 29.10.) Machtgier und Verrat vor 1000 Jahren als zeitloses Polit-Drama: Regisseur Justin Kurzel verfilmt Shakespeare historisch präzise und extrem stilisiert – mit Michael Fassbender und Marion Cotillard als brillantem Tyrannen-Herrscherpaar.

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Jean-Jacques Annaud

Der letzte Wolf (3D)

(Kinostart: 29.10.) Öko-Bewusstsein im Wolfspelz: Den Konflikt zwischen Mongolen und chinesischen Zuwanderern, die Raubbau treiben, verfilmt Regisseur Jean-Jacques Annaud als offizielle Großproduktion – mit diskreter, aber deutlicher Systemkritik.

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