Berlin

Die Halluzinierte Welt

The Rocky Horror Painting Show: Das Haus am Lützowplatz zeigt Werke zeitgenössischer Maler, die Grenzen der Realität souverän ignorieren. Dieses Pandämonium lässt erahnen, welche irren Fantasien die virtuellen Welten im Internet entfesseln können.

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Berlin

8. Berlin Biennale

Neuer Spielplatz, alte Schwächen: Die Biennale rückt in die Museen Dahlem ein, ignoriert aber deren Weltklasse-Bestände. Stattdessen frönen Werk-Serien reihenweise der Tonnenideologie: Mehr ist besser! Dieses überflüssige Spektakel gehört entsorgt.

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Bonn

Kasimir Malewitsch

Der Stalin der Malerei: Malewitsch trieb den Rigorismus der klassischen Moderne auf die Spitze. Dem Erfinder des Suprematismus widmet die Bundeskunsthalle eine glänzend bestückte Retrospektive – mit Werken aller Phasen vor und nach dem Schwarzen Quadrat.

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Berlin

Hans Richter – Von Dada bis heute

Erfinder des Multimedia-Kunst: Hans Richter war Tausendsassa der Avantgarde in den 1920ern. Er kannte alle und kooperierte mit jedem; seine Filme schrieben Geschichte. Dieses vielgestaltige Werk präsentiert der Gropius-Bau als große Retrospektive.

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Leipzig

Es drängt sich alles zur Landschaft

Aus wilder Natur soll Landschaft werden: Ab 1800 kombinieren Maler exakte Umwelt-Beobachtung mit symbolischer Überhöhung. Wie Natur von der Hintergrund-Kulisse zur Hauptfigur aufstieg, zeigt ein weit gespannter Überblick im Museum der bildenden Künste.

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Amat Escalante

Heli

(Kinostart: 18.9.) Apocalypse Now: Der Drogen-Krieg in Mexiko zerstört eine junge Familie. Eine schmerzhaft präzise Bestandsaufnahme der Allgegenwart brutaler Gewalt; dafür bekam Regisseur Escalante 2013 in Cannes den Preis für die beste Regie.

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Jürgen Vogel

Schoßgebete

(Kinostart: 18.9.) Seelen-Striptease mit Sex-Therapie: Regisseur Sönke Wortmann verfilmt den Bestseller von Charlotte Roche, in dem sie ihre traumatische Familiengeschichte ausbreitet − als Neurosen-Chronik des Schreckens, der jede Komik abwürgt.

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Göran Hugo Olsson

Concerning Violence

(Kinostart: 18.9.) Zeitreise zur Revolutionsromantik der 70er Jahre: “Black Power Mixtape”-Regisseur Olsson gräbt alte TV-Bilder über Guerillas in Afrika aus und lässt Manifeste vorlesen − eine Doku für Nostalgiker des antikolonialen Befreiungskampfs.

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David Cronenberg

Maps to the Stars

(Kinostart: 11.9.) Mit 13 Koks, mit 46 Selbstmord: Am Beispiel einer Superstar-Familie zeigt Regisseur Cronenberg Hollywood als goldenen Käfig voller Kaputtniks. Seine bitterböse Satire mit exzellentem Ensemble erstarrt allerdings in Künstlichkeit.

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Philip Seymour Hoffman

A Most Wanted Man

(Kinostart: 11.9.) Showdown in Hamburg: Ein Tschetschenien-Flüchtling gerät ins Fadenkreuz diverser Geheimdienste. Den Thriller von John Le Carré verfilmt Regisseur Anton Corbijn sachlich kühl; Philip Seymour Hoffman brilliert in seiner letzten Rolle.

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Flop-Ausstellungen 2013

Kunst ab 1945: Ausweitung der Kampfzone

Bleischwerer dritter Teil der Kollektions-Präsentation in der Neuen Nationalgalerie; bitte bald entrümpeln!

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Gegenwart: Böse Dinge

Schlecht und hässlich ist nicht gleich böse: Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe fuchtelt mit der Moral-Keule herum.

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Ethnologica: Eastern Promises

Tolles Thema, konfus präsentiert: Das Wiener MAK weiß viel über Architektur in Asien + breitet es völlig chaotisch aus. Besser Katalog lesen!

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Hinter der Leinwand

Auf Wellen des Moments reiten

Wie man fast ohne Geld mitreißende Filme dreht, erklärt Axel Ranisch, der Regisseur von "Dicke Mädchen" + "Ich fühl mich Disco".

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Große Sehnsucht nach Nähe

Frauke Finsterwalder + Pop-Literat Christoph Kracht legen mit "Finsterworld" ein bizarres Sittenbild aus Deutschland vor.

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Hélio Oiticica

Spannende Künstler-Doku über den "Andy Warhol Brasiliens" und Tropicália-Gründer, brillant aus Archiv-Material montiert und vertont.

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München

Dix/Beckmann: Mythos Welt

Arbeiterkind und Bürgersohn, Frontschwein und Feldsanitäter: Otto Dix und Max Beckmann waren große Antipoden. Dennoch verbindet die beiden bedeutenden Maler der Weimarer Republik ihre Weltsicht, wie eine opulente Schau in der Hypo-Kunsthalle zeigt.

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Berlin

Die 8 der Wege: Kunst in Beijing

Gegenwarts-Kunst aus China ohne Ai Weiwei: In den Uferhallen werden 23 junge Künstler aus Beijing vorgestellt, die souverän mit Versatzstücken aus Ost und West jonglieren. Ein exzellenter Einblick in die Kunstmarkt-Metropole; Systemkritik zählt kaum.

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Frankfurt am Main

Emil Nolde – Retrospektive

Nazi-Opfer oder Mitläufer? Vor allem letzteres, zeigt das Städel Museum mit dem ersten Rückblick auf Noldes Riesenwerk seit 25 Jahren. Der Opportunist und Hitler-Bewunderer log und denunzierte skrupellos – aber ging künstlerisch unbeirrt seinen Weg.

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Hamburg

Feuerbachs Musen – Lagerfelds Model

Historienmaler-Muse trifft Hochglanz-Fleischsalat: Die Kunsthalle erweitert eine Wiesbadener Ausstellung über Anselm Feuerbachs Lieblingsmodell Nanna um Softporno-Fotos von Karl Lagerfeld. Elegische Porträts und Erotik-Kitsch verbindet nichts.

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Berlin

Marsden Hartley: Bilder 1913-1915

Marsden Hartley goes to war: Der US-Amerikaner schwärmte für deutsche Offiziere, zog nach Berlin und schuf die Pop-Art des preußischen Militarismus. Die wandelte sich von pastellener Erotik zu avantgardistischer Farbexplosion, zeigt die Nationalgalerie.

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Michael Obert

Song from the Forest

(Kinostart: 11.9.) Traurige Tropen: Ein New Yorker lebt seit 30 Jahren im Dschungel mit Pygmäen und nimmt ihre einzigartigen Gesänge auf. Diese faszinierende Kultur interessiert Regisseur Obert kaum; er porträtiert den Aussteiger als Gescheiterten.

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Hisham Zaman

Der Junge Siyar

(Kinostart: 11.9.) Im Auftrag des Agha: Ein junger irakischer Kurde soll im Westen seine Schwester töten, die aus ihrem Dorf floh. Beklemmende Ehrenmord-Logik verknüpft Regisseur Zaman eindrucksvoll mit der Odyssee illegaler Einwanderer in Europa.

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Uberto Pasolini

Mr. May + das Flüstern der Ewigkeit

(Kinostart: 4.9.) Beamter für die letzten Dinge: Mr. May arrangiert Begräbnisse für einsam Verstorbene. In seinem Alltag herrscht Friedhofsruhe, bis sein wüster Nachbar stirbt. Regisseur Pasolini porträtiert eine Büromaus, die zu neuem Leben erwacht.

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Athanasios Karanikolas

Sto spiti – At Home

(Kinostart: 4.9.) Die Perle fällt aus der Fassung: Nach 20 Jahren treuer Dienste feuern griechische Herrschaften ihre kranke Hausangestellte. Regisseur Karanikolas zeigt soziale Kälte in erlesenen Bildern, begnügt sich aber mit nobler Resignation.

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Volker Schlöndorff

Paris könnte komplett weg sein

Mit “Diplomatie” zeichnet Volker Schlöndorff nach, wie Paris vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg gerettet wurde: Ein einzelner Konsul überredete den deutschen Kommandanten zur Kapitulation – vorbildlich bis heute, so der Regisseur im Interview.

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