Berlin

Die 8 der Wege: Kunst in Beijing

Gegenwarts-Kunst aus China ohne Ai Weiwei: In den Uferhallen werden 23 junge Künstler aus Beijing vorgestellt, die souverän mit Versatzstücken aus Ost und West jonglieren. Ein exzellenter Einblick in die Kunstmarkt-Metropole; Systemkritik zählt kaum.

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Frankfurt am Main

Emil Nolde – Retrospektive

Nazi-Opfer oder Mitläufer? Vor allem letzteres, zeigt das Städel Museum mit dem ersten Rückblick auf Noldes Riesenwerk seit 25 Jahren. Der Opportunist und Hitler-Bewunderer log und denunzierte skrupellos – aber ging künstlerisch unbeirrt seinen Weg.

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Hamburg

Feuerbachs Musen – Lagerfelds Model

Historienmaler-Muse trifft Hochglanz-Fleischsalat: Die Kunsthalle erweitert eine Wiesbadener Ausstellung über Anselm Feuerbachs Lieblingsmodell Nanna um Softporno-Fotos von Karl Lagerfeld. Elegische Porträts und Erotik-Kitsch verbindet nichts.

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Berlin

Marsden Hartley: Bilder 1913-1915

Marsden Hartley goes to war: Der US-Amerikaner schwärmte für deutsche Offiziere, zog nach Berlin und schuf die Pop-Art des preußischen Militarismus. Die wandelte sich von pastellener Erotik zu avantgardistischer Farbexplosion, zeigt die Nationalgalerie.

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Karlsruhe

High Performance - Julia Stoschek

Kulturelle Höchstleistungen: Das ZKM zeigt 50 Werke der Video- und Multimedia-Kunst aus der Sammlung von Julia Stoschek. Eine kluge Auswahl von Arbeiten, die einander kommentieren oder auch kritisieren – der Betrachter wird zum Teilnehmer.

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Kelly Reichardt

Night Moves

(Kinostart: 14.8.) Die Öko-Revolution frisst ihre Bio-Kinder: Drei Umwelt-Terroristen sprengen einen Staudamm und gehen in den Folgen unter. Regisseurin Kelly Reichardt begnügt sich mit einer wortkargen Nabelschau der US-Alternativkultur.

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Barbara Weber

Kofelgschroa. Frei. Sein. Wollen.

(Kinostart: 7.8.) Coole, zeitgemäße Volksmusik – was könnte das sein? Vier junge Musiker aus Oberammergau wissen es auch nicht genau, bemühen sich aber leidenschaftlich darum. Dabei beobachtet sie Regisseurin Barbara Weber feinsinnig und geduldig.

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Vinko Brešan

Gott verhüte!

(Kinostart: 7.8.) Demographischer Wandel andersherum: Ein Insel-Pfarrer sorgt in seinem Dorf für einen überraschenden Baby-Boom. Der gottgefällige Kindersegen hat tragische Folgen. Anfangs amüsante, später klamaukige Kleriker-Komödie aus Kroatien.

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Dominik Graf

Faszinierende Liebesbrief-Debatte

Epische Länge für ganz große Gefühle: Die Dreiecksbeziehung von Schiller mit zwei Schwestern erzählt Dominik Graf in 140 Minuten; seine TV-Fassung ist noch länger. Warum er für die Figuren-Entwicklung so viel Zeit braucht, erklärt er im Interview.

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Dominik Graf

Die geliebten Schwestern

(Kinostart: 31.7.) Summer of Love 1788: Schiller liebte zwei Schwestern zugleich. Als er eine heiratete, brach die andere mit beiden. Ihre idealistische Liebes-Utopie filmt Regisseur Dominik Graf formvollendet: als Spiegel für die arg monogame Gegenwart.

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Flop-Ausstellungen 2013

Kunst ab 1945: Ausweitung der Kampfzone

Bleischwerer dritter Teil der Kollektions-Präsentation in der Neuen Nationalgalerie; bitte bald entrümpeln!

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Gegenwart: Böse Dinge

Schlecht und hässlich ist nicht gleich böse: Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe fuchtelt mit der Moral-Keule herum.

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Ethnologica: Eastern Promises

Tolles Thema, konfus präsentiert: Das Wiener MAK weiß viel über Architektur in Asien + breitet es völlig chaotisch aus. Besser Katalog lesen!

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Hinter der Leinwand

Auf Wellen des Moments reiten

Wie man fast ohne Geld mitreißende Filme dreht, erklärt Axel Ranisch, der Regisseur von "Dicke Mädchen" + "Ich fühl mich Disco".

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Große Sehnsucht nach Nähe

Frauke Finsterwalder + Pop-Literat Christoph Kracht legen mit "Finsterworld" ein bizarres Sittenbild aus Deutschland vor.

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Hélio Oiticica

Spannende Künstler-Doku über den "Andy Warhol Brasiliens" und Tropicália-Gründer, brillant aus Archiv-Material montiert und vertont.

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Wien

Eric Fischl

Der Maler des 11. September 2001: Seine Bilder von Terror-Opfern lösten in den USA einen Skandal aus. Dabei zählen die zarten Aquarelle fallender Menschen zu den besten Arbeiten von Eric Fischl, wie eine Werkschau in der Albertina augenfällig macht.

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Kassel + Berlin

Wols – Aufbruch 1945 + Photograph

Sehen, was ist: Der früh verstorbene Informel-Künstler fotografierte unscheinbare Strukturen und schuf als Grafiker fantastische Gebilde, die als große Befreiung galten. Zwei Werkschauen in Neuer Galerie und Gropius-Bau ergänzen sich hervorragend.

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Wiesbaden + Emden

Horizont Jawlensky

Hinter dem Horizont der Moderne geht’s weiter: Im Münchener Exil eignete sich Alexej von Jawlensky alle Malstile seiner Zeit an – und wurde so zum wegweisenden Expressionisten. Das zeigen Museum Wiesbaden und Kunsthalle Emden akribisch genau.

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München + Damstadt

Der Stachel des Skorpions

Im surrealistischen Filmklassiker “Das Goldene Zeitalter” zeigte Buñuel 1929/30 verstörende Szenen voller Absurdität und Gewalt. Daran wollen sechs Kunst-Filme in der Villa Stuck anschließen: Ihre Attacken auf guten Geschmack geraten zur Attitüde.

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Berlin

Echte Gefühle: Denken im Film

Überambitionierte Enzyklopädie aller Emotionen: Die Kunst-Werke wollen klären, wie Kino Empfindungen hervorruft und manipuliert. Mit einem Bildsalat aus Filmklassiker-Schnipseln und zwölf erratischen Kunst-Filmen – da stellt sich rasch Konfusion ein.

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Clint Eastwood

Jersey Boys

(Kinostart: 31.7.) Schicke Anzüge und schmissige Tollen: The Four Seasons waren in den 1960ern auf Hits abonniert. Clint Eastwood verfilmt das Erfolgs-Musical zur Bandgeschichte: etwas unentschieden zwischen Episoden-Drama und flotten Gesangsnummern.

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Joss Whedon

Viel Lärm um Nichts

(Kinostart: 24.7.) Liebeshändel unter Hollywood-Schauspielern: Regisseur Joss Whedon verfilmt eine turbulente Shakespeare-Komödie in Schwarzweiß. Die Aktualisierung als ewig charmante Cocktail Party wirkt als Sittenbild reichlich halbseiden.

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Diao Yinan

Feuerwerk am helllichten Tage

(Kinostart: 24.7.) Film noir in Chinas Provinz: Ein Ex-Cop sucht einen Mörder, um sich zu rehabilitieren – die Spur führt in eine Reinigung. Genre-Kino mit brillant eigenwilliger Bildsprache, auf der Berlinale 2014 mit zwei Bären ausgezeichnet.

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Philippe de Chauveron

Monsieur Claude und seine Töchter

(Kinostart: 24.7.) Französische Multikulti-Familienkomödie: Mit jeder Heirat holen die Töchter von Monsieur Claude eine andere Weltkultur ins Haus. Regisseur de Chauveron spießt Vorurteile und Klischees angenehm unverkrampft und provokativ auf.

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Hayao Miyazaki

Wie der Wind sich hebt

(Kinostart: 17.7.) Historien-Epos aus Sicht eines Flugzeug-Ingenieurs: Zeichentrick-Legende Hayao Miyazaki greift für seinen letzten Film zu hartem Stoff. Den er schwerelos stemmt – ein himmlisch poetisches Panorama von Japan in der Zwischenkriegszeit.

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